VGF meldet deutlichen Platzierungsrückgang im dritten Quartal

Die im VGF Verband Geschlossene Fonds organisierten Emissionshäuser haben im dritten Quartal 2012 insgesamt 529,1 Millionen Euro Eigenkapital und damit 46 Prozent weniger als im Vorjahres- sowie 34 Prozent weniger als im Vor-Quartal platziert. Das zeigen die heute veröffentlichten Zahlen.

Das Platzierungsvolumen setzt sich aus Meldungen der 41 Vollmitglieder des Verbands zusammen. Auf die einzelnen Monate verteilt haben Anleger im Juli 2012 164,2 Millionen Euro in Sachwerte investiert, im August 163,8 Millionen Euro und im September 201,1 Millionen Euro. Ein Plus im Vergleich zum Vorjahresquartal konnten lediglich die Auslandsimmobilienfonds verbuchen. Die Platzierungszahlen bei den Portfoliofonds blieben konstant, alle anderen Segmente mussten teils deutliche Einbußen hinnehmen (siehe Tabelle).

Selbst das in den vorhergehenden Statistiken zumeist deutlich anziehende Geschäft mit institutionellen Investoren, auf das die Emissionshäuser eigenen Aussagen nach zudem ein immer größeres Gewicht legen, hat im Jahresvergleich einen überraschenden Einbruch von fast 80 Prozent erfahren.  VGF-Hauptgeschäftsführer und -Sprecher Eric Romba sieht darin allerdings kein Zeichen für eine Trendumkehr: „Wir wissen aus den Vorjahren, dass Platzierungen von institutionellen Kunden überwiegend zum Jahresende gemeldet werden, insofern ist das noch kein beunruhigendes Signal. Die Mitgliedsunternehmen spiegeln uns, dass das Interesse der professionellen Investoren an geschlossenen Fonds anhaltend hoch ist.“

Den Rückgang des Gesamtplatzierungsvolumens um 445,4 Millionen Euro im Vergleich zum Vorjahresquartal sowie um 267,5 Millionen Euro im Vergleich zum zweiten Quartal 2012 macht Romba vor allem an der Umstellung auf die neuen gesetzlichen Regelungen, wie beispielsweise das seit dem 1. Juni 2012 auch für den Vertrieb von geschlossenen Fonds geltende Wertpapierhandelsgesetz fest. Dies habe „deutliche Spuren“ im Markt hinterlassen. „Hinzu kommt die Verunsicherung über das neue regulatorische Marktumfeld aus dem Diskussionsentwurf zum AIFM-Umsetzungsgesetz. Gerade die Unklarheit bei den Übergangsvorschriften führte bei Vertrieben und Anbietern zu starker Zurückhaltung. Vor diesem Hintergrund sind die in der letzten Woche bekannt gewordenen Änderungen im Entwurf zum Umsetzungsgesetz sehr wichtig für den Markt. Dies gilt vor allem für die Produktregelungen und die Übergangsvorschriften“, so Romba weiter.

Hintergrund: Im Gegensatz zu den VGF-Branchenzahlen werden für die VGF-Quartalszahlen nur die Mitglieder des Verbandes befragt. An der Erhebung für das dritte Quartal 2012 haben alle 41 der im Verband organisierten Anbieterunternehmen teilgenommen. Der Verband nimmt bei seinen statistischen Erhebungen keine Schätzungen und Hochrechnungen vor. Die Quartalszahlen werden unterjährig ausschließlich kumuliert dargestellt. Ein Ausweis auf Fonds- und/oder Unternehmensebene erfolgt nicht. (te)

Foto: VGF

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