11. Oktober 2016, 10:30
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

“Der klassische Unternehmensverkauf ist häufig die beste Lösung”

Andreas W. Grimm, Geschäftsführer des Münchener Resultate Instituts, hat mit Cash. über verschiedene Nachfolgelösungen und die Bedeutung professioneller Unterstützung bei der Nachfolgeplanung gesprochen.

Der klassische Unternehmensverkauf ist häufig die beste Lösung

Andreas W. Grimm: “Der klassische Verkauf des Maklerunternehmens ist in vielen Fällen die attraktivste – nicht nur finanziell.”

Cash.: Es existieren sehr unterschiedliche Nachfolgelösungen. Wie können Makler die geeignete finden?

Grimm: Allein die Angebote professioneller Bestandsaufkäufer sind schon unzählige. Da gibt es Bestandsrenten, Garantierenten, Maklerrenten, Generationenverträge und viele andere kreative Wortschöpfungen. In vielen Fällen widerspricht die Realität doch deutlich den Marketingunterlagen der Anbieter – oftmals fehlen für den Verkäufer wichtige Aspekte in den Unterlagen oder es werden Milchmädchenrechnungen präsentiert, die die angebliche Attraktivität des Modells beweisen sollen.

Da sollte der Verkäufer sehr genau prüfen, was sich hinter den Aussage wirklich verbirgt. Der klassische Verkauf des Maklerunternehmens ist in vielen Fällen die attraktivste – nicht nur finanziell. Aber auch da gibt es unzählige Alternativen – je nach Motivlage des Verkäufers: Der eine möchte sein Lebenswerk bewahren und bis ins hohe Alter selbst kontrollieren oder mitwirken. Der andere will schon Mitte Fünfzig den Wert seines Unternehmens optimieren und meistbietend verkaufen.

Manche Makler wollen die Option bewahren, dass ihre Kinder oder Enkel irgendwann ins Unternehmen eintreten können. Im Grundsatz jedoch gibt es folgende Übergabeformen: Verkauf des Bestands oder Verkauf von Teilbeständen als sogenannter Asset Deal, Verkauf des Unternehmens als Share Deal, Verpachtung, Rückzug in eine passive Gesellschafterrolle. Auch das Auslaufenlassen des Unternehmens sollte als mögliche Option ernsthaft geprüft werden.

Alle diese Optionen haben Vor- oder Nachteile und lassen sich mit verschiedenen Formen der Finanzierung kombinieren: Einmalzahlung, ratierliche Zahlung, variable Kaufpreisgestaltung, echte Verrentung, Umsatzbeteiligung an der Bestandscourtage, Verkäuferfinanzierung. Hinzu kommen staatliche Fördermöglichkeiten, die geprüft werden sollten.

Warum sollten Makler auf professionelle Unterstützung setzen?

Wir können auf jeden Fall behaupten, dass professionell betreute Makler in der Regel deutlich höhere Preis erzielen, als Makler, die ihr selbst verkaufen – besonders dann, wenn man die Erlöse nach Steuern betrachtet.

Arbeitet ein Makler mit geprüften Sachverständigen für die Bewertung von Maklerunternehmen oder Maklerbeständen zusammen und lässt sein Unternehmen vor dem Verkauf durch solche Profis bewerten, kann er sicher sein, dass die Unternehmensbewertung nach kaufmännisch anerkannten Standards erfolgt. Das ist deshalb so wichtig, weil eine zu niedrige Bestandsbewertung nur zwei Parteien hilft: dem potenziellen Käufer und dem Vermittler, der dadurch einen deutlich einfachen Job hat, als wenn er einen möglichst hohen Preis durchsetzen muss.

Hinzu kommt, dass die meisten Makler in Ihrem Leben nur ein einziges Mal ihr Unternehmen verkaufen werden – und zwar am Ende ihrer beruflichen Laufbahn. Geht etwas schief, werden sie in der Regel keine zweite Chance bekommen. Ein Profi hat einen funktionierenden Plan, umfangreiche Checklisten und kann auch für unerwartete Situationen immer sehr schnell auch geeignete Lösungen aufzeigen.

Interview: Julia Böhne

Foto: Gerhard Blank

Lesen Sie das vollständige Interview im aktuellen Cash.-Magazin 11/2016.

Ihre Meinung



 

Versicherungen

Finaler Schlag: Allianz setzt sich endgültig gegen die Verbraucherzentrale Hamburg durch

Der Versicherer Allianz hat einen jahrelangen Rechtsstreit gegen die Verbraucherzentrale (VZ) Hamburg endgültig gewonnen. Es ging um die Frage, ob die Onlinewerbung für die Rentenversicherung „Indexselect“ irreführend ist. Die gerichtliche Auseinandersetzung sei beendet, bestätigten Vertreter beider Seiten auf Anfrage von boerse-online.de, dem Online-Portal des Münchener Finanzen Verlages.

mehr ...

Immobilien

Berlin – Büroentwicklungen jenseits der Komfortzone

Am 18. März wurden auf dem Start-up-Portal gründerszene.de gleich zwei Nachrichten veröffentlicht, die aufhorchen lassen. Was dies mit der Wohnsituation zu tun hat. Ein Kommentar von Joshua Abadayev, Geschäftsführer Atrium Development Group.

mehr ...

Investmentfonds

China: Wirtschaft wächst langsamer, Aktienauswahl ist Trumpf

Das Wirtschaftswachstum in China ist im zweiten Quartal 2019 auf 6,2 Prozent gefallen, den niedrigsten Wert seit beinahe dreißig Jahren. Die Regierung versucht, mit zahlreichen stimulierenden Maßnahmen einer weiteren Abschwächung zuvorzukommen – insbesondere angesichts des Handelskonflikts mit den USA. Aber auch in diesem schwierigen Umfeld bieten sich am chinesischen Aktienmarkt einige interessante Anlagechancen.

mehr ...

Berater

Potenzial für Car-Sharing noch nicht ausgeschöpft

Aktuell nutzt fast ein Viertel der Großstädter aktiv Sharing-Angebote für die individuelle Mobilität: 24,6 Prozent von Ihnen gaben in einer aktuellen Befragung von BDO an, in der vergangenen Woche auf entsprechende Autos (13,1 %), Fahrräder (9,9 %) und E-Roller (9,9 %) zurückgegriffen zu haben.

mehr ...

Sachwertanlagen

Bundesregierung plant Verbot von Blind-Pool-Vermögensanlagen

Das Finanz- und das Justiz-/Verbraucherschutzministerium haben ein „Maßnahmenpaket“ vorgestellt, mit dem Emissionen nach dem Vermögensanlagengesetz weiter eingeschränkt und zum großen Teil verboten werden sollen.

mehr ...

Recht

Fliegende Dachziegel – Gebäudeeigentümer musste für Sturmschäden haften

Eigentümer einer Immobilie müssen ihr Objekt so absichern, dass es auch erhebliche Sturmstärken aushalten kann, ohne gleich die Allgemeinheit zu gefährden. Wenn sich bei einem Sturm bis zur Stärke 13 Dachziegel lösen und auf die Straße fallen, dann spricht zumindest der Anscheinsbeweis für einen mangelhaften Unterhalt des Gebäudes.

mehr ...