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22. November 2011, 10:54
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Trendforscher Matthias Horx: „Das Spiel ist vorbei“

Das Leben der Menschen ist immer weniger planbar. Das hat zwangsläufig auch Einfluss auf Geldanlage und Altersvorsorge. Was bedeuten die Veränderungen für Verbraucher und Berater? Cash. im Gespräch mit Trendforscher Matthias Horx.

Matthias-Horx in Trendforscher Matthias Horx: „Das Spiel ist vorbei“

Cash.: Sie sind Zukunftsforscher. Können Sie in drei Sätzen sagen, was Sie genau machen?

Horx: Das ist schwer, weil Trend- und Zukunftsforschung sehr viele Facetten hat. Wir beschäftigen uns mit Konsummärkten, mit ökonomischen Systemen, aber auch mit strategischen Fragestellungen. Verkürzt: Wir sind Systemforscher, die mit Methoden der Spieltheorie und Systemtheorie herauszufinden versuchen, was man voraussagen kann und was nicht. Dabei kommen die unterschiedlichsten Techniken zum Einsatz, von der Verarbeitung massiver Daten bis zur Szenario-Planung, von der Stochastik bis zur Statistik.

Cash.: Was sind die Zukunftstrends von morgen?

Horx: Trends kann man nur im Heute, im Hier und Jetzt, feststellen und diagnostizieren. Daraus kann man Schlüsse auf die Zukunft ziehen.

Cash.: Was sind also die derzeitigen Trends?

Horx: Die wichtigen soziografischen Megatrends sind zum Beispiel Individualisierung, Alterung und Feminisierung. Mobilität, Gesundheit, Verstädterung sind weitere wichtige Megatrends.

Cash.: Welcher Trend hat entscheidenden Einfluss auf Geldanlage und Altersvorsorge?

Horx: Alle. Es gibt hier keine Hierarchie, keine Reihenfolge, denn alle diese Entwicklungen sind miteinander vernetzt. Es geht in der Prognostik darum, Zusammenhänge zu verstehen. Wir können zum Beispiel fragen: Wie verändert das iPad die Mediengewohnheiten, und was bedeutet das für die Entwicklung von Buchverlagen und Fernsehmarkt? Oder wie verändert die neue Rolle der Frau die ökonomischen und politischen Systeme?

Cash.: Wie kann ein solcher Trend Einfluss auf unsere Vorsorgeentscheidungen nehmen?

Horx: Nehmen Sie zum Beispiel die Gesundheits-Frage. Wir haben heute keine Gesundheitsversicherung, sondern nur ein teures Krankheits-Behandlungs-System, das zunehmend finanziell aus dem Ruder läuft und nicht sehr effektiv ist. Wir müssen in Zukunft eine massive Vorsorge-Komponente einbauen, und das wird die Versicherungssysteme verändern. Dabei gibt es zwei Möglichkeiten: Eine totale Spaltung, eine extreme Zwei-Klassen-Medizin. Oder neue, präventive Systeme, in die die Vorbeugung bereits eingebaut ist.

Seite 2: Wie sich die Einstellung der Verbraucher zum Thema Vorsorge verändert

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1 Kommentar

  1. sehr geehrter Herr Horx, ich bin genau Ihrer Meinung es wird eine große Veränderung in der Beratung geben. Wenn sich Finanzberater und die Banken sich nicht entlich aus die Bedürnissen der Kunden einstellen sondern immer nur nach Vertrieb mit Produkten die keiner benötig, schielt werden Sie die Quitung bekommen. Es sollte eine Betreuungpauschale geben so ist jeder daran interessiert den Kunden mit seiner Beratung zu halten. Ich arbeite schon lange mit diesem Ansatz doch es wird nicht honriert. Es kann nur besser werden.
    Mit freundlichen Grüßen
    Elke Zimmermann

    Kommentar von Elke Zimmermann — 22. November 2011 @ 20:11

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