6. Juni 2019, 11:11
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Firmen der DACH-Region sind unzureichend auf Rezession vorbereitet

“Intelligente Kostenprogramme machen den Unterschied”, erklärt Neuhaus. “Nur wer sein Kerngeschäft exakt definiert hat, weiß, in welchen Bereichen Einschnitte am sinnvollsten sind und in welche Zukunftsprojekte trotz Krise weiter investiert werden muss.”

Mit dem richtigen Plan der Rezession trotzen

Die erfolgreichsten Unternehmen folgen einem Vier-Punkte-Plan. Sie wissen über ihr Kerngeschäft genau Bescheid, nutzen verbindliche Frühwarnsysteme, schnüren rechtzeitig Maßnahmenpakete für den Abschwung und sind in der Lage, diese im Ernstfall zügig umzusetzen.

1. Strategische Perspektive Genaue Kenntnisse über Kerngeschäft und Marktsegmente sorgen dafür, dass nötige Einschnitte an den richtigen Stellen gemacht werden. Zugleich lässt sich so ausmachen, wo Einschnitte nachhaltigen Schaden anrichten würden und in welchen Bereichen antizyklisch investiert werden sollte. Ein robuster strategischer Finanzplan, der auch in einer rezessiven Phase besteht, gibt der Firmenleitung den notwendigen Spielraum für weitreichende unternehmerische Weichenstellungen.

2. Konjunkturfrühwarnsystem Die besten Unternehmen prüfen kontinuierlich, ob Lagerbestände wachsen, das Geschäftsklima kippt, der Preisdruck steigt, Auftragsbestände zurückgehen oder Margen unter Druck geraten. Bespricht das Management diese Entwicklungen regelmäßig, kann es auf Warnsignale schneller reagieren und unverzüglich entsprechende Schritte einleiten.

3. Skalierbare Maßnahmenpakete Der vorbereitete Notfallplan wird stufenweise umgesetzt und startet beispielsweise mit dem Abbau der Bestände oder einem Einstellungsstopp. Bestandteil des Plans ist auch, gegebenenfalls Unternehmensteile zu verkaufen, die nicht zum Kerngeschäft gehören. Das übergeordnete Ziel in dieser Krisensituation ist es, die Margen zu stabilisieren und kostenagil zu bleiben.

4. Umsetzungskompetenz Schnelles und effektives Handeln setzt voraus, dass die Mitarbeiter die Notwendigkeit des Krisenplans verstehen und mittragen. Zudem muss allen Führungskräften klar sein, wer welche Maßnahmen verantwortet. So wird eine rasche und konsequente Umsetzung gewährleistet.

Fakt ist, dass sich von Unternehmen, die aus Rezessionen gestärkt hervorgingen, viel lernen lässt. “Allerdings ist die letzte Wirtschaftskrise schon zehn Jahre her und die meisten erfolgreichen Manager von damals sind nicht mehr am Ruder”, so von Dewitz.

“Deshalb ist es sehr wahrscheinlich, dass so manches Unternehmen beim nächsten Abschwung dieselben Fehler wieder macht.” Wer zu zögerlich sei, verspiele die einmalige Chance, sich vom Wettbewerb abzuheben. “Denn es gibt keine bessere Zeit als eine Rezession, um die Spielregeln in der eigenen Branche zu verändern.”

 

Foto: Shutterstock

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