Europäischer Vergleich: Deutschlands Finanzplaner gut ausgebildet trotz unternehmerischer Baustellen

Soweit es die Bezahlung betrifft, dominieren bei den deutschen Finanzplanern gemischte Modelle aus Provisionen und Gebühren (47 Prozent) vor reinen Provisionsmodellen (31 Prozent). Zum Vergleich: In Europa machen Provisionszahlungen 36 Prozent aus, gemischte Modelle 30 Prozent.

Umfassende Finanzpläne zum Vorteil der Kunden

Die Frage, welche Beratungsleistung den höchsten Wert für den Kunden hat, beurteilen die Finanzexperten in allen Ländern ähnlich. „Ruhestandsplanung und Investmententscheidungen spielen hier insgesamt die größte Rolle, wobei Immobilienberatung vor allem ein deutsches Thema ist“, erklärt der FPSB-Vorstand.

Letzteres führt er darauf zurück, dass in Deutschland das Wohnen zur Miete weiter verbreitet ist, als in den meisten anderen Ländern Europas.

Regulierung verhindert eine qualitative ganzheitliche Beratung

Die Frage nach der Dokumentation der Empfehlungen verdeutlicht, dass MiFID II noch nicht vollständig umgesetzt ist. Europaweit geben die Finanzplaner in 16 Prozent der Fälle nur mündliche Empfehlungen, in Deutschland sind es 7 Prozent. Hier schreiben allerdings 34 Prozent umfassende Finanzpläne, in Frankreich liegt dieser Wert sogar bei 64 Prozent.

Dass viele einen ganzheitlichen Ansatz verfolgen, liegt nach der Umfrage darin begründet, dass dies zu besseren Empfehlungen und einem besseren Verständnis des Kunden führt. Jedoch sind in allen Ländern, besonders aber in Deutschland (71 Prozent), die Professionals auch der Ansicht, dass die Regulierung eine ganzheitliche Beratung schwierig macht oder gar verhindert.

„Allerdings gibt es keine regulatorische Vorgabe, die eine ganzheitliche Beratung wirklich erschwert“, stellt Tilmes auch fest.

Deutsche FPSB-Zertifikatsträger für Innovationen gut vorbereitet

Eine wichtige Entwicklung, die wir derzeit sehen, sind Finanzinnovationen. „Und es ist interessant zu sehen, wie die Finanzplaner hierzulande und europaweit damit umgehen“, sagt der FPSB-Vorstand.

„Während Innovationen bei der Finanz- oder Nachfolgeplanung als wichtig angesehen werden, messen die Berater Neuerungen in den Bereichen Immobilien und Versicherungen eine relativ geringe Bedeutung bei.“

 

Seite 3: Was Millenials nun wünschen

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