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20. Oktober 2011, 09:00
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Geschlossenen Fonds fehlt die Exit-Option

Warum nur zieht bei geschlossenen Fonds das Sachwertargument nicht? Die Platzierungszahlen des dritten Quartals, die der Branchenverband VGF bei seinen Mitgliedern erhoben hat, lassen jedenfalls nicht den Schluss zu, dass Beteiligungen an Immobilien, Schiffen oder Solaranlagen von den Anlegern als sicherer Hafen vor Crash und Inflation wahrgenommen werden.

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Cash-Kolumnist Stefan Löwer

Im Gegenteil: Während der Goldpreis mit jeder schlechten Nachricht von den Finanzmärkten nach oben schnellt, lähmt die Krise im Euroraum den Absatz geschlossener Fonds. Deutlich abzulesen ist das an den VGF-Quartalszahlen. Nicht nur, dass der Absatz der Verbandsmitglieder gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 19 Prozent und gegenüber dem zweiten Quartal 2011 sogar um 37 Prozent rückläufig war. Auch die Entwicklung des monatlichen Platzierungsvolumens ist niederschmetternd.

Es sank laut VGF-Statistik analog zur erneuten Eskalation der Finanzkrise von 271 Millionen Euro im Juli auf 225 Millionen Euro im August und auf nur noch 171 Millionen Euro im September. Vor allem die September-Zahl ist alarmierend, zumal dieser Monat das Ende der Sommerpause markiert und im Normalfall einen kräftigen Anstieg erwarten ließe.

Offenkundig werden geschlossene Fonds von den Anlegern nicht als Sachwertinvestitionen angesehen – sondern als Finanzprodukte – und in der Krise entsprechend gemieden. Das dürfte seinen Grund auch darin haben, dass weiterhin kaum ein Fonds ohne Fremdkapital auskommt. Zu häufig war zuletzt wohl zu lesen, dass die vermeintlichen Sachwerte sich in Luft auflösen oder gar eine (Nach-)Zahlungspflicht auslösen können, wenn die Bank die Nerven verliert und den Stecker zieht. Sicherheit sieht anders aus.

Dennoch erliegen nicht wenige Konzeptionäre angesichts der niedrigen Zinsen der Versuchung, durch einen möglichst hohen Fremdkapitalhebel die Prognoserendite zu erhöhen – vor allem bei Solarfonds. Dabei sind die Anleger derzeit anscheinend gar nicht auf der Suche nach hohen Renditen, sondern sie wollen ihr Vermögen über die Krise retten.

Anders lässt sich der Gold-Hype nicht erklären. Schließlich wirft das Edelmetall keine laufenden Erträge ab. Selbst als Wert-Speicher ist es nur begrenzt geeignet: Angesichts des aktuell enorm hohen Niveaus wird der Goldpreis wohl implodieren, wenn die Situation sich stabilisiert und der Crash ausbleibt. Ein Wertverlust von 50 Prozent und mehr wäre dann nicht überraschend.

Seite 2: Probleme der fehlenden Exit-Option

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