Wirtschaftskrise lässt Schiffsmärkte weiter absaufen

Die internationalen Schiffsmärkte leiden weiterhin unter der Wirtschaftskrise, wie der aktuelle Marktreport des Initiators Fondshaus Hamburg (FHH) zeigt. Besonders stark betroffen ist unverändert der Containerschiffsmarkt.

schiffsinktWährend auch Tanker und Car Carrier sich dem Abwärtstrend nicht entziehen konnten, sorgte einzig der Bulkermarkt dank der chinesischen Rohstoffimporte für überraschend gute Zahlen, so die Ergebnisse der halbjährlich erscheinenden FHH-Studie. Der Hunger der Stahlindustrie im Reich der Mitte pusht beständig die Eisenerz- und Kohleeinfuhren. Allerdings fiel das Wachstum 2009 mit 2,6 Prozent um die Hälfte geringer aus als 2008, wie aus der Analyse hervorgeht.

Dagegen litt der Containerschiffsmarkt auch im letzten Halbjahr unter dem Güterrückgang. Die 2009 von Containerschiffen transportierte Menge nahm laut FHH um schätzungsweise 50 Millionen TEU (Standardcontainer) auf 448 Millionen TEU ab, was einem Minus von zehn Prozent entspricht.

Arg gebeutelt präsentierte sich im vergangenen Jahr auch der Tankermarkt. 2009 ging die auf dem Seeweg transportierte Menge Rohöl im Vergleich zum Vorjahr um 3,5 Prozent zurück. Ähnlich entwickelte sich die Fracht von Ölprodukten (Brenn- und Treibstoffe), die um 2,5 Prozent abnahm. Während des dritten Quartals war die Nachfrage teilweise derart schwach, dass die Spot-Raten unterhalb der Betriebskosten lagen, heißt es im FHH-Report.

Auch der Markt für Car Carrier kann sich den Folgen der Wirtschaftskrise nicht entziehen. Seit August 2008 bestehen keine Neubaukontrakte für Car Carrier. Im zweiten Halbjahr 2009 wurden zwar 18 Einheiten mit 56.300 CEU (Fahrzeugeinheiten) verschrottet. Im gleichen Zeitraum wurden jedoch auch 25 Car Carrier mit 134.500 CEU abgeliefert.

Trotz der schlechten Zahlen gebe es, so der FHH-Report, aber Hoffnung auf Besserung. Für 2010 erwarte die OECD eine Steigerung des Welthandels um sechs Prozent und für 2011 von 7,7 Prozent. Die Marktanalysten von Clarkson Research prognostizierten für den Containerumschlag ein Wachstum von 6,4 Prozent, was 20 Millionen TEU entspricht.

Bei FHH gibt man sich deshalb optimistisch. „Für 2010 rechnen wir damit, dass der Schifffahrtsmarkt wieder auf ruhigere Gewässer zusteuert“, erklärt FHH-Geschäftsführer Jens Brandis. „Viele Investoren nutzen bereits wieder die Gunst der Stunde und kaufen günstig Schiffe oder Fondsanteile, weil sie bessere Zeiten und damit höhere Preise erwarten“, so Brandis weiter. (hb)

Foto: Shutterstock

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