Anzeige
Anzeige
13. Juli 2012, 12:32
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

Commerz Real kämpft und investiert, um Insolvenz des CFB-Fonds 130 abzuwenden

Seit dem Auszug des Ankermieters Deutsche Börse im März 2011 erzielt der Fonds CFB 130 der Commerz Real keine Einnahmen mehr und ist überschuldet. Selbst wenn die Anleger das Angebot der Initiatorin annehmen, Objekt und Schulden zu übernehmen, drohen ihnen Verluste.

CFB Fonds 130 Klein-127x150 in Commerz Real kämpft und investiert, um Insolvenz des CFB-Fonds 130 abzuwenden

Das Fondsobjekt in Frankfurt-Hausen

Rund 2.500 Anleger sind aufgerufen, in der am 19. Juli 2012 stattfindenden Gesellschafterversammlung dem Sanierungsvorschlag der neuen Fondsgeschäftsführer zuzustimmen, um die Insolvenz der Fondsgesellschaft abzuwenden. Erst am 2. Juli 2012 habe die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Deloitte & Touche ein Gutachten vorgelegt, in dem sie die Fondsgesellschaft als überschuldet bezeichnet. “Dieser Umstand zwingt die Geschäftsführung dazu, innerhalb von maximal drei Wochen (also spätestens bis zum 23. Juli 2012) einen Insolvenzantrag über das Vermögen der Gesellschaft zu stellen”, heißt es in dem Einladungsschreiben vom 9. Juli 2012.

In diesem Fall würde der Insolvenzverwalter voraussichtlich die seit dem Jahr 2001 gezahlten Ausschüttungen in Höhe von rund 40,4 Millionen Euro von den Anlegern zurückverlangen. Auch ein Verlust der Einlagen ist nicht auszuschließen. Der CFB-Fonds hatte eine Gesamtinvestitionsvolumen in Höhe von 192,2 Millionen Euro, der Anteil von 102,3 Millionen Euro wurde über Eigenkapital finanziert. Obwohl die riesige Fondsimmobilie im Frankfurter Stadtteil Hausen mit einer Bruttogrundfläche von 55.766 Quadratmetern aus mehreren Gebäudeteilen besteht, ist es der Fondsgeschäftsführung nicht gelungen, einen oder mehrere Nachmieter zu finden.

So stehe man zwar in Verhandlungen mit möglichen Mietinteressenten, doch selbst wenn die Immobilie wieder vollständig vermietet würde, reichten die Einnahmen nicht aus, “den Kapitaldienst und die erforderlichen Bewirtschaftskosten vollständig zu bedienen”, heißt es in dem Anlegerrundschreiben.

Zudem verlangten die Interessenten mindestens ein mietfreies Jahr. Bei einer Restschuld der verbliebenen Darlehen in Höhe von 82,9 Millionen Euro bei der HypoVereinsbank und abgeschlossener Zinssicherungsgeschäfte (Swaps) mit einem Marktwert von minus 27,9 Millionen Euro errechnet sich ein Fehlbetrag von 110,8 Millionen Euro. Die laufenden Kosten für Zins und Tilgung sowie den Unterhalt der Fondsimmobilie betragen sieben Millionen Euro jährlich.

Der Gebäudekomplex, einst für mehr als 150 Millionen Euro errichtet, werde heute noch auf 45 Millionen Euro geschätzt, die freien Liquiditätsreserven hätten die Prüfer von Deloitte & Touche mit zwölf Millionen Euro angesetzt hätten.

Damit ihre rund 2.500 betroffenen Anleger keinen Totalverlust erleiden und wenigstens die Ausschüttungen von kumuliert 39,5 Prozent der Kommanditeinlage behalten könnten, hat sich die Initiatorin Commerz Real bereit erklärt, die Immobilie mit allen darauf liegenden Verbindlichkeiten zu übernehmen. Für die Anleger bliebe es dann bei einem Verlust von rund 60 Prozent ihrer Beteiligungssumme. Für den Fall, dass das Objekt eines Tages verkauft werden sollte, stellt die Commerz Real zudem eine Beteiligung der Anleger am erzielten Mehrerlös in Aussicht. Das heißt, sie würden 60 Prozent des Betrags erhalten, der sich aus dem dann erzielten Verkaufspreis plus den bis dahin durch Neuvermietung womöglich erzielten Mieteinnahmen abzüglich der von der Gesellschaft der Commerz Real aufgebrachten Kosten für Instandhaltung und Verwaltung ergibt. Entsprechend sieht der Vorschlag der Fondsgeschäftsführung für die Anleger einen Besserungsschein vor. Unter diesen Umständen ist damit zu rechnen, dass die erforderliche Dreiviertel-Mehrheit am kommenden Donnerstag zustande kommt. (af)

Foto: Commerz Real

Anzeige

Ihre Meinung



Cash.Aktuell

Cash. 11/2017

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Biotech-Fonds – Kfz-Policen – Versicherungen für Wohneigentum – Family Offices

Ab dem 19. Oktober im Handel.

Cash.Special 2/2017

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Herausforderungen 2018 – bAV-Reform – Elementarschadenversicherung – Digitale Geschäftsmodelle

Ab dem 24. Oktober im Handel.

Versicherungen

Patientenschützer mahnen dringend neuen Pflege-TÜV an

Die Deutsche Stiftung Patientenschutz hat von der neuen Bundesregierung rasch eine Reform des sogenannten Pflege-TÜVs angemahnt. “Der neue Pflege-TÜV sollte 2018 an den Start gehen. Fest steht aber heute schon, dass er nicht termingerecht kommen wird”, sagte Stiftungsvorstand Eugen Brysch der Deutschen Presse-Agentur.

mehr ...

Immobilien

CDU will Mietpreisbremse auslaufen lassen

Die CDU will sich einem Zeitungsbericht zufolge von der Mietpreisbremse verabschieden. Ziel sei es, sich bei Gesprächen über eine Jamaika-Koalition aus Union, Grünen und FDP auf ein Auslaufen der Mietpreisbremse im Jahr 2020 zu verständigen, berichten die “Stuttgarter Nachrichten” unter Berufung auf Unionskreise.

mehr ...

Investmentfonds

Monega verwaltet neuen Fonds von Wieland Staud

Die Monega Kapitalanlagegesellschaft (KAG) mbH mit Sitz in Köln hat zusammen mit der Staud Research GmbH, Bad Homburg, und der Greiff capital management AG, Freiburg, den neuen StaudFonds aufgelegt.

mehr ...

Berater

Geldanlage: Deutsche schätzen Renditechancen falsch ein

Viele Bundesbürger haben falsche Vorstellungen von den Renditechancen verschiedener Anlageformen. Das geht aus einer aktuellen Umfrage von Kantar Emnid im Auftrag der Fondsgesellschaft Fidelity International hervor. Demnach unterschätzt eine Mehrheit der Deutschen zudem den Zinseszinseffekt bei Fonds.

mehr ...

Sachwertanlagen

Die Krux mit dem Verfallsdatum

Die neueste Cash.-Markterhebung und eine aktuelle Mitteilung der BaFin lenken den Blick auf eine spezielle Vorschrift für Vermögensanlagen-Emissionen. Einsichtig ist diese nicht – und ein Risiko auch für den Vertrieb. Der Löwer-Kommentar

mehr ...

Recht

Erbrecht: Ausgleichspflicht bei Berliner Testamenten

Das sogenannte Berliner Testament ist in Deutschland eine der beliebtesten und zahlenmäßig häufigsten Testierformen. In der Praxis kann dabei jedoch zu erheblichen Komplikationen kommen, etwa was die Ausgleichspflichten der Erben angeht.

mehr ...