Niedrigzinsphase verschärft Vermögensungleichheit

Knapp ein Drittel der Deutschen hat sein Anlageverhalten dem aktuellen Zinsumfeld angepasst, so eine Studie des Deutschen Sparkassen- und Giroverbands (DSGV). Da demnach aber vor allem Besserverdienende auf die niedrigen Zinsen reagieren, nehme dadurch die Vermögensungleichheit zu. 

Weil vor allem gut verdienende Haushalte auf das Zinsumfeld reagieren und ändern ihr Anlageverhalten, nimmt die Vermögensungleichheit in Deutschland der Studie zufolge weiter zu.

Laut der DSGV-Studie „Vermögensbarometer 2014“ haben rund 30 Prozent der Bundesbürger ihr Sparverhalten bereits aufgrund des Niedrigzinsumfelds verändert beziehungsweise planen dies zu tun. 13 Prozent sparen demnach weniger, während fünf Prozent angeben, mehr zu sparen. Zwölf Prozent der Befragten setze angesichts des gesunkenen Zinsumfelds auf alternative, renditestärkere Anlageprodukte wie beispielsweise Aktien, so der DSGV.

Vor allem gut verdienende Haushalte haben demnach auf das Zinsumfeld reagiert und ihr Anlageverhalten angepasst. So geben 41 Prozent der Befragten, denen monatlich mehr als 2.500 Euro netto zur Verfügung stehen, an, ihr Sparverhalten geändert zu haben. In einkommensschwachen Haushalten mit weniger als 1.000 Euro monatlich gelte dies lediglich für 20 Prozent der Befragten.

Niedrigzinsphase trägt zu Vermögensungleichheit bei

20 Prozent der Haushalte, denen monatlich mehr als 2.500 Euro zur Verfügung stehen, haben der Studie zufolge gezielt ihre Anlageprodukte umgeschichtet beziehungsweise planen dies zu tun. Bei den einkommensschwachen Haushalten ist das lediglich bei vier Prozent der Fall. Auch beim Blick auf das bereits vorhandene Geldvermögen zeigen sich laut Vermögensbarometer deutliche Unterschiede. Demnach hat rund ein Drittel der Befragten mit einem Geldvermögen von mehr als 125.000 Euro  (31 Prozent) bereits andere Anlageprodukte gewählt beziehungsweise plant dies.

Mit sinkendem Geldvermögen sinke auch dieser Wert, so der DSGV. In der Summe trage die aktuelle Niedrigzinsphase so zum Problem der hohen Vermögensungleichheit in Deutschland bei. Da kleine Vermögen naturgemäß einen höheren Anteil an Anlageklassen halten, die vom Zins abhängig sind, seien sie damit von einer lang anhaltenden Niedrigzinsphase deutlich stärker betroffen als große Vermögen, so die Studienautoren.

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Für das „Vermögensbarometer 2014“ hat das Wirtschafts- und Finanzmarktforschungsinstitut Icon im Auftrag des DSGV insgesamt 2.000 Verbraucher ab 14 Jahren im gesamten Bundesgebiet befragt. (jb)

Foto: Shuttertsock

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