Trübe Aussichten für die Containerschifffahrt

Im Zuge der weltweiten Finanzkrise hat der Internationale Währungsfonds (IWF) seine Wirtschafts- und Handelsprognosen für die kommenden fünf Jahre nach unten korrigiert. Nach Einschätzung des Bremer Instituts für Seeverkehrswirtschaft und Logistik (ISL) wird sich die angespannte Situation der Finanzmärkte wie die hohen Energie- und Rohstoffpreise belastend auf die Containerschifffahrt auswirken.

Die Experten der UN-Organisation IWF haben ihre Wachstumsprognosen der Weltwirtschaft für das laufende Jahr auf 3,9 Prozent gesenkt. Im Juli waren sie noch optimistischer und kalkulierten den Zuwachs mit 4,1 Prozent. Noch deutlicher fällt die Korrektur für 2009 aus: Die Wachstumsprognose wurde von 3,9 auf 3,0 Prozentpunkte herabgesetzt. Erst im darauffolgenden Jahr sei mit einer leichten Erholung der Konjunktur zu rechnen. Auch das Volumen des Welthandels werde künftig langsamer zunehmen als bisher: Nach einer Zuwachsrate binnen Jahresfrist von 7,2 Prozent in 2007 sei in den beiden kommenden Jahren mit Zuwächsen von 4,9 beziehungsweise 4,1 Prozent zu rechnen.

Spiegelbildlich trübe sind die Erwartungen für die Containerschifffahrt: Nachdem im Jahr 2007 ein Zuwachs von 12 Prozent erreicht wurde, rechnen Experten auf Grundlage der Umsätze in den ersten acht Monaten des laufenden Jahres mit einem Rückgang auf acht Prozent, der im kommenden Jahr weiter auf sieben Prozent nachgeben könnte, bevor die Branche ab spätestens 2010 wieder zulegen würde. Damit sei das Wachstum jedoch immer noch höher als das der anderen Schifffahrtsmärkte. Dennoch war die Ordertätigkeit im Laufe des Jahres 2008 sehr verhalten: Nach ISL ? Angaben wurde im dritten Quartal insgesamt eine Ladekapazität von rund 85.000 Standardcontainern (TEU) bestellt. Auch die Chartermärkte entwickelten sich weiter rückläufig: Binnen Monatsfrist sank der Howe-Robinson-Index um 120 Punkte auf 961 Punkte Ende September. Wie das Schifffahrtsunternehmen mitteilt, konnten einzig Containerschiffe der Größenklasse 4.500 TEU die durchschnittliche Charterrate im September auf dem Niveau des Vormonats halten. Alle anderen Schiffstypen hätten Rückgänge zwischen 3,5 und 16,7 Prozent zu verzeichnen. (af)

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