18. November 2011, 08:54
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

DFR und TPW veröffentlichen Studie zur Sanierung von Schiffsfonds

Das Analysehaus Deutsche FondsResearch (DFR) und die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft TPW nutzten das “Hansa Forum”, den Hamburger Schiffsfinanzierungskongress am 17. November, um ihre Studie „Sanierungskapital für Schiffsfonds – Konzepte und Tendenzen“ vorzustellen.

MaritimEquity-127x150 in DFR und TPW veröffentlichen Studie zur Sanierung von Schiffsfonds

Daraus geht hervor, dass eine zweite Sanierungswelle auf den Markt für fondsfinanzierte Schiffe zukommt. Grundlage der Analyse bildet die DFR-Datenbank zur Bewertung von Schiffsbeteiligungen. Demnach konnten 262 Schiffe mit einem Kommanditkapital von rund 3,4 Milliarden Euro durch ein schlüssiges Sanierungskonzept in Fahrt gehalten werden. Containerschiffe sind mit rund 85 Prozent am häufigsten von Sanierungen betroffen, gefolgt von Produkten-/Chemikalientankern (sechs Prozent) und Mehrzweckfrachtern (fünf Prozent). Etwa die Hälfte aller Schiffsbeteiligungen wurde per Eigenkapital saniert, an zweiter Stelle folgte die Sanierung über Gesellschafterdarlehen, teilten die Hamburger Unternehmen mit. Darüber hinaus beleuchtet die Studie auch den Sonderfall der Sanierung von Dachfonds, bei denen meist nicht alle darin zusammengefassten Schiffe betroffen sind, so die Studie.

„Die erste Sanierungswelle wurde in der Schifffahrtsbranche zu einem großen Teil erfolgreich gemeistert“, resümiert Martina Hertwig, Partnerin bei TPW. „Dies ist nicht zuletzt einer Vielzahl von Anlegern zu verdanken, die als Gesellschafter eine große Bereitschaft gezeigt haben, ihr Investment in der Krise zu retten.“

Allerdings sei zu erwarten, dass die Anleger erneut aufgefordert werden, Kapital nachzuschießen. Dies gelte sowohl für bereits sanierte als auch nicht-sanierte Schifffahrtsgesellschaften: 64 noch nicht sanierte Schiffsfonds mit einem Gesamtkommanditkapital von rund 773 Millionen Euro befinden sich laut DFR in akuter Sanierungsgefahr. Diesen Status vergibt das Unternehmen, wenn die begründete Gefahr besteht, dass die Gesellschaft in wirtschaftliche Schwierigkeiten geraten könnte. Parameter dafür seien beispielsweise die Ausschöpfung des finanziellen Rahmens oder das Anfallen außerordentlicher Kosten bei einer angespannten Finanzlage. „Viele Schiffsbeteiligungen waren bezüglich der Entwicklung der Charterraten nach der ersten Sanierungswelle zu optimistisch und drohen nun in der zweiten Welle auf Grund zu laufen“, prognostiziert DFR-Geschäftsführer Nils Lorentzen.

Konnten in der Vergangenheit durch sorgfältig ausgewählte Konzepte Banken und Anleger von der Sinnhaftigkeit von Restrukturierungsmaßnahmen und Kapitalerhöhungen bei Schiffsfonds überzeugt werden, werde dies in den nächsten Monaten immer schwerer fallen.

Alternative Finanzierungswege, die alle Beteiligten mit ins Boot holen, seien daher zu beschreiten. Die DFR rechnet damit, dass die Bildung von Pools, die Beteiligung von Zweitmarktfonds aber auch der Einstieg institutioneller Investoren eine größere Rolle spielen werden.

Die 60-seitige Studie „Sanierungskapital für Schiffsfonds – Konzepte und Tendenzen“ kann für einen Preis von 195,- Euro über die Internetseite www.deutsche-fondsresearch.de bestellt werden. (af)

Foto: Shutterstock

Ihre Meinung



 

Versicherungen

Telefonica und Allianz starten Glasfaserprojekt in Deutschland

Der spanische Telekomkonzern Telefonica hat sich beim Glasfasernetz-Ausbau die Allianz als Partner an Bord geholt. Beide Konzerne sollen jeweils zur Hälfte am Gemeinschaftsprojekt beteiligt sein, teilten sie am Donnerstag in Madrid und München mit.

mehr ...

Immobilien

Karlsruhe weist Eilantrag gegen Berliner Mietendeckel ab

Kurz vor Inkrafttreten der zweiten Stufe des umstrittenen Berliner Mietendeckels hat das Bundesverfassungsgericht einen vorläufigen Stopp abgelehnt. Die Karlsruher Richter wiesen den Eilantrag einer Gesellschaft bürgerlichen Rechts ab, die in Berlin 24 Wohnungen vermietet.

mehr ...

Investmentfonds

Die Halver-Kolumne: US-Wahl – So viel mehr als nur eine normale Wahl

Der politische Höhepunkt 2020 steht kurz bevor und die Börsen sind nervös. Aufgrund der unterschiedlichen Ausrichtung der US-Präsidentschaftskandidaten kann man getrost von einer Richtungswahl sprechen. Besonders spannend sind die Fragen, ob bzw. wann es einen Sieger gibt, ein knappes Ergebnis überhaupt akzeptiert oder sogar als Wahlbetrug bezeichnet wird. Die Halver-Kolumne

mehr ...

Berater

Zweiter Chef bei Exporo

Herman Tange verstärkt ab sofort das Management-Team der Crowdinvesting-Plattform Exporo als Co-CEO an der Seite von Simon Brunke und soll in den Vorstand der Exporo AG berufen werden, sobald die formellen Anforderungen dafür erfüllt sind.

mehr ...

Sachwertanlagen

Deutsche Finance mit 650-Millionen-Dollar-Closing in San Francisco

Der Asset Manager Deutsche Finance und SHVO Capital haben gemeinsam für ein institutionelles Joint Venture um die Bayerische Versorgungskammer den Gebäudekomplex „Transamerica Pyramid“ in San Francisco erworben.

mehr ...

Recht

Das sollten private Vermieter beachten

Die meisten Wohnungen gehören in Deutschland Privatleuten. Sie vermieten meistens nur ein oder zwei Einheiten. Kleinvermieter nutzen die Immobilie häufig als Kapitalanlage oder als Finanzierungsbeitrag zum Bau des Eigenheims. Worauf es für private Vermieter ankommt.

mehr ...