28. November 2017, 17:18
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Deutsche Bank: Großaktionär HNA erwägt weltweite Anteilsverkäufe

Der bislang als kauffreudig bekannte Deutsche-Bank-Großaktionär HNA könnte sich nun wieder von Beteiligungen trennen. Damit würde sich der chinesische Mischkonzern dem Willen der Regierung in Peking beugen.

Deutsche-Bank-Zentrale-Frankfurt-1 in Deutsche Bank: Großaktionär HNA erwägt weltweite Anteilsverkäufe

Erst Anfang des Jahres stieg der chinesische Konzern HNA bei der Deutschen Bank und wurde durch Aufstockungen in März und Mai zum größten Anteilseigner.

Mögliche Verkäufe würden Immobilien, aber auch Unternehmensbeteiligungen umfassen, sagte HNA-Chef Adam Tan vor Journalisten in Peking. So stehe die Veräußerung von Gebäuden in New York, Sydney und Hong Kong bereits fest.

Zudem wolle sich das Unternehmen bei seinen Übersee-Käufen demnächst etwas zurückhalten, um die schärferen Investmentvorschriften der chinesischen Regierung einzuhalten. “Wir werden nicht in Branchen investieren, die die Regierung nicht unterstützt.”

HNA war bislang nicht gerade durch Zurückhaltung aufgefallen: Die Chinesen hatten weltweit Beteiligungen oder ganze Unternehmen aufgekauft. So stiegen sie groß bei der Hotelkette Hilton ein, wurden Hauptaktionär der Deutschen Bank und kauften den Flughafen Hahn im Hunsrück.

Verkäufe sollen HNA-Bilanz zugute kommen

Angesichts der zahlreichen Deals wurde die Frage laut, wie sich der vor allem in der Touristik und der Luftfahrt engagierte Konzern eigentlich finanziert und wer die Fäden in der Hand hält.

Im August hatte die Führung in Peking entschieden, heimische Unternehmen bei Investitionen im Ausland stärker an die Kandare zu nehmen. Aufkäufe in den Bereichen Hotellerie, Immobilien und Unterhaltung sowie von Sportclubs würden Beschränkungen auferlegt, hieß es damals. Damit soll das Kapital im Land gehalten werden.

Etwaige Verkäufe kämen letztlich der von den vielen Übernahmen strapazierten Bilanz von HNA zugute. “Jeder weiß, dass sie stark verschuldet sind und verkaufen wollen”, sagte Finanzanalyst Nigel Stevenson von GMT Research aus Hongkong. “Deshalb dürften die Verhandlungen hart werden.” (dpa-AFX)

Foto: Shutterstock

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