26. März 2018, 11:31
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

„P&R wird nicht ohne Regulierungs-Folgen bleiben“

Die gerade zwei Tage alte Causa P&R zog sich durch den „Assetmanagement-/ Fondsrating-Tag“ am vergangenen Mittwoch. Demnach ist auch der Vertrieb im Visier von Politik und Anwälten. Dass er haftbar gemacht werden kann, ist jedoch keineswegs sicher. Der Löwer-Kommentar

Fondsrating-Tag-16-21-03-2018 DK7 6599 in „P&R wird nicht ohne Regulierungs-Folgen bleiben“

Abschlussdiskussion als Vertriebsgipfel (von rechts): Sascha Sommer (Bit Treuhand), Norman Wirth (AfW), Martin Klein (Votum), Helmut Schulz-Jodexnis (Jung, DMS & Cie), Moderator Stefan Löwer (Cash./G.U.B.).

Martin Klein, Rechtsanwalt und geschäftsführender Vorstand des Vertriebsverbands Votum, rechnet nicht damit, dass die Insolvenz von drei Gesellschaften des Container-Spezialisten P&R schon Auswirkungen auf den Entwurf der Neufassung der Finanzanlagenvermittlungsverordnung (FinVermV) für den freien Vertrieb (Paragraf 34f Gewerbeordnung) haben wird.

Vielmehr geht er weiterhin davon aus, dass ein Entwurf der neuen FinVermV, mit der die EU-Finanzmarktrichtlinie MiFID II umgesetzt wird, in Kürze vorliegen wird. Insofern habe sich durch die P&R-Pleite an seiner Einschätzung, die er in der Vorwoche auf einer Veranstaltung des Vertriebspools Bit Treuhand geäußert hatte, nichts geändert.

Das sagte Klein bei der Abschlussdiskussion auf dem „4. Assetmanagement- / 16. Fondsrating-Tag“ von Veranstalter Jürgen Braatz am vergangenen Mittwoch in Hamburg. Auch Norman Wirth, geschäftsführender Vorstand des Vertriebsverbands AfW, bestätigte vor den rund 90 Teilnehmern der Veranstaltung, dass bald mit dem FinVermV-Entwurf zu rechnen sei.

P&R-Debakel zur Unzeit

Dennoch werde die P&R-Pleite wohl nicht ohne Folgen für die weitere Regulierungs-Diskussion bleiben. „Ähnliche Fälle haben in der Vergangenheit regelmäßig eine Verschärfung der Regulierung nach sich gezogen“, sagte Wirth.

Insofern ist das P&R-Debakel nicht nur ein ziemliches Erdbeben für die Sachwertbranche, sondern es kommt auch zur Unzeit, zumal die Fehlentwicklungen wie immer auch dem Vertrieb angelastet werden. Schließlich geht es demnächst auch darum, wie die Ankündigung im Koalitionsvertrag der neuen Bundesregierung umgesetzt wird, die freien Finanzanlagenvermittler „schrittweise unter die Aufsicht der BaFin“ zu stellen.

Da ist P&R Wasser auf die Mühlen derjenigen, die eine komplette Abschaffung von Paragraf 34f GewO und damit das Ende des freien Vertriebs fordern. „Das stand überhaupt nicht zur Debatte“, betonte Wirth. Die Diskussion darüber sei erst durch vorschnelle Veröffentlichungen und Stellungnahmen entfacht worden. Im Koalitionsvertrag gehe es jedoch ausschließlich um die Ausgestaltung der Aufsicht, sagte Wirth.

Bedeckt hielt der AfW-Chef sich hingegen bei dem Thema „Provisionsverbot durch die Hintertür“. Offenbar gibt es zu diesem Punkt nicht viel Neues, und wahrscheinlich möchte er laufende Gespräche nicht durch öffentliche Äußerungen belasten.

Seite 2: Ein Punkt bislang wenig berücksichtigt

Weiter lesen: 1 2 3

1 Kommentar

  1. Toll, wird ja jedes Jahr fleißig weiter reguliert.

    Kommentar von Jan Lanc, Neu-Isenburg — 27. März 2018 @ 20:36

Ihre Meinung



 

Versicherungen

Grundrente für 100 000 Menschen weniger

Weniger Menschen mit kleinen Renten als ursprünglich geplant sollen von der geplanten Grundrente profitieren. Im Einführungsjahr 2021 sollen es 1,3 Millionen Menschen sein – zuletzt war das Bundesarbeitsministerium von 1,4 Millionen ausgegangen. Auf die Rentenversicherung dürften Verwaltungskosten von mehreren hundert Millionen Euro zukommen. Das geht aus dem Referentenentwurf hervor, der der Deutschen Presse-Agentur in Berlin vorliegt.

mehr ...

Immobilien

Bundesbank sieht in Deutschland weiterhin überhöhte Immobilienpreise

Die Bundesbank sieht trotz eines schwächeren Preisanstiegs im vergangenen Jahr nach wie vor ein überhöhtes Preisniveau am Immobilienmarkt in Deutschland. Auch wenn sich die Preisdynamik in den Städten 2019 abgeschwächt habe, hätten die Preise das fundamental gerechtfertigte Niveau weiterhin übertroffen, schreiben die Währungshüter in ihrem am Montag veröffentlichten Monatsbericht.

mehr ...

Investmentfonds

Nachhaltigkeit hört auf, wenn die Rendite sinkt

Ökologische Nachhaltigkeit hört bei vielen Deutschen auf, wenn es um das eigene Bankkonto geht. Das zeigt eine neue Umfrage der Unternehmensberatung BearingPoint. Deutsche sind dabei im Vergleich an grünen Finanzprodukten deutlich weniger interessiert als Österreicher und Schweizer.

mehr ...

Berater

UDI-Emission “te Solar Sprint IV” vor dem Totalverlust?

Die Emittentin der im Oktober 2016 aufgelegten Vermögensanlage “te Solar Sprint IV” warnt vor der Gefahr eines vollständigen Forderungsausfalls eines ausgereichten Nachrangrangdarlehens. Den Anlegern droht dann wohl der Totalverlust ihres Investments.

mehr ...

Sachwertanlagen

Hep tütet 600 Megawatt Solar-Projektvolumen in den USA ein

Hep, ein baden-württembergisches Unternehmen für Solarparks und Solarinvestments, erweitert die Aktivitäten in den USA und hat sich mit dem lokalen Projektentwickler Solops auf eine zu entwickelnde Gesamt-Kapazität von 600 Megawatt in den nächsten drei Jahren geeinigt.

mehr ...

Recht

Viele Betriebsrentner müssen auf Entlastung bei Beiträgen warten

Hunderttausende Betriebsrentner müssen voraussichtlich noch Monate auf eine Entlastung bei den Sozialbeiträgen warten. Das geht aus der Antwort des Bundesgesundheitsministeriums auf eine Anfrage der Linksfraktion hervor, die der Deutschen Presse-Agentur in Berlin vorliegt.

mehr ...