Grüne fordern verbesserten Anlegerschutz

Die unzureichende staatliche Aufsicht von Anbietern und Vermittlern geschlossener Fonds und anderer Produkte des ?grauen Kapitalmarktes? sorgt nach Einschätzung der Bundestagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen für eine Vernichtung von Anlegergeldern in immenser Höhe. Daher fordern die Abgeordnete Christine Scheel und vier weitere Parteikollegen in einem Antrag (BT-Drucksache 16/13402) von der Bundesregierung Regelungen zu beschließen, die ein vergleichbares Schutzniveau mit Kunden von Banken, Investmentfondsgesellschaften, Versicherungen und Wertpapierdienstleistungen sicherstellt.

Die Fraktion kritisiert in ihrem Antrag, dass der „graue Kapitalmarkt“ mit geschlossenen Fonds und „Phantasieprodukten“ wie Bankgarantiegeschäften und Depositendarlehen bei allen Regulierungsvorhaben für den Kapitalmarkt bis dato unangetastet geblieben sei. Dies habe zu einer Spaltung des Kapitalmarktes geführt, die überwunden werden müsse. Geschlossene Fonds, die sich zum gängigen Anlageprodukt entwickelt hätten, seien bereits für eine Million Anleger zum Desaster geworden. Die Summe der am ?grauen Kapitalmarkt? versickerten Gelder werde in Schätzungen auf bis zu 30 Milliarden Euro beziffert. Trauriger Höhepunkt sei die Insolvenz der „Göttinger Gruppe“ gewesen, bei der eine Milliarde Euro an Anlegergeldern vernichtet worden seien. Die Fraktion Bündnis 90/Die Grünen weist darauf hin, dass das am „grauen Kapitalmarkt“ verlorene Geld für die Finanzierung von Unternehmen am geordneten Kapitalmarkt fehle. (af)

Den Antrag ?Grauen Kapitalmarkt durch einheitliches Anlegerschutzniveau überwinden? können Sie hierdownloaden.

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