Anzeige
19. November 2015, 10:01
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

Vererben ohne Testament – keine gute Idee

Viele denken, sie benötigen kein Testament, die gesetzliche Erbfolge werde schon passen. In den meisten Fällen ist dies ein Irrtum – mit tragischen Folgen für die Angehörigen. Dies zeigen die folgenden Beispiele.

Gastbeitrag von Dr. Anton Steiner, Deutsches Forum für Erbrecht e.V.

Gesetzliche Erbfolge

“Von alleinstehenden Menschen hört man oft: Ich hab‘ ja gar keine Erben. Dies ist falsch.”

Kinderlose Ehegatten

Kinderlose Ehegatten denken oft, sie benötigen kein Testament, weil der Überlebende von ihnen “ja ohnehin alles erbt”. Dies ist in den seltensten Fällen richtig.

Beispiel:

Der Mann verstirbt und hinterlässt seine Frau und einen Bruder. Sein Nachlass besteht im Wesentlichen aus dem Einfamilienhaus, in dem er mit seiner Frau wohnte und in dem die Frau natürlich weiterhin wohnen möchte. Ein Ehevertrag besteht nicht. Nach der gesetzlichen Erbfolge erbt die Frau zu drei Vierteln, der Bruder, also ihr Schwager, zu einem Viertel. Als Miterbe kann ihr Schwager verlangen, ausgezahlt zu werden, einigt man sich darüber nicht oder kann die Witwe dies nicht stemmen, so kann er die Teilungsversteigerung des Anwesens beantragen. Sie verliert ihr Heim. Durch ein einfaches Testament (“Wir setzen uns gegenseitig zu Alleinerben ein.”) hätte dies ohne weiteres verhindert werden können, der Bruder hätte auch keinen Anspruch auf einen Pflichtteil gehabt.

Ehegatten mit Kindern

Im Regelfall, wenn die Ehegatten im gesetzlichen Güterstand der Zugewinngemeinschaft lebten, erbt von Gesetzes wegen der überlebende Ehegatte ein Halb, die andere Hälfte erben die Kinder. Was aber, wenn man sich nicht mehr versteht oder wenn ein Schwiegerkind Druck macht.

Auch dann steht der überlebende Ehegatte vor dem Problem, die Kinder auszahlen zu müssen. Kann er dies nicht, so kommt es wiederum zur Versilberung, notfalls sogar Versteigerung des Nachlasses.

Auch dies können die Ehegatten durch ein wechselseitiges Testament ausschließen. Zwar bleibt den Kindern der Pflichtteil, aber dieser beträgt nur die Hälfte des gesetzlichen Erbteils, lässt sich in der Regel also viel leichter vom überlebenden Ehegatten stemmen.

Seite zwei: Geschiedene Ehegatten

Weiter lesen: 1 2 3

Ihre Meinung



Cash.Aktuell

Cash. 01/2019

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Fonds Finanz – Robotik – Moderne Klassik – Finanzanalyse

Ab dem 18. Dezember im Handel.

Cash. 12/2018

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Goldfonds – Rock’n’Roll – Fondspolicen – Nachrangdarlehen

Versicherungen

“Silver Surfer” erobern das WorldWideWeb

Die Digitalisierung ist in der Mitte der Gesellschaft angekommen. Das ist eines der Ergebnisse der Studie “D21-Digital-Index 2018 / 2019”, die die Initiative D21 heute gemeinsam mit Wirtschaftsminister Peter Altmaier im Bundesministerium für Wirtschaft und Energie präsentiert.

mehr ...

Immobilien

Dr. Klein: Boom im Osten, Rekorde im Norden

Ob nun Hamburg, Hannover, Berlin oder Dresden – im Norden und Osten der Bundesrepublik steigen die Immobilienpreise in allen Metropolregionen an. Trotzdem gibt es deutliche Preisunterschiede.

mehr ...

Investmentfonds

Kryptowährungen: Schwankende Coins an Gold binden

Seit jeher suchen Menschen Stabilität. Bei Währungen, der Basis unseres Wirtschafts- und sozialen Lebens ist dies nicht anders. Das hart verdiente und ersparte Geld soll nicht durch Inflation oder andere Unwägbarkeiten entwertet werden.

Gastbeitrag von Harald Seiz, Karatbars International GmbH

mehr ...

Berater

Kartellwächter: Mastercard muss Millionenstrafe zahlen

Der Kreditkartenanbieter Mastercard muss wegen Verstößen gegen EU-Kartellvorschriften 570 Millionen Euro bezahlen. Das teilte die EU-Kommission am Dienstag in Brüssel mit. Auf den US-Konzern könnten zudem Schadenersatzklagen zukommen.

mehr ...

Sachwertanlagen

Ernst Russ AG verliert beide Vorstände auf einen Schlag

Sowohl der Vorstandssprecher Jens Mahnke als auch Vorstandsmitglied Ingo Kuhlmann werden im Juni beziehungsweise Ende März aus der Ernst Russ AG (ehemals HCI Capital) ausscheiden. Ein bisheriges Aufsichtratsmitglied springt ein.

mehr ...

Recht

Pflegeunterhalt: Wenn Kinder für ihre Eltern haften

Die Deutschen werden immer älter. Damit wächst auch die Zahl der pflegebedürftigen Menschen in Alten- und Pflegeheimen. Die Kosten hierfür sind hoch. Vielfach benötigen Eltern in diesem Fall die finanzielle Hilfe ihrer Kinder. Für diesen Fall gibt es genaue Regeln, wie eine Übersicht des Arag-Rechtsschutzes zeigt.

 

mehr ...