3. Juli 2014, 12:15
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

Initiative “gut beraten”: Ungewisse Zukunft

Die Initiative “gut beraten” ist nicht unumstritten. Insbesondere die Bepunktung von Produktschulungen und die Sorge um den wachsenden Einfluss der Versicherer auf die freien Vermittler stehen in der Kritik. Nun ist es an der Branche, Politik und Öffentlichkeit von der Ernsthaftigkeit der Initiative zu überzeugen.

Produktschulung

Mit der Initiative will die Branche einer bevorstehenden gesetzlichen Verpflichtung, wie sie mit der europäischen Vermittlerrichtlinie IMD 2 kommen könnte, vorgreifen. Ob dieses Ziel erreicht wird, vermag noch niemand zu beurteilen.

Berater haben in verschiedenen Medien die Sorge geäußert, dass Versicherer mithilfe der Initiative “gut beraten” versuchen würden, mehr Einfluss auf die freien Vermittler auszuüben. Die von Cash. befragten Partner der Initiative, darunter Schulungsanbieter, Vermittlerverbände und Maklerpools, halten diese Sorge für unberechtigt, da von Beginn an auch Vermittlerverbände an der Initiative beteiligt waren.

Versicherer am Ruder

“Die Initiative wird aufseiten der Versicherer von Personen begleitet, die, wie etwa Herr Dr. Beutelmann, authentisch für ihre Bemühungen um die Umsetzung von Bildungsthemen in der Versicherungswirtschaft stehen und nicht für vermeintliche Steuerungsfantasien”, erläutert Rechtsanwalt Martin Klein, Geschäftsführer des zu den Initiatoren zählenden Votum-Verbands.

“Einige Versicherer versuchen regelmäßig, unabhängige Vermittlung zurückzudrängen oder steuerbarer zu machen. Ein kritischer Blick ist niemals verkehrt”, räumt Oliver Pradetto ein, Geschäftsführer des Maklerpools Blau Direkt, der als Bildungsdienstleister und Trusted Partner akkreditiert ist.

Größere Beteiligung der Vermittlerschaft gewünscht

In diesem Fall tue man der Initiative jedoch Unrecht, da sie wesentlich von Versicherern ausgegangen sei, die an einem starken unabhängigen Maklermarkt interessiert sind, so Pradetto weiter. Trotz der Einbindung von Votum und VDVM hätten sich einige Branchenmitglieder eine noch größere Beteiligung der Vermittlerschaft gewünscht.

“Darüber, dass der Trägerausschuss die Aufnahme des AfW ablehnte, waren und sind wir noch immer sehr verwundert”, berichtet Norbert Porazik, Geschäftsführer des Münchener Maklerpools Fonds Finanz Maklerservice, der der Initiative als Bildungsdienstleister und Trusted Partner beigetreten ist.

Initiative verfolgt Bildungsgedanken

“Wir selbst hätten – wie gesagt – die Aufnahme eines Verbandes, der wirklich zu 100 Prozent den Einzelversicherungsmakler vertritt, sehr begrüßt, um ein Gleichgewicht zwischen Versicherern und Interessenvertretern der freien Vermittler sicherzustellen”, so Porazik weiter.

Mit dem BVK, dem VDVM und dem Votum-Verband gehören drei der großen Vermittlerverbände zu den Initiatoren. Die Angst vor einer Einflussnahme durch die Versicherer hält Dr. Katharina Höhn, geschäftsführendes Vorstandsmitglied des Berufsbildungswerks der Deutschen Versicherungswirtschaft (BWV) für unbegründet.

Die Initiative verfolge einen ureigenen Bildungsgedanken. “Dazu bekennen sich alle Initiatoren, zu denen auch Maklerverbände gehören. Für alle steht der Wert der Weiterbildung für Versicherungsvermittler einschließlich der Makler im Vordergrund”, so Höhn.

Seite zwei: Produktschulungen bepunktet

Weiter lesen: 1 2 3

1 Kommentar

  1. So gar nicht überraschend versucht wieder einmal jeder, seinen Vorteil in die Diskussion zu bringen; Hilft das der Sache ? Ich denke Nein; Alle Verlangen flexiblere Produkte, Produktschulungen sollen aber, so die Herren Honorarberater, nicht bepunktet werden, wie das ? Ohne tieferes Wissen über die Funktionsweise neuer Produktgenerationen fährt jede Beratung zukünftig an die Wand, allein guter Wille reicht hier nicht.

    Kommentar von Nils Fischer — 4. Juli 2014 @ 12:21

Ihre Meinung



 

Versicherungen

Plug & Play: Die führende Plattform für Makler, Mehrfachagenten und Banken

Mode, Essen, Musik, Filme, Reisen und sogar Medikamente – mittlerweile gibt es nahezu alles im Internet zu kaufen. Und auch das Geschäft mit Online-Dienstleistungen wie etwa die Taxi-Bestellung, der Leihwagen oder das Ausleihen hipper eScooter oder eRoller läuft mit Hilfe entsprechender Apps inzwischen reibungslos.

mehr ...

Immobilien

Gehälter können bei Mietsteigerungen nicht mithalten

Der Wohnungsmarkt hierzulande ist angespannt, vor allem in den Metropolen. Wie stark sich die Mieten im Vergleich zu den Gehältern entwickelt haben, zeigt die Antwort der Bundesregierung auf eine kleine Anfrage der Grünen.

mehr ...

Investmentfonds

EZB: Zinstief könnte zum Risiko für Finanzstabilität werden

Europas Währungshüter nehmen verstärkt mögliche negative Folgen ihres Nullzinskurses in den Blick. “Die Nebenwirkungen der Geldpolitik werden immer offensichtlicher, das müssen wir berücksichtigen”, sagte EZB-Vizepräsident Luis de Guindos bei der Vorstellung des aktuellen Finanzstabilitätsberichts der Europäischen Zentralbank (EZB) in Frankfurt. “Wir müssen uns mehr auf die Nebenwirkungen konzentrieren.”

mehr ...

Berater

Commerzbank führt Minuszinsen für manchen Firmenkunden ein

Die Commerzbank bittet wegen der Negativzinsen der Europäischen Zentralbank (EZB) Firmenkunden verstärkt zur Kasse. Einigen Unternehmen berechnet die Bank mittlerweile bereits ab dem ersten Euro Negativzinsen. Betroffen ist dem Vernehmen nach eine überschaubare Zahl der 70.000 Firmenkunden des Frankfurter Instituts.

mehr ...

Sachwertanlagen

US-Immobilienfonds Jamestown 31 legt rasant los

Der US-Fondsanbieter Jamestown hat für seinem Fonds 31 innerhalb weniger Wochen ein beachtliches Volumen platziert und die ersten Immobilieninvestitionen getätigt. Es handelt sich dabei um drei Büro- und Einzelhandelsobjekte in San Francisco, Atlanta und Boston, in die insgesamt eine Viertel-Milliarde US-Dollar Eigenkapital fließt.

mehr ...

Recht

Thomas Cook: Auch österreichische Verbraucherschützer verklagen Bundesrepublik

Nach der Insolvenz des Reiseveranstalters Thomas Cook sowie diverser Tochterunternehmen klagt nun auch der österreichische Verbraucherschutzverein (VSV) gegen den deutschen Staat auf Staatshaftung. Vertreten wird der Verein durch die Anwaltskanzlei Kälberer & Tittel aus Berlin.

mehr ...