10. Januar 2017, 07:30
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

Regulierung made in UK: Vorbild für den deutschen Vermittlermarkt?

Natürlich gab es auch Verlierer: So ist der Anteil des Beratungsgeschäftes der Banken in den vergangenen Jahren stark gesunken. Auch das Direktgeschäft hat an Bedeutung eingebüßt. Somit hat sich, auf den ersten Blick zumindest, eine Beratungslücke in Großbritannien aufgetan.

Trend zu mehr Regulierung und Automatisierung

Tatsächlich aber stehen für die Gruppe der weniger vermögenden Bevölkerung, die früher noch von Vermittlern oder Banken gegen Provision beraten wurde, mittlerweile automatisierte und kostengünstige Finanzangebote im Internet bereit. Zudem hat 2012 die erste Phase der britischen Variante einer verpflichtenden betrieblichen Altersversorgung begonnen, von der sich Angestellte aber ausschließen können (“opt-out”). Die flächendecke Einführung des “Auto Enrolment” soll bis 2018 abgeschlossen sein.

Regulierung made in UK: Vorbild für den deutschen Vermittlermarkt?

Quelle: Standard Life Deutschland

Auch wenn der Versicherungs- und Maklermarkt auf der Insel ein anderer ist – die Entwicklung hierzulande scheint der in Großbritannien zu folgen. Sei es bei der Regulierung und politisch gewollten Stärkung der Honorarberatung wie im Entwurf der EU-Versicherungsvertriebsrichtlinie IDD zu sehen, oder bei der zunehmenden Digitalisierung der Branche, die Vermittlern und Finanzberatern das Leben einfacher machen soll.

Profitiert haben von der bald 30 Jahre andauernden Regulierung im Königreich sowohl die Kunden, die es heute mit besser qualifizierten, registrierten und professionelleren Beratern zu tun haben, als auch die verbliebenen Vermittler, deren Geschäft profitabler geworden ist.

Christian Nuschele ist Head of Sales bei Standard Life Deutschland.

Foto: Standard Life Deutschland/Shutterstock

Weiter lesen: 1 2 3

2 Kommentare

  1. Guten Morgen, mein Vorredner hat leider recht. Den vermögenden Kunden ist damit sicher geholfen. Aber die breite Masse werden die Verlierer sein. Wenn ich dann als Kunde nur noch die Möglichkeit habe über das Internet abzuschließen, werde ich vermutlich keine Verträge abschließen. Das größte Problem sehe ich darin, dass der Kunde nicht mal weiß welchen Versicherungsbedarf er hat. Was sichere ich wie ab? Dazu kommt das oft kleine Bausteine in den Verträgen vorhanden sein müssen. Nur wenn ich nicht weiß dass es diese gibt werde ich das als Kunde niemals abschließen. Als Beispiel ist hier der Forderungsausfall in der Privathaftpflicht genannt. Wer hilft mir bei einem Schaden? Mein Handy?
    Wir sind auf einem sehr guten Weg uns zu überregulieren. Bei den Immobiliendarlehen ist das schon passiert.

    Zitat:
    Ein typischer Beratungsprozess ist mittlerweile ein klar strukturierter Vorgang, der sich in fünf Schritte unterteilt – vom ersten Kennenlernen mit dem Kunden über das Erkunden seiner Ziele und Wünsche, den Vorschlag für die Anlagestrategie und die Umsetzung desselben bis zur regelmäßigen Überprüfung des implementierten Portfolios.

    Ich bin über 10 Jahre Versicherungsmakler und habe noch nie anders beraten. Bei einem guten Makler gibt es keinen Abschluss beim ersten Treffen. Wäre es nicht sinnvoller die Bürger zu fragen was ihnen lieber ist? Aufklärung tut bei uns genauso not. Die Bürger kennen den Unterschied zwischen einem Ausschließlichkeitsvertreter einer Bank/Versicherung und einem Makler nicht. Wer haftet wann und für was? Warum gilt eine Maklervollmacht über den Tod hinaus? Hier wäre der richtige Ansatzpunkt in Ihrer Arbeit mehr aufzuklären.

    Kommentar von Harald Padöller — 12. Januar 2017 @ 10:00

  2. Lieber Journalist, was bitte schön ist daran positiv, wenn man 140000 (70% der Vermittler) Vermittler und deren Familien um ihre Existenz bringt, um vermögenden Kunden einen Gefallen zu tun, die auch vorher sicher schon Honorarberater hatten?!
    Weiterhin viele Verbraucher vom Markt ausschliesst, weil sie kein Geld dafür aufwenden können. Wir sehen aktuell, was die Wohnimmobilienkreditrichtlinie mit alten und jungen Kunden verusacht, die ebenfalls per Dekret vom Markt verbannt wurden. Sorry, auch wenn ich selbst mich zu den Profiteuren zählen würde, glaube ich nicht an die Zeilerreichung des Ganzen

    Kommentar von Heinz-Bert Müssig — 10. Januar 2017 @ 18:34

Ihre Meinung



 

Versicherungen

Deutlicher Rückgang der Fallzahlen beim Kfz-Diebstahl

Das Bundeslagebild “Kfz-Kriminalität 2018” zeigt einen deutlichen Rückgang der Zahl dauerhaft gestohlener Kraftfahrzeuge (Kfz) in Deutschland. Insgesamt 16.613 Personenkraftwagen (Pkw) wurden im Berichtsjahr 2018 entwendet. Wie sich der Trend entwickelt.

mehr ...

Immobilien

Abwarten und Geld parken

Wirtschaftspolitische Spannungen wie der Handelskonflikt zwischen China und den USA, ein immer wahrscheinlicher werdender No-Deal-Brexit und Rezessionsängste schüren bei Anlegern Unsicherheit. Was tun mit dem Geld? Ein Kommentar von Volker Wohlfarth, Geschäftsführer bei der Crowdinvestment-Plattform zinsbaustein.de.

mehr ...

Investmentfonds

Wir gehen auf die Straße!

Am 20. September findet der dritte globale Klimastreik statt – weltweit werden Menschen auf die Straße gehen und für die Einhaltung des Parisabkommens und gegen die anhaltende Klimazerstörung laut werden. Seit 1995 tritt ÖKOWORLD für den Klimaschutz und für die Ökologisierung der Wirtschaft ein.

mehr ...

Berater

“Dann ist es vorbei”: Finnland setzt Johnson Frist beim Brexit

Der derzeitige EU-Ratsvorsitzende Antti Rinne hat dem britischen Premierminister Boris Johnson eine Frist bis zum Monatsende gesetzt, um Änderungswünsche am Brexit-Abkommen einzureichen.

mehr ...

Sachwertanlagen

PATRIZIA erwirbt Wohnanlage in Aarhus, Dänemark

Die PATRIZIA AG, der globale Partner für paneuropäische Immobilieninvestments, hat zusammen mit Universal-Investment im Auftrag der Bayerischen Versorgungskammer (BVK) ein Wohnbauprojekt mit 136 Einheiten im dänischen Aarhus erworben. Der Ankauf erfolgte im Rahmen einer off-market Transaktion. Verkäufer ist ein Konsortium privater Investoren.
mehr ...

Recht

Sicherheit auf der Baustelle: Das Schild „Eltern haften für ihre Kinder“ reicht nicht aus

Wer baut, haftet für mögliche Personen- oder Sachschäden auf der Baustelle. Bauherren und Grundstückseigentümer tragen eine Mitverantwortung für den Arbeits- und Gesundheitsschutz sowie für die Absicherung der Baustelle. Darauf verweisen die Experten des Bauherren-Schutzbunds.

mehr ...