Cash. Hitliste der Maklerpools: Wachstum trotz Corona

Foto: Fonds Finanz
Die Fonds Finanz mit den Geschäftsführern Norbert Porazik (rechts) und Markus Kiener liegt wieder vorn.

90 Prozent der von Cash. befragten Maklerpools konnten ihre Provisionserlöse im Jahr 2020 steigern. Wie bei den Finanzvertrieben lässt sich aber auch bei den Pools feststellen, dass sich das Wachstum vieler Häuser verlangsamt hat.

„Wachstum vor Corona“: So hatte Cash. die Ergebnisse der Hitliste der Maklerpools im vergangenen Jahr zusammengefasst. Die damals erhobenen Zahlen ergaben, dass 91 Prozent der Pools ihre Provisionserlöse steigern konnten, nur zwei Häuser mussten rückläufige Zahlen hinnehmen. Die Branche schwamm auf der Erfolgswelle – doch die weltweite Corona-Pandemie war bereits allgegenwärtig: Zwar bezogen sich die ermittelten Zahlen ausschließlich auf das Geschäftsjahr 2019 – also auf den Zeitraum vor dem Ausbruch der Pandemie – doch die Statements der Vorstände und Geschäftsführer, die Cash. im Rahmen der Erhebung eingeholt hatte, zeigten bereits deutlich, wie sehr die Coronakrise und ihre möglichen Folgen die Branche beschäftigten. Würde das Virus die Erfolgswelle brechen?

Ein Jahr später kann diese Frage mit einem klaren „Nein“ beantwortet werden. Für die deutliche Mehrzahl der von Cash. exklusiv befragten Unternehmen verlief auch das Jahr 2020 positiv, den letztlich optimistischen Erwartungen aus dem Vorjahr entsprechend. Bei der letzten Umfrage im Juli 2020 hatten 76,2 Prozent der befragten Maklerpools angegeben, dass die Provisionserlöse 2020 im Vergleich zum Vorjahr steigen werden. Nur 4,8 Prozent der Pools rechneten mit sinkenden Erlösen. Tatsächlich konnten 90 Prozent der Unternehmen ihre Provisionserlöse steigern. Nur zwei Häuser mussten rückläufige Zahlen hinnehmen, genau wie im Vorjahr. Allerdings: Wie bei den Finanzvertrieben lässt sich auch bei den Pools feststellen, dass sich das Wachstum vieler Häuser (insgesamt 13 Pools) im Vergleich zum Vorjahr verlangsamt hat – wohl auch hier als Folge der coronabedingten Einschränkungen im letzten Jahr.

Die drei Spitzenreiter konnten jeweils Provisionserlöse im dreistelligen Millionenbereich erzielen. Am erfolgreichsten war wie in den Vorjahren die Münchner Fonds Finanz. Im Vergleich zum Vorjahr stiegen die Erlöse um 8,39 Prozent auf 190 Millionen Euro (Wachstum im Vorjahr: 12,59 Prozent). Norbert Porazik, geschäftsführender Gesellschafter des Unternehmens, verbucht das Geschäftsjahr 2020 denn auch als erfolgreich, trotz aller coronabedingten Herausforderungen: „In diesem außerordentlichen Jahr ist dieser Erfolg sowohl für mich als auch für unsere Mitarbeiter von großer Bedeutung.“ Das Bedürfnis der Bevölkerung nach Sicherheit habe sich in dieser ungewissen Zeit deutlich auf das Geschäft der Vertriebspartner ausgewirkt und zur positiven Geschäftsentwicklung der Fonds Finanz beigetragen. „Alle Sparten konnten trotz der Lockdown-Maßnahmen im Vergleich zum Vorjahr ein Wachstum verzeichnen – prozentual sind wir hier im Investment-Bereich am stärksten gewachsen. Unser stetig wachsender Anteil der wiederkehrenden Provisionserlöse und Bestandsprovisionen liegt in Bezug auf den Rohertrag über der 50-Prozent-Marke und sorgt neben unserem breit aufgestellten Geschäftsmodell für eine nachhaltige Stabilität der Unternehmensleistung“, so Porazik. Was den weiteren Geschäftsverlauf betrifft, sei er sicher, beim Umsatz im Jahr 2021 die 200-Millionen-Euro-Marke zu knacken.

Fondsnet erobert Rang zwei

Den zweiten Rang erobert in diesem Jahr die Fondsnet GmbH aus Erftstadt – die Provisionserlöse stiegen um 97,76 Prozent auf 153,91 Millionen Euro (Wachstum im Vorjahr: 34,93 Prozent). Ein Ergebnis, mit dem Geschäftsführer Georg Kornmayer angesichts des herausfordernden Umfelds 2020 sehr zufrieden ist: „Vor allem das wachsende Interesse an unseren Dienstleistungen in den Bereichen Haftungsdach, Private-Label-Fonds und Vermögensverwaltung zeigt, wohin sich die Branche in den kommenden Jahren entwickeln wird.“ Die nach wie vor geplante Verlagerung der Aufsicht über die Finanzanlagenvermittler auf die Finanzaufsicht BaFin werde diese Entwicklung weiter beschleunigen, meint Kornmayer – auch wenn die Pläne dafür derzeit auf Eis liegen.

Auf Platz drei landet die Netfonds Gruppe aus Hamburg. Die Provisionserlöse stiegen um 26,50 Prozent auf 143,3 Millionen Euro (Wachstum im Vorjahr: 21,01 Prozent). „Das Wachstum unserer Unternehmensgruppe hat sich während des vergangenen Jahres trotz der Einschränkungen und der weitgehenden Verlagerung unseres Geschäftsbetriebs ins Homeoffice erfolgreich fortgesetzt“, sagt Martin Steinmeyer, Vorstandsvorsitzender der Netfonds AG. „Unsere Wachstumstreiber Vermögensverwaltung, Regulatorik inklusive Haftungsdach, Fondsadvisory bzw. Fondsmanagement sowie die Immobilienplattform der Netfonds Gruppe haben sich äußerst erfolgreich weiterentwickelt.“ In der Summe könne die Netfonds Gruppe auf ein weiteres erfolgreiches Jahr zurückblicken. „Auch im laufenden Geschäftsjahr setzt sich das Wachstum weiter fort. Die hohen Investitionen und der Fokus auf die Einführung unserer IT-Plattform Finfire werden sich ab dem vierten Quartal 2021 auf das allgemeine Wachstum und auf die Skalierbarkeit des Geschäftsmodells nochmals positiv auszahlen“, erwartet er.

Die Hitliste der Maklerpools finden Sie hier.

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