Anzeige
20. November 2014, 11:13
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

Honorarberater fordern Provisionsverbot

Wirklicher Schutz  der Verbraucher vor risikoreichen Produkten des “Grauen Kapitalmarktes” sei nur möglich, wenn Berater ausreichend qualifiziert, Verbraucher in Finanzfragen gut gebildet und Provisionen verboten werden, so der Berufsverband deutscher Honorarberater (BVDH). Die Pläne des Gesetzgebers seien indes nicht zielführend.

Provisionsverbot

Der BVDH fordert ein Provisionsverbot, höhere Beraterqualifikation und bessere Finanzbildung für Verbraucher.

Die vom Gesetzgeber vorgeschlagenen Maßnahmen für einen verbesserten Anlegerschutz verfehlen nach Auffassung des BVDH ihr Ziel. Laut einer Regierungsmitteilung vom 12. November will der Gesetzgeber die Anleger besser vor risikoreichen Produkten des “Grauen Kapitalmarktes” schützen, indem vor allem die bereits existierende Beratungsdokumentation verbessert werden soll. Doch schon heute würden Anleger trotz der Pflicht zur Beratungsdokumentation falsch oder unzureichend über Risiken und Kosten von Anlagen aufgeklärt, so der BVDH.

Provisionsverbot, Beraterqualifikation und Finanzbildung

“Das dem Verkauf risikoreicher Produkte zugrundeliegende Problem wird mit einer besseren Dokumentation nicht gelöst”, kritisiert Karl Matthäus Schmidt, Vorstandsvorsitzender des BVDH. “Risikoreiche Finanzprodukte werden verkauft, weil sie hohe Provisionen einbringen, die Banken von Produktanbietern für den Verkauf dieser Produkte erhalten”, so Schmidt weiter.

Ein weiterer Faktor, der den provisionsgetriebenen Verkauf begünstigt, sei die unzureichende finanzpolitischen Bildung der Verbraucher, die nicht kritisch vorgeschlagene Produkte nicht kritisch hinterfragen.

“In der Konsequenz ermöglichen nur die folgenden Maßnahmen einen besseren Anlegerschutz: eine fundierte Qualifikation der Berater, eine umfassende Bildung der Bürger in Finanzfragen sowie ein alle Produkte betreffendes Provisionsverbot”,  fordert BVDH-Vorstandsvorsitzender Schmidt.

Fehlanreize durch Provisionen

Provisionen führen laut Schmidt dazu, dass Anlegern Risiken und Kosten von Finanzprodukten verschwiegen werden. “Ein Provisionsverbot käme nicht nur dem einzelnen Verbraucher, sondern der gesamten Volkswirtschaft zugute. Verbraucherschützer beziffern den volkswirtschaftlichen Schaden, der durch provisionsgetriebene Fehlberatungen verursacht wird, auf 30 bis 90 Milliarden Euro pro Jahr”, erläutert Schmidt.

Auch die Anforderungen an die Beraterqualifikation hält Schmidt für unzureichend. Für ein volkswirtschaftlich so wichtiges Thema wie beispielsweise die private Altersvorsorge genüge keine vergleichsweise einfache IHK-Prüfung.

Mittelfristig müsse die Finanzberatung auf Augenhöhe mit der Rechts- und Steuerberatung erfolgen. “Parallel müssen Anleger in finanziellen Fragen von Kindesbeinen an besser gebildet werden. Nur dann haben sie die Möglichkeit, verschiedene Produkte umfassend zu vergleichen”, fordert Schmidt. (jb)

Foto: Shutterstock

Anzeige
Newsletter bestellen Top aktuell & kompakt! Werktags um 6.30 Uhr alle Versicherungs-News für Profis von Profis.

2 Kommentare

  1. Das würde ich auch fordern, wenn ich Honorarberater wäre. Sachliche Argumente, die dafür sprächen, gibt es hingegen keine.

    Kommentar von stefan — 21. November 2014 @ 12:01

  2. Dann lieber die Honorarberater verbieten

    Kommentar von Jan Lanc — 21. November 2014 @ 11:23

Ihre Meinung



Cash.Aktuell

Cash. 11/2017

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Biotech-Fonds – Kfz-Policen – Versicherungen für Wohneigentum – Family Offices

Ab dem 19. Oktober im Handel.

Cash.Special 2/2017

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Herausforderungen 2018 – bAV-Reform – Elementarschadenversicherung – Digitale Geschäftsmodelle

Ab dem 24. Oktober im Handel.

Versicherungen

xbAV Beratungssoftware mit neuem Geschäftsführer

Boris Haggenmüller verantwortet als Geschäftsführer seit September 2017 das operative Geschäft der xbAV Beratungssoftware GmbH. Zuvor war er der verantwortliche Prokurist des Tochterunternehmens der xbAV AG.

mehr ...

Immobilien

Baufinanzierung: Die Service-Champions

Welche Banken bieten deutschen Kunden den besten Kundenservice bei der Baufinanzierung? Die Kölner Beratungsgesellschaft Servicevalue hat Kunden der Banken hierzu befragt. Eine Bank konnte besonders überzeugen und sicherte sich einen “Gold-Rang”.

mehr ...

Investmentfonds

Finanzbranche befürchtet Blasenbildung an Märkten

Die Politik der Europäischen Zentralbank hat bereits zur Blasenbildung an den Finanzmärkten geführt, oder wird dies noch tun. Dessen ist sich die Finanzbranche sicher. Die Mehrheit wünscht sich den Ausstieg aus der expansiven Geldpolitik, hält dies jedoch gleichzeitig für unwahrscheinlich.

mehr ...

Berater

Insurtechs: Die fairsten digitalen Versicherungsmakler aus Kundensicht

Welche digitalen Versicherungsmakler werden von ihren Kunden als besonders fair wahrgenommen? Das Kölner Analysehaus Servicevalue hat gemeinsam mit Focus-Money die Kunden von 24 Anbietern befragt. Neun von ihnen erhielten die Note “sehr gut”.

mehr ...

Sachwertanlagen

IPP-Fonds der Deutschen Finance schütten aus

Der Asset Manager Deutsche Finance aus München kündigt für seine beiden Fonds IPP Institutional Property Partners Fund I und Fund II Auszahlungen für das Geschäftsjahr 2016 an die Privatanleger an.

mehr ...

Recht

IDD: Umsetzung könnte in Teilen verschoben werden

Wie der AfW – Bundesverband Finanzdienstleistung e.V. mitteilt, könnte sich der Umsetzungstermin von Teilen der europäischen Richtlinie Insurance Distribution Directive (IDD) verschieben. Die delegierten Rechtsakte sollen nach dem Willen des europäischen Parlaments demnach erst im Oktober 2018 in Kraft treten.

mehr ...