Cash Life distanziert sich von König-Fonds

In dem Debakel um die deutschen Lebensversicherungsfonds des Hamburger Emissionshauses König & Cie. distanziert sich der Policenhändler Cash Life AG, Pullach, von den Fonds. Die Auswahl und Prüfung der Policen sei durch die Beteiligungsgesellschaft selbst erfolgt, die Strukturierung des Fonds durch König & Cie., so die Mitteilung von Cash Life.

Hintergrund: Nach dem ersten Policenfonds von König & Cie hat auch die Gesellschafterversammlung des 2005 aufgelegten und von Cash Life betreuten Renditefonds 41 „Deutsche Leben II“ beschlossen, den Fonds aufzulösen, weil die Policen weniger profitabel waren als erhofft und die laufenden Kosten nicht mehr gedeckt werden konnten. Die Anleger werden dabei wohl einen Teil ihrer Einlagen verlieren. Für die beiden Fonds hatte König & Cie. zusammen etwa 50 Millionen Euro Eigenkapital eingesammelt.

Wie bei dem ersten Fall im Juni weist Cash Life dafür auch jetzt alle Verantwortung von sich: „Als Dienstleister bei der Beschaffung und Verwaltung von Lebensversicherungen richtet sich die cash.life AG nach den vorgegebenen Anforderungen und Wünschen ihrer Kunden“, so die Mitteilung. Das Unternehmen sei lediglich mit der „Administration des Policenportfolios“ beauftragt gewesen und erhalte dafür eine jährliche Vergütung. Dass zunächst Cash Life die Policen erworben und dann an den Fonds weiterverkauft hat, wird in der Mitteilung allerdings nicht erwähnt.

Einen Beitrag zur Stützung des Fonds oder zur Entschädigung der Anleger will Cash Life offenbar nicht leisten. Der Policenhändler rechnet nach eigenen Angaben „im schlimmsten Fall“ mit dem Ausfall von (abgezinst) 3,1 Millionen Euro Gebühren bis zum Ende der ursprünglich geplanten Laufzeit des Fonds II. Zusammen mit den wegfallenden Beträgen des Deutsche Leben I macht das knapp zehn Prozent der durch Verträge unterlegten künftigen Verwaltungsvergütungen von Cash Life aus. Das Unternehmen ist auch bei Fonds der Initiatoren MPC, Hamburg, und Hannover Leasing, Pullach, eingebunden. (hb)

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