Umweltauflagen erfordern zusätzliche Schiffe

Internationale Abkommen zur Senkung des Schwefelgehalts im Schiffstreibstoff werden eine zusätzliche Nachfrage nach Schiffen hervorrufen. Diese Prognose gab der Hauptgeschäftsführer des Verbands Deutscher Reeder, Dr. Hans-Heinrich Nöll, auf der Marine Capital Conference der HSH Nordbank, Hamburg, ab.

Bis 2018 sinke der maximal zulässige Schwefelgehalt im Schiffstreibstoff von 4,5 auf 0,5 Prozent. Dies bedeute, dass die Schiffe dann nicht mehr wie bisher mit Schweröl, sondern mit wesentlich teurerem Dieselöl betrieben würden. Charterer würden dann versuchen, diese Zusatzkosten zu verringern, indem sie die Schiffe langsamer fahren ließen.

Ein um fünf Knoten (9 Kilometer pro Stunde) geringeres Tempo halbiere den Treibstoffverbrauch, berichtete der Hauptgeschäftsführer des Hamburger Verbands. Schiffe könnten daher beispielsweise mit 20 Knoten (37 Kilometer pro Stunde) statt mit 25 Knoten fahren.

Diese Tendenz sei wegen der in den vergangenen Jahren bereits deutlich gestiegenen Treibstoffpreise schon heute beobachtbar: ?Immer mehr Linienreedereien gehen dazu über, Schiffe langsamer fahren zu lassen?, sagte Nöll, ?dadurch werden mehr Kapazitäten benötigt.? Denn wenn ein Schiff für eine Strecke längere Zeit brauche, seien für den globalen Gütertransport entsprechend mehr Schiffe erforderlich. Die steigenden Treibstoff- und Personalkosten würden zudem die Nachfrage nach großen Schiffen anheizen, da diese effizienter seien als kleine. (gei)

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