12. April 2019, 08:42
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

Sechs wichtige Klauseln im Bestandskaufvertrag

Ein rechtsicherer Bestandskaufvertrag sollte die Grundlage jedes Bestandskaufs sein. Viele Makler versuchen jedoch, auf einen anwaltlich erstellten Bestandskaufvertrag zu verzichten. Dies kann sowohl für Käufer als auch für Verkäufer erhebliche rechtliche Risiken mit sich bringen. Welche Klauseln sollten auf keinen Fall fehlen? Gastbeitrag von Jens Reichow, Kanzlei Jöhnke & Reichow 

Jens-1 in Sechs wichtige Klauseln im Bestandskaufvertrag

Jens Reichow: “An vielen Stellen stehen sich die Interessen von Käufer und Verkäufer diametral gegenüber.”

Klausel 1: Maklerbestand oder gesamtes Maklerunternehmen?

Ob der Versicherungsmakler nur den Maklerbestand oder aber das gesamte Maklerunternehmen kauft/verkauft, kann in vielen Punkten einen erheblichen rechtlichen Unterschied bedeuten. Oftmals entscheidet dies nicht nur darüber, ob der Verkäufer steuerliche Freibeträge (zum Beispiel nach Paragraf 16 Absatz 4 Einkommenssteuergesetz/EStG) für sich in Anspruch nehmen kann, sondern ist auch entscheidend dafür, ob nur der Maklerbestand auf den Käufer übergeht oder auch sonstige Haftungsrisiken und gegebenenfalls Verbindlichkeiten des Verkäufers.

Klausel 2: Kaufpreis

Hinsichtlich der Findung des Kaufpreises sind die Parteien von einem Bestandskaufvertrag grundsätzlich frei. Üblich sind dabei in der Praxis weiterhin Kaufpreisfindungen anhand eines Vielfachen der Bestandscourtage. Vom Kaufpreis ist der Wert des Maklerunternehmens zu trennen. Beides muss nicht notwendigerweise identisch sein, wenngleich sich der Kaufpreis für einen Maklerbestand natürlich am Wert des Maklerunternehmens orientieren sollte. Die Wertermittlung des Maklerunternehmens kann daher einen ersten Ansatzpunkt für die Findung des späteren Kaufpreises sein (siehe hierzu Wert des Maklerunternehmens).

Klausel 3: Mit allen Rechten und Pflichten

Gewünscht ist oftmals eine Übernahme mit “allen Rechten und Pflichten”. Gemeint ist damit, dass eben nicht nur die zukünftigen Courtageansprüche vom Verkäufer auf den Käufer durch den Bestandskaufvertrag übergehen sollen, sondern auch die Haftung für bislang an den Verkäufer vom Versicherer gezahlte Courtagevorschüsse. Viele Versicherer machen eine solche Haftungsübernahme zur Voraussetzung dafür, dass einer Bestandsübertragung zugestimmt wird. Eine solche Zustimmung ist regelmäßig nach Paragraf 415 BGB einzuholen.

Seite zwei: Datenschutz und Wettbewerbsverbot

Weiter lesen: 1 2

Ihre Meinung



 

Versicherungen

Sparen durch vollautomatische Daten- & Dokumentenverarbeitung

Die Daten- & Dokumentenverarbeitung im Maklerbüro kann viel Zeit und Geld kosten. blau direkt bietet nun erstmalig eine automatisierte Lösung und damit großes Potenzial zum Sparen.

 

mehr ...

Immobilien

Immobilienfinanzierung – Die Zeit ist reif für mehr Nachhaltigkeit

Mit der Nachhaltigkeit ist es in Deutschland so eine Sache. Viele machen sich bereits für den Umweltschutz stark. Viele denken aber auch, dass sie bereits viel dafür tun. Doch wie sieht es wirklich aus? Gerade beim Thema ‚Wohnen‘ ist noch Potenzial vorhanden.

mehr ...

Investmentfonds

Der erste Elternfonds der Welt

Sustainability Research der Kriterienfilter

Das ÖKOWORLD-Prinzip sieht eine Trennung von Nachhaltigkeitsresearch und Fondsmanagement vor. Das heißt: Die Portfoliomanager dürfen ausschließlich in Titel investieren, die aufgrund der Überprüfung von vorab definierten sozialen, ethischen und ökologischen Kriterien in das Anlageuniversum aufgenommen wurden.

mehr ...

Berater

Was Frauen gegen Altersarmut tun können

Nadine Kostka von der Finanzberatung Sommese gibt zehn Tipps für Frauen, um gezielt gegen Altersarmut vorzubeugen.

mehr ...

Sachwertanlagen

Marvest startet drittes Crowdinvesting-Projekt

Die auf den maritimen Sektor spezialisierte Online-Plattform Marvest hat ihr drittes Projekt für Investoren veröffentlicht. Die Anleger können über eine “Schwarmfinanzierung” in ein Darlehen für einen Mehrzweckfrachter investieren. 

mehr ...

Recht

Lebensversicherung in Liechtenstein: Asset protection mit Totalausfallrisiken

Unter „asset protection“ (Vermögensschutz) versteht man die Trennung geschäftlicher und privater Risiken bzw. Vermögenssphären, einschließlich derEinbindung von Versicherungsschutz. Gefahren für das Privatvermögen stammen vorwiegend aus dem betrieblichen Bereich (z.B. Durchgriffshaftung) oder durch Finanzierungen, aber auch wegen Trennung/Scheidung oder aus rechtlichen Auseinandersetzungen. Wie auch bAV-Vermögen geschützt werden können.

mehr ...