16. Dezember 2009, 15:29
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Private-Equity-Fonds sind angezählt, aber noch im Rennen

VC-Offerte ist kein Hollandfonds

Eine Wagniskapitalbeteiligung ist eben kein Holland- oder Australienfonds, der in eine Immobilie investiert, die für die kommenden zwei Jahrzehnte an eine staatliche Einrichtung vermietet ist und mit der suggerierten Sicherheit dem Zeitgeist entspricht.

Auch wenn keinesfalls nachgewiesen ist, dass ein Ein-Mieter-Objekt, das zu 60 Prozent mit Fremdkapital finanziert wird, tatsächlich sicherer ist als ein eigenkapital- finanzierter Private-Equity-Dachfonds mit achtzig mittelbaren Unternehmensbeteiligungen.

Die Offerten des Segments sind derzeit auch deshalb schwerer zu vertreiben, weil sie erst investieren können, nachdem sie Geld eingesammelt haben. Diese Blind-Pool-Strategie verlangt den Anlegern einen großen Vertrauensvorschuss ab, sowohl was die Fähigkeiten des (Dach-)Fondsmanagements bei der Zielfonds- oder Unternehmensauswahl anbelangt, als auch im Hinblick auf die nur sehr vagen Ergebnisprognosen. Doch dieses Vertrauen dürfte einigen Anlegern nach den Erfahrungen aus 2008 abhanden gekommen sein. Zudem wetten sie darauf, dass sich die Rahmenbedingungen gebessert haben, wenn der Exit ansteht.

Die wenigsten Anbieter können zudem Bilanz über die gesamte geplante Laufzeit eines Fonds ziehen, weil sie noch nicht lange genug am Markt sind. Den ersten deutschen Private-Equity-Fonds außerhalb des rein institutionellen Segments brachte im Jahr 1998 das Hamburger Emissionshaus Blue Capital auf den Markt, das im Jahr 2007 unter dem Dach des Initiators WealthCap aufgegangen ist.

Nach seiner planmäßigen Auflösung im vergangenen Jahr erzielte der Fonds laut Leistungsbilanz  kumulierte Rückflüsse von 217 Prozent der Einlage und erreichte eine jährliche Nachsteuerrendite von 16,26 Prozent unter Verwendung der IRR-Methode, die nicht mit einer festen Zinszahlung vergleichbar ist. Das gute Nach-Steuer-Ergebnis wurde auch dadurch begünstigt, dass Veräußerungsgewinne für Investitionen bis 2008 steuerfrei waren. Aktuelle Fonds sind – je nach Konzeption – entweder gewerblich oder unterliegen der Abgeltungssteuer.

Die vorgesehene Laufzeit von zehn Jahren hat auch der Global Market Fonds International I von RWB erreicht, den der Initiator im April 1999 aufgelegt und im August 2002 ausplatziert hat. Zum Silvestertag 2009 steht den ersten Anlegern laut Gesellschaftsvertrag ein Kündigungsrecht zu, da der Fonds planmäßig in die Realisationsphase eintritt und eine Verwertung des Portfolios erfolgen soll.

Kein glücklicher Zeitpunkt, da die Werte der rund 370 Unternehmen im  Portfolio binnen Jahresfrist um 18 Prozent gesunken sind. RWB bietet den zwischen 1999 und 2001 beigetretenen Anlegern daher an, ihnen die Anteile abzukaufen und eine Abschlagzahlung zu leisten, aus der sich abhängig vom Beitrittsjahr, der Beteiligungsvariante und Entnahmen eine Rendite zwischen sechs und neun Prozent jährlich errechnet.

Wenn sich die Unternehmenswerte wie erhofft erholen, wird die positive Differenz zu der Abschlagzahlung für die Anleger bei der Realisierung bis spätestens 2018 über einen Besserungsschein ausgeglichen. Durch das Angebot soll verhindert werden, dass die Anleger in großer Zahl kündigen und die Fondsgesellschaft gezwungen wäre, Liquidität durch die Verwertung des Portfolios zu den aktuell schlechten Konditionen zu generieren.

Während in diesem Fall der Initiator freiwillig einspringt, um nicht zur Unzeit verkaufen zu müssen, haben Wettbewerber wie MPC oder HCI in ihren Konzepten Verlängerungsoptionen der  Fondslaufzeit eingebaut, von denen sie nun Gebrauch machen werden. Der MPC Global Equity I etwa wurde zwischen Oktober 1999 und März 2000 platziert und kann zum Ende 2009 beendet oder dreimal um ein Jahr verlängert werden. Bei diesem Fonds haben die Anleger laut Leistungsbilanz (Stand Ende 2008) bislang 30 Prozent ihrer Einlage verloren. Die Summe von Ausschüttungen und den noch vorhandenen Vermögenswerten beträgt in Relation zu dem eingezahlten Eigenkapital lediglich 69 Prozent.

Das gesamte Angebot aktueller Private-Equity-Fonds finden Sie hier

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1 Kommentar

  1. To-the-point post. Here are couple thoughts. What excites me is that positive changes are emerging for the US private equity industry in comparison to 2009-2010, supported by increased valuations and conditions in the capital markets. The private equity industry has not been immune to the affects of the struggling economy, as last couple years results demonstrated, but performance to date in 2011 has been promissing. Opportunities abound in the current environment offering ample investor capital to deploy, as well as evidence that some of the best performing PE vintage returns, historically, were made near the bottom of the cycle.

    Kommentar von allen ellis — 23. Februar 2011 @ 18:52

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