Gold auch nach der Pandemie gefragt?

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Gold als sichererer Hafen – während der Corona-Pandemie flüchteten viele Anleger 2020 in das Edelmetall. Was in 2021 und danach geschieht.

Laut einer Umfrage von BullionVault, weltweiter Online-Handelsplatz für Edelmetalle, will ein Großteil der Anleger auch bei einer Entspannung der Pandemie weiterhin in Gold investieren. Mit 54,8% gibt mehr als die Hälfte der befragten Privatanleger an, auch im kommenden Jahr mehr Edelmetalle kaufen und gleichzeitig andere Investitionen tätigen zu wollen, um die aktuellen Allokationen beizubehalten. Lediglich 14,2% der Befragten haben vor, ihre Bestände zu reduzieren.

„Gold als Anlageklasse ist mittlerweile ein fester Bestandteil der Portfolios vieler Privatanleger geworden. Diesen Trend haben wir schon lange vor Corona beobachtet. Dennoch haben die durch die Pandemie ausgelösten wirtschaftlichen Einbrüche den Trend zum Goldinvestment weiter verstärkt“, erklärt Adrian Ash, Director of Research bei BullionVault. 

Hauptgrund für eine Investition ist für mehr als ein Drittel (37,9%) der Goldanleger die Absicherung gegen Inflation. Als zweithäufigster Grund wird die Diversifizierung des Portfolios genannt (27,9%). „Die Tatsache, dass die globalen Aktienmärkte während des schlimmsten Wirtschaftseinbruchs seit dem zweiten Weltkrieg in die Höhe geschossen sind, hat die Argumente für Gold als sicheren Hafen nicht geschmälert.

Im Gegenteil: die Steuergelder und monetären Anreize, die diesen Überschwang anheizen, bedeuten, dass 2021 sehr reale Risiken für langfristige Ersparnisse mit sich bringt. Gold bietet eine zeitlose Alternative zu Aktienanlagen und Bargeldersparnissen. Auch wenn es schwierig werden könnte, die diesjährigen Rekordinvestitionszuflüsse zu wiederholen, wenn die Pandemie zurückgeht, wird sein Wert als Diversifizierungsinstrument ungemindert bleiben“, so Herr Ash.

Privatanleger rechnen weiterhin mit einem steigenden Goldpreis 

Mehr als 84% der Anleger gehen davon aus, dass der Goldpreis 2021 weiter steigen wird, ein Viertel der Befragten rechnet mit einem Anstieg von mehr als 30 Prozent. Dieser Anteil war in der sechsjährigen Geschichte der Umfrage nie höher. Ein ähnlich bullisches Ergebnis zeigt sich beim Silber-Preis. Auch hier rechnet die deutliche Mehrheit (78,2%) mit einer Steigerung des Silberpreises, 37,2% mit einer Steigerung von mehr als 30%. Lediglich im Jahr 2014 war diese Zahl leicht höher.  

„Die langsame und stetige Entwertung von Bargeld-Ersparnissen durch Negativzinsen und quantitative Lockerung steigert weiterhin die Attraktivität von Edelmetallen. Dadurch entsteht das Risiko, dass der Umstieg der Privatanleger auf Aktien, Immobilien, Rohstoffe und sogar Krypto-Assets zu Raketen-Preisen im Jahr 2021 führen wird“, kommentiert Adrian Ash.  

Auch 2021 wird der stärkste Treiber des Goldpreises die Geldpolitik bleiben, so die Befragten (35,7%). Jeweils 13% der Befragten geben die Geopolitik oder die Inflation der Konsumentenpreise als Haupttreiber an. 

Wie sieht der typische Edelmetallanleger aus? 

Laut den Ergebnissen der Umfrage gibt es keinen einheitlichen Anlagetyp – jedoch lassen sich Tendenzen erkennen. Der Großteil der Anleger investiert langfristig: Jeweils ein Drittel der Befragten investiert seit fünf bis zehn, beziehungsweise seit mehr als zehn Jahren in Edelmetalle. Mit 46,7% investiert knapp die Hälfte der Anleger dabei sowohl in Silber als auch in Gold. Mehr als ein Drittel der Privatanleger (31,9%) hingegen legt sich ganz auf Gold fest. 

BullionVault befragte zwischen dem 30. November und dem 10. Dezember die Leser seines Weekly Update und erhielt 1.184 vollständige Antworten. Die Ergebnisse sind auf Anfrage erhältlich.

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