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25. Juli 2011, 16:59
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Honorarberatung: VDH mit Aigner-Plänen fast zufrieden

In der Diskussion um die Regulierung der Honorarberatung hat sich nach dem BVK nun auch der Verbund Deutscher Honorarberater (VDH) zu Wort gemeldet. Der VDH zeigt sich insgesamt zufrieden, würde aber an der einen oder anderen Stelle nachjustieren wollen.

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Dieter Rauch, VDH

In der Anlagepraxis sei es in jedem Fall sinnvoll, wenn Verbraucher zwischen den klassischen Provisionsmodellen und einem Honorarberatungsmodell wählen können, schreibt Dieter Rauch, Geschäftsführer des VDH in seiner Stellungnahme.

Besonders wichtig sei hier jedoch, dass der Verbraucher jeweils unmittelbar erkennen könne, mit wem er es zu tun und wie er die Interessenlage des Beraters einzuschätzen hat, heißt es weiter.

Generell befürworte der VDH, dass für jede Vertriebsform ein einheitlicher Begriff gesetzlich normiert werde, der dann auch zwingend gegenüber den Verbrauchern eingesetzt müsse. Jedoch bleibe abzuwarten, ob das im Eckpunktepapier vorgeschlagene Begriffssystem mehr Klarheit schaffe.

In dem vom Aigner-Ministerium (BMELV) vorgestellten Papier ist vorgesehen, neben dem Versicherungsberater einen Darlehens- sowie einen Anlageberater einzuführen. Wer alle drei Sparten abdeckt, soll als Finanzberater bezeichnet werden.

Das sieht der VDH etwas anders, der sich für eine klare Herausstellung des Begriffs Honorarberater stark macht und die jeweilige Fachrichtung in Klammern dahinter schreiben will.

Ausreichend wären danach der Honorarberater (Versicherungen) sowie der Honorarberater (Finanzanlagen), wobei letztgenannter auch den Bereich der Darlehensberatung abdecken sollte. Daneben wäre es sinnvoll, wenn sich Versicherungsvermittler und Finanzanlagenvermittler ebenfalls nur noch als solche bezeichnen dürften.

Provisionsabgabeverbot muss für Honorarberater fallen

Die Erfahrungen der Versicherungsberater haben gezeigt, dass es lebensfremd ist, Beratung und Produktverkauf vollständig trennen zu wollen, heißt es in der Stellungnahme weiter. Sofern eine objektive, an den Interessen des Verbrauchers ausgerichtete Beratung einen Produktbedarf erkennen lasse, müsse auch ein Berater in der Lage sein, diesen Bedarf zu erfüllen.

Entscheidend für den Honorarberater sei, dass seine Vergütung nicht von der Vermittlung eines Produkts abhänge. Daher sei es nur konsequent, dass er sämtliche Provisionen, die er gegebenenfalls von dritter Seite für die Vermittlung eines Produkts bekommt, komplett an den Kunden weiterreichen muss. Nur so könne ein Missbrauch vermieden werden.

Vor diesem Hintergrund sei es dann auch gerechtfertigt, dass im Versicherungsbereich das Provisionsabgabeverbot nur für Honorarberater fällt. Andernfalls würden verbraucherunfreundliche Mischmodelle etabliert, befürchtet Rauch.

In der Diskussion um die Beaufsichtigung der Honorarberater befürwortet der VDH, wie das Bundesministerium für Verbraucherschutz, eine Kontrolle durch die Bafin. Eine Regulierung in der Gewerbeordnung wäre absolut kontraproduktiv, weil danach nur Empfehlungen zu Investmentfonds getätigt werden dürften, so Rauch. Dies sei für Honorarberater und deren ganzheitlichen Beratungsansatz zu wenig. (ks)

Foto: VDH

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4 Kommentare

  1. Das geht auch anders! Wichtig ist doch vor allem, dass beim Kunden die Trennung von Beratung bzw. Provisionsinteressen und der Vermittlung ankommt. Das geht schon heute: Wenn ein Honorarberater dem Kunden am Ende des Beratungsprozesses einen Vermittler empfiehlt, der beispielsweise über ein Tippgeber-Modell den Abschluss günstig gestaltet. Denn ein Beratungsprotokoll liegt vor und die Beraterhaftung wird vom Honorarberater übernommen.
    Der Vorschlag der Ministerin bringt bei einer einseitigen Aufweichung des Provisionsabgabeverbots die Gefahr mit sich, dass Beratung und Vermittlung doch nicht hinreichend getrennt sind.

    Kommentar von Christoph Huebner — 29. Juli 2011 @ 18:12

  2. Klasse, in der Regel fragen Kunden nach preisgünstigen Versicherungen. Wer, außer den gutbetuchten will denn Geld ausgeben für eine Leistung, die er an fast jeder Straßenecke umsonst bekommt. Lediglich im Bereich Altersvorsorge ist doch das Honorarmodell interessant. Und – warum soll man hier den Kunden nicht entscheiden lassen, ob er ein Provisionsmodell (die 4% AG stehen doch in jedem Angebot drin) oder ob er lieber einen Abschlußkostenfreien Tarif haben will. Ein Makler sollte in der Lage sein, beides nebeneinander darstellen, anzubieten und letztetes auch gegen ein Vermittlungshonorar vermitteln zu dürfen. Was soll dieser ganze Aufwand um die Honorarberatung. Wieso erklärtn man den Kunden für so unmündig, nicht unterscheiden zu können, so dass mehrere Ministerien ihre bürokratische Kompetenz bündeln, um Regulatorien zu schaffen, die im Kundenkreis (fast) niemanden interessieren. Gäbe es nur noch Honorarberater, dann hätte das Volk kaum noch Versicherungen – und das ginge letztendlich zu Lasten des Sozialstaates und damit des Steuerzahlers. Irre !!!

    Kommentar von Der weise Hai — 26. Juli 2011 @ 18:32

  3. Verehrter Herr Hermann,

    es steht Ihnen doch frei, eine Zulassung nach §34e GewO oder als Honorarberater zu beantragen.

    Es wird endlich Zeit, dass der Mandant mehr Transparenz über die einzelnen (Kosten)Bestandteile seiner Prämie erhält und auch selber erfährt, wie viel eine gute Beratung ruhig wert sein darf.

    Und auch Haftpflicht/Hausrat & Co. finden mittels (Privat)Flat nach Honorarmodell ihre Nachfrager.

    Beste Grüsse

    Manfred Lenninghausen

    Kommentar von Manfred Lenninghausen — 26. Juli 2011 @ 17:55

  4. Toll ! Gratulation ! Wie das dann abläuft, weiß ich jetzt schon. Die Herren Honorarberater werden sich dann die Rosinen herauspicken. Un die
    Makler werden dann gegen Courtage
    PHV, Hausrat etc. vermitteln können, da hierfür kein Kunde große Honorare
    bezahlen wird und die Honorarberater
    generell eher an an hohen Honoraren interessiert sein, wie sie beim Thema Altersversorgung anfallen. Und die abgegeben Provision verzerrt deb
    Wettbewerb dann vollkommens. Der Kunde wählt dann womöglich den Anbieter nach der Höhe der an ihn fliessenden Provison aus.
    Genereall brauchen wir im Versicherungsbereich keine Hononrarberater. Wir haben ja die
    Versicherungsberater. Was soll das alles also ? Wie stehen die Kollegen und Kolleginnen Versicherunsgberater denn eigentlich dem Berufsbild “Honorarberater” gegenüber ?

    Kommentar von Carl Hermann — 26. Juli 2011 @ 16:01

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