19. Februar 2014, 11:15
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Studie: Provisionssytem nicht anlegergerecht

Ein Großteil der Teilnehmer einer aktuellen Umfrage des CFA Institute sehen in der Vergütung durch Provisionen einen Interessenkonflikt für eine anlegergerechte Beratung. Die Provisionssysteme müssten daher international angeglichen werden, heißt es in der Studie.

Provisionen: Vereinheitlichung der Vergütungssyteme

Laut der Studie gilt mangelhafte Anlageberatung durch provisionsorientierten Finanzvertrieb als größtes ethisches Problem der Finanzbranche.

Mit der aktuellen Studie “Restricting Sales Inducements” hat das CFA Institute, ein globaler Non-Profit-Berufsverband für Investment Manager, Finanzanalysten und professionelle Anleger, die regulatorischen Schritte nationaler Aufsichtsbehörden zum Thema Provisionsberatung untersucht.

70 Prozent der befragten Finanzprofis sehen demnach die größte Herausforderung in Anreizsystemen, die den Verkauf bestimmter Produkte mit Rückvergütungen und Volumenverträge in den Mittelpunkt rücken, nicht aber den Bedarf des Kunden. Die Provisionssysteme müssten daher  international angeglichen werden, ohne Provisionsberatung zu verbieten, heißt es in der Studie.

Provisionsverbot benachteiligt Kleinanleger

Ein Provisionsverbot käme demnach jedoch insbesondere dem Retail-Anleger nicht zugute. 81Prozent der Befragten denken, dass mangelhafte Finanzberatung durch ein Verbot der Provisionen nicht ausgeschlossen werden kann.

“Viele Befragte verbinden mit einem Verbot der Provisionsberatung zudem die Gefahr, dass sich Finanzinstitute künftig ausschließlich auf Honorarberatung für Großkunden konzentrieren. Der Kleinanleger und Sparer könnte in diesem Szenario zu kurz kommen”, erläutert Susan Spinner, Geschäftsführerin der CFA Society Germany.

Statt eines Verbots von Provisionen favorisieren die Befragten demnach vor allem drei Lösungsvorschläge: 1.) Einführung einheitlicher Standards für die Kostenoffenlegung; 2.) Abschaffung spezifischer Volumenverträge und gestaffelter Provisionssätze; 3.) Einheitliche Provisionen als Teil der Managementgebühr in klar nachvollziehbaren Produktkategorien.

Provisionsberatung gilt als “größtes ethisches Problem”

“Bereits die Ergebnisse der “Global Market Sentiment”-Studie des CFA Institute, für die im Oktober 2013 über 6.500 Mitglieder befragt wurden, deuteten darauf hin, dass mangelhafte Anlageberatung durch provisionsorientierten Finanzvertrieb als größtes ethisches Problem der Finanzbranche identifiziert wird”, so Susan Spinner.

Die neue Studie zeige nun auf, dass – gerade in Europa, wo viele grenzüberschreitende Finanztransaktionen stattfinden – eine bessere Vergleichbarkeit und Angleichung von Provisionssytemen erforderlich sei, so Spinner weiter.

Für die Studie “Restricting Sales Inducements: Perspectives on the Availability and Quality of Financial Advice for Individual Investors” wurden 514 Mitglieder des CFA Institute im Mai 2013 befragt. Die Teilnehmer arbeiten mehrheitlich als Portfolio Manager, Finanzanalysten, Risikomanager oder Berater. (jb)

Foto: Shutterstock

2 Kommentare

  1. Dieses ewige Gestänkere geht mir nur noch auf die Nerven. Ich biete inzwischen gar keine Anlageberatung mehr an, denn das Risiko ist mir viel zu hoch und der Verdienst zu gering. Geiz ist geil!!

    Kommentar von stefan — 21. Februar 2014 @ 10:36

  2. Und wie immer wurden auch hier nicht die Vermittler gefragt.
    Immer redet man nur über fie Kunden. Schon heute arbeitet
    Die Masse der Vermittler nicht mehr kostendeckend, da die Provisionen nicht zu hoch, sondern zu niedrig sind und mit viel zu vielen Risiken für die Vermittler behaftet sind. Auch Vermittler sind Verbraucher die geschützt werden müssen. Offenlegung von Provisionen bringt nichts, da wir hier über Umsätze und nicht über Gewinn nach Steuern und Versicherungen sprechen. In Zeiten wo Vermittler fur eine etwa zweistündige Beratung einer Kfz-Versicherung 15€ Jahresumsatz erhalten und alle weiteren Leistungen hierzu kostenlos erbringen müssen, halte ich diese dumme Diskussion für irreführend und nicht zielführend.

    Kommentar von Heinz-Bert Müssig — 21. Februar 2014 @ 10:06

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