22. März 2016, 08:15
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Banker sind out, Verbraucher wollen Unabhängigkeit

Ihr Ausgangsszenario bestand in einer insgesamt guten finanziellen Situation ohne Wohneigentumserwerb, Unkenntnis des Aktienmarktes sowie dem Wunsch, über ihr Kapital bei Bedarf vorzeitig zu verfügen.

Als “gut” schnitten aufgrund ihrer Anlageempfehlungen schließlich nur drei Institute ab, das Gros der getesteten Banken konnte nur die Testnote “befriedigend” erreichen. Die Beratung der beiden Schlusslichter – Hypovereinsbank und Hannoversche Volksbank – war so schlecht, dass die Tester schließlich ein “mangelhaft” vergaben.

Gegen die gesetzlich vorgeschriebene Protokollpflicht der Beratung verstießen 15 Bankberater – bei einem identischen Test vor fünf Jahren hatten immerhin 65 Banker diesen Gesetzesverstoß begangen.

Angestellte Banker – oft von ihrem Job frustriert

Dass sich immer mehr Verbraucher eine unabhängige Finanzberatung wünschen, ist ein offenes Geheimnis – jedoch sind auch viele angestellte Banker zunehmend von ihrem Job frustriert. Das durchaus vorhandene Berufsethos der Banker, ihr Wunsch nach einem echten Vertrauensverhältnis zu ihren Kunden und vor allem danach, ihre Expertise in individuelle, strategisch fokussierte Beratungen einzubringen kollidiert nur allzu oft mit den Zielvorgaben aus der Chefetage.

Der Wunsch nach Transparenz und Fairness treibt also nicht nur die Kunden, sondern in vielen Fällen auch die Banker um.

Große Organisation oder unabhängige Bankberatung?

Im Rahmen der großen Organisationen lassen sich die Wünsche beider Seiten oft allerdings kaum oder gar nicht realisieren. Solange das Verkaufsinteresse der einzelnen Bank ausschlaggebend und für den Bankberater bindend ist, können Kunden nur selten mit der Berücksichtigung ihrer Bedürfnisse, umfassenden Marktinformationen und objektiver Beratung rechnen. Auch die Banker selbst können ihr Dilemma meist nur durch den Ausstieg aus dem Job und den Aufbau einer eigenen Beratungsfirma lösen.

Die gute Nachricht: Ein Markt für unabhängige Finanzdienstleistungen ist definitiv vorhanden. Er präsentiert sich bereits jetzt als äußerst ausbaufähig und dürfte in den kommenden Jahren ein deutliches Wachstum vor sich haben. Letztlich bietet nur eine unabhängige Finanzberatung Klienten und Beratern die Chance für eine faire, transparente und produktive Partnerschaft.

Im Internet gibt es bereits sehr informative Seiten, die Bankern den persönlichen Weg zu einer selbstständigen Tätigkeit als freier Finanzberater ebnen. Nur den Mut und die innere Einstellung Bewährtes aufzugeben muss der Noch-Banker selbst aufbringen.

Autor Frerk Frommholz betreibt gemeinsam mit seinem Vater Frank die Finanzberatung Frommholz OHG, die in Hamburg und Jevenstedt ansässig ist.

Foto: Finanzberatung Frommholz OHG

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