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4. April 2014, 15:45
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Infinus: Aufseher kannten Missstände

Mitarbeiter der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (Bafin) und der deutschen Bundesbank sollen bereits 2010 Unregelmäßigkeiten bei der Infinus-Holding Future Business (Fubus) bemerkt haben, berichtet das “Handelsblatt”.

Infinus: Aufseher stießen schon 2010 auf Ungereimtheiten

Laut einem Bericht im Handelsblatt, stießen Aufseher von Bundesbank und Bafin bereits vor vier Jahren auf Missstände beim der Dresdner Infinus-Gruppe.

Bafin und Bundesbank hätten die Infinus seit 2004 überwacht, heißt es in dem Bericht. 2010 seien dann Missstände bei der Fubus offensichtlich geworden. Offizielle Protokolle von Aufsichtsgesprächen, die dies belegen, liegen dem Handelsblatt demnach vor. Auf Nachfrage des Handelsblatts versicherten die staatlichen Prüfer, dass sie sämtlichen Aufsichtspflichten nachgekommen seien.

Man habe lediglich den Vertrieb kontrolliert. “Eine inhaltliche Prüfung der Produkte und Seriosität des jeweiligen Emittenten hat der Gesetzgeber nicht vorgesehen”, antworteten die beide Behörden. Die Frage, ob die Aufseher die Staatsanwaltschaft über die Missstände informiert hätten, blieb hingegen unbeantwortet.

Aufsichtsgespräch zum “Provisionskarussell”

Wie das Handelsblatt weiter berichtet, hatte die Bundesbank im November 2010 zu einem “routinemäßigen Aufsichtsgespräch” nach Leipzig geladen, an dem zwei Bundesbank-Aufseher, ein Bafin-Experten und der Infinus-Anwalt teilnahmen. Laut Bundesbank-Protokoll sei es im Gespräch um die “Problematik” gegangen, dass die Ertragslage der Infinus-Mutter Fubus “wie schon in den Vorjahren” von Provisionen beeinflusst sei, die “aus der Vermittlung von Versicherungspolicen an Gesellschaften der Unternehmensgruppe generiert wurden”, so das Handelsblatt.

Durch die Aufdeckung dieses “Provisionskarussells” hätten die Aufseher bereits drei Jahre vor Bekanntwerden der Ungereimtheiten jene Provisionsabsprachen entlarvt, mit denen die Infinus-Manager laut Staatsanwaltschaft die Bilanzen aufgehübscht haben sollen, heißt es im Artikel weiter.

Anfang dieser Woche hatte der Insolvenzverwalter der Fubus, Rechtsanwalt Bruno Kübler, im Rahmen einer Pressekonferenz zur Eröffnung des Fubus-Insolvenzverfahrens bekannt gegeben, dass vom Skandal um die Infinus-Gruppe rund 40.000 Anleger betroffen sind. Die Ermittler der Staatsanwaltschaft Dresden waren zunächst von rund 25.000 betroffenen Anlegern ausgegangen. (jb)

 Foto: Bafin

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2 Kommentare

  1. Ich war vor einigen Jahren zum Workshop nach Dresden eingeladen und habe danach entschieden, Produkte von Infinus zu platzieren.
    Auch wenn ich Infinus nicht geprüft habe, irgend etwas war faul an der Vetriebsstory. Ich muss ernstlich Gedanken machen, wozu eine Bafin da ist, wenn diese seit 2004 Infinus überwacht hat, aber der Gesetzgeber keine inhaltliche Prüfung der Produkte und die Seriösität des Emittentennicht vorschreibt. Nur dadurch und nur dadurch können Betrugsfälle aufgedeckt werden. Nicht nur die Kunststadt Dresden besuchen und Kaffee trinken, sondern prüfen, das sollte sich die Bafin auf die Fahnen heften.

    Kommentar von Bernd Günther — 7. April 2014 @ 17:54

  2. wozu brauchen wir Bafin und Bundesbank Aufsichten, wenn niemand etwas unternimmt? oder ist das dass System?

    Kommentar von Uwe Götze — 7. April 2014 @ 14:08

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