22. Dezember 2011, 12:03
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

Private-Equity-Studie: Investoren warten ab

Die Private Equity-Stimmung ist Ende 2011 im Vergleich zum Vorjahresquartal deutlich gesunken und ist aktuell schlechter als 2008. Das zeigt eine Deloitte-Studie. Zudem vergrößere sich der Zeitraum zwischen Transaktionsstart und Closing, was einen erschwerten Fremdkapitalzugang und eine abwartende Haltung spiegele.

Manager-z Gern-127x150 in Private-Equity-Studie: Investoren warten ab

Private Equity - Investoren zögern

Demnach gehen nur 40 Prozent der Private Equity (PE)-Manager noch von Neuinvestitionen als Tätigkeitsschwerpunkt aus – vor allem eine umfassende Due Diligence werde dagegen mehrheitlich als wichtiger Faktor gesehen. Branchenspezifisch betrachtet seien zurzeit Unternehmen der Konsumgüter- und Automobilindustrie attraktiv für PE-Investitionen, während das Interesse am TMT-Bereich (Technologie, Medien, Telekommunikation) stagniere.

“Eine Konjunkturabkühlung in Deutschland ist absehbar. Das schlägt auf die Investitionen der Private-Equity-Gesellschaften durch. Allerdings sind die Zeichen noch uneinheitlich – unglücklich gelaufene Deals und Börsengänge stehen erfolgreichen Übernahmen gegenüber. Die weitere Entwicklung bleibt abzuwarten. Sicher ist, dass geplante Deals und Portfolio Exits jetzt mit besonderer Umsicht durchgeführt werden”, erklärt Christof Dreibholz, Partner und Leiter PE-Services bei Deloitte.

Zwischen den beiden vierten Quartalen 2010 und 2011 ist der in Rahmen der Studie ermittelte Private-Equity-Stimmungsindikator um etwa 100 Prozent zurückgegangen. Nach 64 Prozentpunkten Verlust liegt er nun bei 66 – und damit unter dem Wert von 72 Punkten im Jahr 2008. Insgesamt gehen zwei Drittel der befragten Manager von einer Verschlechterung des gesamtwirtschaftlichen Klimas aus – auch hier ist in etwa das Niveau des Krisenjahres 2008 erreicht. Nur noch sechs Prozent der Manager glauben an einen guten Fremdkapitalzugang und elf Prozent an die Möglichkeit steigender Transaktionsvolumina. Dafür denken 70 Prozent, dass die Auflage neuer Fonds stark erschwert wird.

Durch die steigende Konkurrenz strategischer Investoren zu PE-Anbietern gehen knapp 30 Prozent der Befragten von einem steigenden Wettbewerb um attraktive Objekte aus, knapp ein Viertel erwartet dagegen einen Rückgang. Dafür glaube die Mehrheit an deutlich längere Fristen zwischen Start und Closing einer Transaktion, zum Beispiel aufgrund des erschwerten Fremdkapitalzugangs, komplexerer Strukturen, intensiverer Due-Diligence-Phasen oder zurückhaltender Verkäufer.

Der Schwerpunkt der PE-Manager-Aktivitäten verlagert sich laut der Studie zunehmend auf Optimierung der Kostenstrukturen oder Identifikation neuer Wachstumsstrategien. Nur noch 40 Prozent wollen sich demnach auf Neuinvestitionen konzentrieren. Dabei halten 40 Prozent der befragten Manager sinkende EBITDA-Multiplikatoren mit entsprechendem Einfluss auf die Unternehmenskaufpreise für wahrscheinlich.

Seite 2: Wachsende Bedeutung der Operational Due Diligence

Weiter lesen: 1 2

Ihre Meinung



 

Versicherungen

Entscheidung über Provisionsdeckel erneut verschoben

Auch an diesem Mittwoch hat die Bundesregierung nicht über den Provisionsdeckel in der Lebensversicherung entschieden.

mehr ...

Immobilien

EU-Kriterienkatalog: Green Finance für Immobilien

Der Kampf um die Pariser Klimaziele geht in eine neue Runde. Lange wurde er erwartet, jetzt ist er endlich da – der Kriterienkatalog der EU, der  Investoren und Finanzierern Aufschluss über die Nachhaltigkeit von Investments geben soll.

mehr ...

Investmentfonds

Facebooks Libra macht Kryptowährungen massentauglich – auch ohne Banken

Mehr als 2,4 Milliarden potenzielle Nutzer für Facebooks Kryptowährung Libra: Gelingt es Facebook nach der Revolutionierung der privaten und öffentlichen Kommunikation nun auch, das globale Geldsystem zu revolutionieren?

mehr ...

Berater

So erreichen Sie jeden Kunden

Wo informieren sich Konsumenten über Produkte und Dienstleistungen? Für 59 Prozent der volljährigen Verbraucher in Deutschland sind Onlinemedien im Web 1.0 die meistgenutzte Quelle für solche Produktinfos, für 22 Prozent hingegen traditionelle Medien wie Zeitungen und Fernsehen. Welcher Kanal und welcher Stil im Einzelfall die richtige Wahl für eine erfolgreiche Kundenansprache ist, hängt von der jeweiligen Zielgruppe ab.

mehr ...

Sachwertanlagen

Die Top 5 der Woche: Sachwertanlagen

Was waren die interessantesten Sachwert-Themen und Meldungen der Woche? Welche Beiträge wurden von den Cash.Online-Lesern besonders häufig geklickt? Unser Wochen-Ranking zeigt das Wichtigste auf einen Blick.

mehr ...

Recht

Trennung nach Schenkung: Geld zurück, bitte!

Geldgeschenke der Eltern eines Partners müssen zurückgezahlt werden, wenn sich das Paar kurze Zeit nach der Schenkung trennt. Das hat der Bundesgerichtshof entschieden (Urteil vom 18. Juni 2019 – X ZR 107/16).

mehr ...