20. Juli 2011, 13:51
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BVK protestiert gegen Aigner-Pläne

Das Eckpunktepapier zur gesetzlichen Regelung der Honorarberatung wird in der Vertriebsbranche kontrovers diskutiert. Scharfe Kritik an den Plänen von Verbraucherschutzministerin Ilse Aigner übt der Versicherungsvermittlerverband BVK.

Lautsprecher-Forderung-127x150 in BVK protestiert gegen Aigner-PläneDen Vorschlag des Verbraucherschutzministeriums, neue Vermittler nur noch vom Kunden bezahlen zu lassen, bezeichnet BVK-Präsident Michael H. Heinz als “sozialistisch, bestenfalls weltfremd”.

In Deutschland seien etwa 180 Versicherungsberater registriert, aber fast 170.000 als Versicherungsvermittler. “Der Verbraucher hat sich für den Versicherungsvermittler entschieden und eindeutig den Versicherungsberater als überflüssig angesehen”, so Heinz weiter.

Der BVK wirft dem Ministerium auch vor, dass die Begründung für die Förderung der Honorarberatung in dem Vorwurf liege, dass der Versicherungsvermittler seine Kunden provisionsorientiert berate, er also nicht das beste Produkt für den Kunden vermittle, sondern das, wofür er die höchsten Provisionen beziehe. Schon diese Begründung weist der BVK energisch zurück.

In Deutschland seien etwa 80 Prozent aller Versicherungsvermittler Einfirmenvertreter, die nur die Produkte eines Versicherungsunternehmens vermitteln dürfen und daher, so der BVK, gar keine Möglichkeit haben, Produkte anderer Unternehmen, die eine höhere Provision auslösen, zu vermitteln.

“Es ist widersinnig, wenn jetzt das Verbraucherschutzministerium Honorarberatern auch die Möglichkeit zur Vermittlung von Verträgen einräumen will”, kritisiert Heinz, “also genau das, was es als Ursache von Falschberatungen den Versicherungsvermittlern unterstellt”.

Der BVK fordert “mehr Marktwirtschaft, in der der Kunde entscheiden kann, wo und wie er beraten werden will, und nicht die Politik”. Der Verband sieht in den Eckpunkten des Ministeriums zugleich den Versuch, den Berufsstand der Versicherungsvermittler mit “untauglichen sozialistischen Regulierungen” abzuschaffen.

Foto: Shutterstock

3 Kommentare

  1. Planwirtschaft und Sozialismus sind in Berlin ganz hoch im Kurs. Ich verzichte auf beides und berate sogar gegen Honorar als Rechtsberater ohne Anwalt zu sein. Aber so was geht in Deutschland natürlich nicht, da würde man dafür ins Gefängnis kommen, wie seinerzeit in Moskau. In Deutschland soll der Mandant nicht auf Beratung (welche der Staat dem Umfang nach definiert) verzichten dürfen. Das ist schön. Zahlt Frau Aigner auch, was der Mandant darf oder nicht darf? Bereits heute ist der Regulierungswahnsinn nicht bezahlbar oder gratis leistbar. Schauen wir doch mal in anderes Staaten: Da gibt es doch sogar in Europa Länder, in denen die Beratung und deren Finanzierung einzig und allein Sache der Vertragsparteien ist. In Deutschland habe ich manchmal das Gefühl, demnächst wird auch noch auf dem Wochenmarkt beim Gurkenverkauf ein Beratungsprotokoll fällig.

    Kommentar von Eckard — 10. August 2011 @ 11:37

  2. Endlich einer, der es auf den Punkt bringt. Frau Aigner unterstellt offenbar allen Finanzdienstleistern Provisionsjägerei und folglich Falschberatung. Das ist beleidigend. Offensichtlich hat sie kein Konzept sondern nur eine fixe Idee.

    Kommentar von Jehnen, Josef — 25. Juli 2011 @ 09:48

  3. Genau. Aber wo bleiben die Berufsverbände? Und die Verbraucherschützer, die ein tragfähiges Honorar-Modell begrüßen sollten? Letztere sind wohl noch zu verschlafen und uninformiert, um erstere wirklich zu diesem Schritt (einer einheitlichen Regelung) zu motivieren.

    Kommentar von ACF | Verkaufsforschung.de — 22. Juli 2011 @ 09:31

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