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22. Oktober 2012, 09:10
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AIFM-Richtlinie: Regulierungsbedingt auf der Warteposition

Die Branche der geschlossenen Fonds wartet noch immer – auf Klarheit darüber, wie ein Beteiligungsangebot strukturiert sein muss, damit es am 23. Juli 2013 AIFM-konform noch vertrieben werden darf.

AIFM-Richtlinie

Text: Andreas Friedemann

Alle Jahre wieder veröffentlicht Cash. seine traditionelle Marktübersicht der geschlossenen Fonds. Sie beruht auf einer umfangreichen Recherche in den Beteiligungsprospekten, im Internet und einer Befragung der Initiatoren.

Dabei werden alle Offerten ermittelt, die im vierten Quartal 2012 vertrieben werden. Erfasst werden auch diejenigen Fonds, an denen die Konzeptionäre der Emissionshäuser zum Redaktionsschluss noch gearbeitet haben und deren Beteiligungsprospekte noch nicht bei der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) eingereicht worden sind.

Insgesamt wird die Initiatorenschaft demnach 272 Beteiligungsangebote unterbreiten, über die Investitionsvorhaben in einer Größenordnung von elf Milliarden Euro realisiert werden sollen. Konzeptionsgemäß steuern die Anleger knapp acht Milliarden Eigenkapital dazu bei. Dass es wirklich dazu kommt, scheint jedoch überaus fraglich – nicht nur, weil die Anleger selbst bei den Sachwertinvestitionen immer zurückhaltender agieren, sondern schon allein aus Zeitgründen.

Die Emissionshäuser stehen unter einem enormen Platzierungsdruck, denn am 23. Juli 2013 endet ihre Chance, das prospektierte Eigenkapitalvolumen einzuwerben. An diesem Tag tritt das Gesetz zur Umsetzung der europäischen AIFM-Richtlinie in Kraft.

Es ist der einzige gesicherte Anhaltspunkt, den die Initiatoren geschlossener Fonds derzeit haben. Welchen gesetzlichen Anforderungen ihre Beteiligungsangebote ab diesem Tag entsprechen müssen, können sie nur vermuten oder besser befürchten.

AIFM-Richtlinie
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Als Mitte Juli 2012 ein 545 Seiten umfassender Entwurf des Umsetzungsgesetzes aus dem Bundesfinanzministeriums den Weg an die Öffentlichkeit fand, verfiel die Branche in eine Art Schockstarre: So soll beispielsweise die Zahl der zulässigen Assetklassen deutlich reduziert, der Fremdkapitalanteil auf 30 Prozent des Fondsvolumens begrenzt und die Initiatoren mit zeit- und kostenintensiven Berichtspflichten gegenüber der BaFin belastet werden.

Initiatoren warten auf Politiker

Die wenigsten der am Markt befindlichen Offerten werden diese Vorgaben erfüllen können und müssen zum Stichtag vom Markt genommen werden. Die Lobbyverbände aller betroffenen Anlageklassen bemühen sich seit Wochen, auf die beteiligten Politiker im Sinne ihrer Klientel einzuwirken.

Seite zwei: Beratungen in Berlin dauern weiter an

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