Produktauswahl: Vergleichsseiten hoch im Kurs

Während Finanzdienstleister Vergleichsseiten im Internet zuweilen skeptisch beäugen, sind die Nutzer davon sehr angetan. Die Möglichkeit, Anbieter und Tarife einfach und schnell zu vergleichen und Verträge direkt abzuschließen, werde explizit gelobt, so das Kölner Marktforschungsinstitut You Gov Psychonomics.

online shopping einkaufswageVersicherer und Banken sollten sich daher überlegen, ob sie ihre Ressentiments gegenüber Vergleichsseiten im Netz überwinden und den kundenseitig wachsenden Wunsch nach Kostentransparenz über Vergleichsseiten für sich nutzen wollen, so das Fazit der Psychonomics-Studie „Comparison Check“.

Etwa jeder zweite der mehr als 1.000 befragten Nutzer besucht konkrete Vergleichsseiten, weil er diese bereits vorab kannte. Ebenso viele verlassen sich bei der Suche aber auch auf die Ergebnisse von Suchmaschinen, mit deren Hilfe sie Vergleichsseiten aufspüren. Werbung, Fachartikel oder Empfehlungen von Freunden aktivieren dagegen weniger als jeden Fünften dazu, eine derartige Seite aufzusuchen.

Etwa zwei Drittel aller Teilnehmer der Umfrage haben den Service derartiger Vergleichsseiten bereits zwei bis fünf Mal innerhalb der letzten drei Monate genutzt. Jeder Vierte nutzt ihn sogar noch häufiger. Aber auch unter denjenigen, die Vergleichseiten seltener nutzen, ist die Begeisterung offenbar groß.  Denn 87 Prozent geben an, dass Vergleichsseiten die Informationssuche vereinfacht haben.

Und auch die von manchen Direktversicherern und -banken argwöhnisch beobachtete Möglichkeit, Verträge direkt über die Vergleichsseite abzuschließen stößt auf Kundenseite mehrheitlich auf Begeisterung. 78 Prozent begrüßen diesen Service. Dabei würde knapp die Hälfte aller Befragten die Gesellschaften bevorzugen, die auf Vergleichseiten vertreten sind, während lediglich 13 Prozent vermuten, dass die nicht vertretenen Gesellschaften günstigere Konditionen anbieten.

Vor allem die Einfachheit, mit der man sich über Vergleichsseiten online über Finanzprodukte informieren kann, wird als zentraler Mehrwert bezeichnet. 64 Prozent geben an, dass sie durch diesen Service mehr Informationen über verschiedene Anbieter und deren Produkte erhalten. Und mehr als jeder Zweite glaubt, dass sich seine Auswahlmöglichkeit dadurch insgesamt vergrößert.

Während die Bedenken hinsichtlich versteckter Kosten und Datensicherheit bei den Befragten nicht sonderlich ausgeprägt ist, zweifeln viele an der Neutralität der Portale. Nur jeder dritte geht davon aus, “dass Vergleichsseiten eine objektive und unverfälschte Darstellung der Produkte bieten”. (hb)

Foto: Shutterstock

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