24. April 2013, 10:45
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

„Frauen müssen mehr wagen“

Seit Anfang Oktober 2012 ist Dr. Jutta Krienke im Vorstand des Maklerpools BCA. Mit Cash. hat die Versicherungsexpertin über Frauen in der Finanzbranche und die eigene Karriere gesprochen.

Frauenquote

Krienke: „Frauen denken vernetzt, prüfen gründlich und achten auf Zwischentöne.
Das sind gute Voraussetzungen für Erfolge im Vertrieb.“

Cash.: Warum sind Sie in die Finanzbranche gegangen? Haben Sie diese Entscheidung jemals bereut?

Krienke: Die Entscheidung, in die Finanzbranche zu gehen, habe ich bis heute nicht einmal bereut. Mit meiner Zusatzqualifikation durch das Mathematik-Studium war der Sprung in die Versicherungswelt für mich nichts Außergewöhnliches. Diese Branche arbeitet zahlen- und ergebnisorientiert, das hat mich schon immer fasziniert. Zahlen sind wichtig für klare Zielorientierung und Erfolgsmessung.

Wenn ich jedoch einen Wunsch für die und im Sinne der Branche frei hätte, dann wünsche ich mir weniger kurzfristiges Gewinnstreben und mehr Nachhaltigkeit. Langfristiger Vermögensaufbau, solide Risiko- und Altersvorsorge sind hohe Güter. Der gesamten Branche muss es daher gelingen, das Vertrauen der Bürger wieder zurückzugewinnen.

Haben Männer und Frauen grundsätzlich die gleichen Chancen, in der Finanzbranche Karriere zu machen?

Theoretisch haben Frauen die gleichen Chancen wie Männer, da es sehr viele hochqualifizierte und für Führung geeignete Frauen gibt. Es scheint aber immer noch systemische Probleme zu geben, sonst gäbe es sicher schon jetzt mehr Frauen in Führungspositionen. Ich meine, Frauen müssen einerseits ihre Laufbahn besser planen und sie müssen bereit sein, für ihre Ziele einzutreten.

Andererseits müssen die Unternehmen den vielen gut ausgebildeten Frauen passende Angebote machen, damit Leistungswille und Kreativität auf fruchtbaren Boden fallen können. Das Potenzial dafür ist auf jeden Fall vorhanden. Ich würde mich freuen, wenn Frauen immer zahlreicher ihre Chancen wahrnehmen.

Warum sind Frauen in der Branche insbesondere im Vertrieb und auf der Führungsebene immer noch in der Minderheit?

Ich halte Frauen für sehr geeignet, um in der Finanzbranche im Vertrieb und auf der Führungsebene erfolgreich zu sein. Frauen denken vernetzt, prüfen gründlich und achten oft auf Zwischentöne. Das sind gute Voraussetzungen für Erfolge im Vertrieb, wo es auf Vertrauen und Motivation ankommt. Frauen müssen aber auch mehr wagen. Oftmals fürchten sie sich vor den unregelmäßigen Arbeitszeiten sowie hoher Belastung und glauben, die Familienarbeit allein schultern zu müssen. Hier müssen partnerschaftliche Strukturen geschaff en werden und vor allem die Politik muss noch bessere Anreize für die Kinderbetreuung schaffen.

Immer mehr Vertriebe geben an, den Anteil weiblicher Mitarbeiter erhöhen zu wollen. Glauben Sie, dass der Frauenanteil in den nächsten Jahren zunehmen wird?

Ich hoffe, dass sich der Frauenanteil in den Vertrieben in den nächsten Jahren deutlich erhöhen wird. Immer mehr Vertriebe erkennen, dass gerade gut ausgebildete Frauen im Vertrieb hervorragende Ergebnisse erzielen. Ich weiß auch durch viele Gespräche, dass Frauen Vertriebsarbeit Spaß macht. Sie fühlen sich gerade durch die Freiheitsgrade und aufgrund ihrer Dienstleistungsorientierung sehr wohl und beruflich anerkannt.

Interview: Julia Böhne

Foto: Roberto Formica, BCA

Ihre Meinung



 

Versicherungen

Verbraucher wissen kaum, was Beratung kostet

Nur wenige Verbraucher kennen die tatsächlichen Kosten bei Abschluss einer privaten Rentenversicherung. Gleichzeitig sind Nettoversicherungen als Alternative zu Provisionstarifen immer noch nicht in der Breite bekannt. Viele Kunden wissen nicht, ob sie diese Produkte bei ihrem Finanzberater oder ihrer Versicherungsgesellschaft abschließen können.

mehr ...

Immobilien

Senioren-Immobilien: Betreiber erobern den Markt zurück

In den ersten sechs Monaten dieses Jahres hat sich am Markt für Senioren-Immobilien der Trend des letzten Jahres weiter verfestigt: Die Übernahmen von Betreibergesellschaften durch Private Equity-Gesellschaften sind deutlich zurückgegangen, die Zahl der Betreiber-Transaktionen ist stark gestiegen.

mehr ...

Investmentfonds

„Das Unternehmen ist das entscheidende Investment“

Der Handelskonflikt zwischen den USA und China scheint beinahe täglich größere Kreise zu ziehen und Anleger immer stärker zu verunsichern. Cash. sprach mit Thomas Lehr, Kapitalmarktstratege beim Vermögensverwalter Flossbach von Storch, wie sich Anleger jetzt verhalten sollen und welcher Ausgang des Konflikts realistisch ist.

mehr ...

Berater

“Es stehen noch viele Innovationen aus”

Der Sektor Medizintechnik verzeichnet seit Jahren hohe Wachtumsraten. Cash. befragte Marc-André Marcotte, Partner des Private Equity Teams von Sectoral Asset Management, zu den Perspektiven und was bei Investments in diesen Bereich besonders wichtig ist.

mehr ...

Sachwertanlagen

Deutsche Investment erwirbt Wohnanlage in Berlin-Neukölln

Die Deutsche Investment Kapitalverwaltungsgesellschaft hat in Berlin-Neukölln eine Wohnanlage mit 286 Wohn- und zwei Gewerbeeinheiten auf rund 16.500 Quadratmetern Mietfläche erworben. Der Ankauf erfolgte im Rahmen eines Individualmandats für einen institutionellen Investor, welchen die Deutsche Investment im Verbund mit der EB GROUP betreut. Verkäufer ist eine private Eigentümergemeinschaft. Der Nutzen-/Lastenwechsel erfolgt voraussichtlich zum 1. Oktober 2019. Über den Kaufpreis wurde Stillschweigen vereinbart.

mehr ...

Recht

Gesetzlicher Unfallschutz greift auch bei Probearbeit

Der Schutz der gesetzlichen Unfallversicherung gilt auch an Probearbeitstagen. Das geht aus einem Urteil des Bundessozialgerichts (BSG) in Kassel von Dienstag hervor.

mehr ...