Was am Ergebnis der AfW-Sonntagsfrage erschreckend ist

Auch bei den Vermittlern wäre die rechtspopulistische AfD drittstärkste Partei. Vielleicht sorgt der Eklat in Thüringen ja für ein Umdenken. Ein Kommentar von Kim Brodtmann, Cash.

Kim Brodtmann, Ressortleiter Berater, Recht & Steuern bei Cash.

Zu Jahresbeginn hat der AfW Bundesverband Finanzdienstleistung das Ergebnis seiner jährlichen Sonntagsfrage unter Finanzvermittlern veröffentlicht. Wen würden die 1.500 teilnehmenden Vermittler wählen, wenn am Sonntag Bundestagswahl wäre? Klarer Sieger ist – wie in den Vorjahren – die FDP mit 38 Prozent der Stimmen. Ginge es nach den Vermittlern, könnte sich FDP-Chef Christian Lindner aussuchen, mit wem er koaliert.

Wie sich die Ereignisse Anfang Februar im Thüringer Landtag – die Wahl des FDP-Landesvorsitzenden Thomas Kemmerich zum Ministerpräsidenten auch mit den Stimmen der AfD – auf das Abschneiden der Liberalen bei der nächsten AfW-Sonntagsfrage auswirken werden, ist noch nicht absehbar. Vielleicht haben die Vermittler ja erneut ein Nachsehen mit den Liberalen, die in Erfurt eine mehr als unglückliche Figur abgegeben haben. Schon der Abbruch der „Jamaika“-Verhandlungen mit Union und Grünen nach der Bundestagswahl 2017 hatte dem Ansehen der FDP bei den Vermittlern nicht nachhaltig geschadet.

AfD verhöhnt parlamentarische Verfahren

Das Erschreckende am Ergebnis der Sonntagsfrage aber ist das Abschneiden der AfD. Sie käme bei den Vermittlern auf 14 Prozent und wäre damit wie bei der letzten Bundestagswahl (12,6 Prozent) drittstärkste Kraft – eine Partei also, die sich immer weiter radikalisiert und in großen Teilen offen rechtsextremistische Positionen vertritt.

Man kann nur hoffen, dass der Eklat in Thüringen – die Verhöhnung parlamentarischer Verfahren durch die AfD-Fraktion – zu einem Umdenken bei den Vermittlern führen wird. Dass die politischen Positionen der AfD bisher nicht zu einem Umdenken geführt haben, ist besorgniserregend genug. (kb)

Foto: Cash. 

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