Anzeige
12. März 2015, 08:30
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

Beratungsprotokolle fallen bei Kunden durch

Die Mehrheit der Deutschen Bankkunden glaubt nicht, dass Beratungsprotokolle und Informationsblätter vor Fehlern in der Anlageberatung schützen, so eine aktuelle Studie. Ein großer Teil der Befragten ist zudem der Ansicht, dass die Unterlagen eher verwirren als aufklären.

Banken: Kunden zweifeln an Beratungsprotokollen

Ein Großteil der deutschen Bankkunden sehen keine Vorteile in der Nutzung der gesetzlich vorgeschriebenen Informationsblätter und Beratungsprotokolle.

Die Hamburger Unternehmensberatung Kampmann, Berg & Partner hat für die aktuelle “Bankkundenstudie 2015” mehr als 1.000 Bundesbürger zwischen 18 und 69 Jahren wurden befragt. 71 Prozent der Befragten können keine Vorteile darin erkennen, sich durch die gesetzlich vorgeschriebenen Informationsblätter und Beratungsprotokolle vor Fehlinvestitionen zu schützen.

Über 40 Prozent meinen demnach sogar, dass die Bankunterlagen insgesamt mehr zur Verwirrung beitragen denn zur Aufklärung.

Protokolle “grundsätzlich sinnvoll”

Die Mehrheit der Befragten (80 Prozent) hält das Informationsmaterial der Studie zufolge jedoch grundsätzlich für sinnvoll. Fast zwei Drittel der Bankkunden ist zudem der Ansicht, dass durch die stärkere Kontrolle ihr Vertrauen in die Kreditinstitute zunimmt. Die Studienautoren kritisieren, dass viele Banken angesichts verschärfter Berichts- und Dokumentationspflichten ihre Wertpapierberatung eingeschränkt haben.

“Insbesondere Kleinanlegern würden häufig nur “standardisierte, renditeschwache Anlageformen wie Tagesgeld” empfohlen. “Neben vielen Kunden schrecken auch zahlreiche Banken vor dem bürokratischen Aufwand bei der Anlageberatung zurück”, sagt Dr. Thomas Nitschke, Experte für Kunden- und Vertriebsmanagement bei der Unternehmensberatung Kampmann, Berg & Partner.

Die aktuellen Entwicklungen verstärken laut Nitschke die grundlegende Anlageskepsis deutscher Sparer. “Im Ergebnis haben die Kunden nicht die besser geeigneten Wertpapiere im Depot, sondern gar keine. Im aktuell niedrigen Zinsumfeld hat so ein Großteil der Verbraucher nach Inflation sogar spürbar Geld verloren”, erläutert er. (jb)

Foto: Shutterstock

Newsletter bestellen Top aktuell & kompakt! Werktags um 6.30 Uhr alle Versicherungs-News für Profis von Profis.

3 Kommentare

  1. Die Beratungsprotokolle dienen nur den Vermittlern, die füllen die ja auch aus

    Kommentar von Jan Lanc — 18. März 2015 @ 16:08

  2. Ich habe sogar den Eindruck, daß die Beratungsprotokolle mehr der Bank zum Schutz vor Regreßansprüchen dienen als dem Kunden zum Vorteil.

    Kommentar von Hansjörg Lipowsky — 17. März 2015 @ 15:29

  3. Es ist wirklich ein Strategiefehler, wenn potenzielle Kunden immer noch mit einer produktbezogenen Bedarfsanalyse „geweckt“ werden. Je Umfangreicher das Protokoll, desto schlimmer. Kein Wunder, dass über ¾ der Menschen daran kein Interesse haben.

    Wird jedoch im Vorfeld irgendwelcher „Durchführungshilfen“ eine neutrale Bestandsanalyse, z.B. mit einem VERMÖGENSPASS und die Beratungsvorgehensweise nach dem Regelwerk der DIN ISO 22222 aufgezeigt, verstehen alle Menschen diesen Beratungsmehrwert, sogar auf Basis eines Honorars, wie in Erfahrungsberichten mitgeteilt wird; s. mwsbraun.de

    Kommentar von Frank L. Braun — 13. März 2015 @ 11:31

Ihre Meinung



Cash.Aktuell

Cash. 02/2018

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Trendprodukt Fondspolicen – Aktien Europa – Zweitmarkt 2018 – Andrang auf Zinshäuser 

Ab dem 25. Januar im Handel.

Cash.Special 2/2017

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Herausforderungen 2018 – bAV-Reform – Elementarschadenversicherung – Digitale Geschäftsmodelle

Ab dem 24. Oktober im Handel.

Versicherungen

Winterferien: Die wichtigsten Versicherungen für den Urlaub

In zwölf deutschen Bundesländern können sich Schüler im Februar auf die Winterferien freuen. Für viele Deutsche geht es dann auf die Skipisten der Nation und der Nachbarländer. Welche Versicherungen dabei besonders wichtig sind, erklärt der Bund der Versicherten (BdV).

mehr ...

Immobilien

Commerz Real: Wachstum in allen Geschäftsfeldern

Die Commerz Real hat ihr Ankaufsvolumen in 2017 um ein Drittel gesteigert. Ein Großteil davon entfiel auf den offenen Immobilienfonds Hausinvest, dessen Volumen auf mehr als 13 Milliarden Euro zugelegt hat.

mehr ...

Investmentfonds

Davos: Finanzmanager erwarten nächste Krise

Die nächste Krise ist nur eine Frage der Zeit. Davon sind Top-Finanzmanager überzeugt, die auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos miteinander diskutiert haben. Auch wenn die Banken das nächste Mal nicht der Auslöser sein würden, gebe es mehrere Risiken.

mehr ...

Berater

“Umfangreiche Weiterqualifizierung ist zwingend notwendig”

IDD und Mifid II werden die Rahmenbedingungen für Vermittler deutlich verschärfen, meint Unternehmensberater Hans Peter Wolter. Mit Cash. hat er über die zu erwartenden Folgen der Regulierungsschritte und die Wahrscheinlichkeit eines LV-Provisionsdeckels gesprochen.

mehr ...

Sachwertanlagen

RWB steigert erneut die Rückflüsse

Die RWB PrivateCapital Emissionshaus AG, eine Tochter der RWB Group, hat zum dritten Mal in Folge ein neues Rekordergebnis für ihre Privatkundenfonds erzielt.

mehr ...

Recht

Vertriebsrecht: Was sich 2018 für Verkäufer ändert

Für Vertriebsmitarbeiter bedeutet der Jahresneuanfang durch angehäufte Arbeit und neue Aufgaben oft Stress. Sich dann noch über die aktuelle Rechtslage zu informieren kann da schnell schwierig werden. Hier die wichtigsten Gesetzesänderungen im Überblick.

Gastbeitrag von Oliver Kerner, OK-Training

mehr ...