27. Februar 2013, 12:30
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

Roland-Berger-Studie sieht Private-Equity-Branche im Stimmungsaufschwung

Europas Private-Equity-Investoren rechnen damit, im laufenden Jahr wieder mehr Deals tätigen zu können – allen voran in Skandinavien und Deutschland. Das ist ein Ergebnis der Studie European Private Equity Outlook 2013, für die Roland Berger Strategy Consultants 1.200 Marktteilnehmer befragt hat.

Sievers Roland-Berger-253x300 in Roland-Berger-Studie sieht Private-Equity-Branche im Stimmungsaufschwung

Gerd Sievers, Partner bei Roland Berger Strategy Consultants

Als wichtigste Zielindustrien gelten die Branchen Pharma und Medizin, Konsumgüter und Handel sowie Energieversorger. „Die Stimmung im europäischen Private Equity-Markt klart langsam aber stetig auf und der Markt nimmt wieder Fahrt auf“, sagt Gerd Sievers, Partner im Bereich Corporate Finance von Roland Berger Strategy Consultants. “Da die allgemeinen Konjunkturaussichten eher unverändert eingeschätzt werden, kann dies auf eine Verbesserung der Situation an den Finanzmärkten und der Entwicklung der Euro-Krise zurückgeführt werden.”

Aktuell halten 52 Prozent der Umfrageteilnehmer einen Anstieg der M&A-Transaktionen mit Private Equity-Beteiligung gegenüber dem Vorjahr als realistisch – vor allem in Skandinavien (plus 2,7 Prozent), Deutschland (plus 2,4 Prozent) und Polen (plus 1,9 Prozent). Das kann auf die wirtschaftlich positiven Aussichten in diesen Ländern zurückgeführt werden. Deshalb rechnen die Umfrageteilnehmer dort mit einer stärkeren Übernahmeaktivität. Rückläufig dürfte die Geschäftsentwicklung dagegen erwartungsgemäß in Griechenland, Frankreich, auf der iberischen Halbinsel und Italien sein.

Große Transaktionen über 500 Millionen Euro werden auch 2013 eher die Ausnahme bleiben, denn Experten halten unter anderem die Fremdkapitalbeschaffung weiterhin für schwierig: “Dieses Ergebnis verwundert, da aktuell viel Liquidität im Markt vorhanden ist und vereinzelt Vorbereitungen für Verkäufe größerer Targets angelaufen sind”, meint Sievers. “Insbesondere die Attraktivität und Kaufpreiserwartungen werden für die Anzahl und Größe der Transaktionen entscheidend sein.” Die Studienteilnehmer erwarten, dass zumindest die Attraktivität der Targets steigen wird. Bei den Kaufpreiserwartungen wird keine signifikante Reduzierung gegenüber dem Vorjahr vorhergesagt.

Akquisitionsquellen stellen hauptsächlich Mehrheitsbeteiligungen von familiengeführten Unternehmen (46 Prozent) und mit je 43 Prozent so genannte Carve Outs (Abspaltungen aus Konzernen) und Secondary buy-outs (Verkauf an weiteren PE-Investor) dar. Als potenzielle Käufer führten strategische Investoren (23 Prozent) das Feld an, gefolgt von anderen Exit-Möglichkeiten über PE-Unternehmen sowie Dual- (Prüfung Verkauf und Börsengang) oder Triple Tracks (Prüfung Verkauf, Börsengang und Refinanzierung) mit jeweils rund 20 Prozent.

Wie die Studieninitiatoren weiter herausfanden, wollen sich die Wagniskapitalisten in 2013 verstärkt darauf konzentrieren, ihre Portfolio-Unternehmen weiterzuentwickeln. Dafür setzen sie sowohl auf strategische (39 Prozent) als auch auf operative (36 Prozent) Maßnahmen. Finanzielle Maßnahmen, wie Refinanzierungen oder Rekapitalisierungen, sind nur für 26 Prozent der Befragten relevant.

Indes: Zwei Drittel der Investoren sind der Meinung, dass sie die Zukunftsfähigkeit des Geschäftsmodells auf den Prüfstand stellen sollten. “Durch die Finanzkrise wurde ein gewisser Anpassungsbedarf offensichtlich. So ist zum Beispiel ein passives Portfoliomanagement langfristig nicht mehr tragbar. Die Private-Equity-Branche sollte heute die Chance nutzen, sich mit einem aktiveren Management von Portfoliounternehmen dem neuen Marktumfeld anzupassen, um künftig für mögliche Krisen besser gerüstet zu sein”, fasst Sievers zusammen. (af)

Foto: Roland Berger Strategy Consultants

4 Kommentare

  1. Sehr geehrte Cash.Online Redaktion,
    ich respektiere Ihren Hinweis.
    MfG

    Kommentar von Karl-Heinz Seibold — 28. Februar 2013 @ 19:30

  2. Sehr geehrter Herr Seibold,

    Sie haben sicher Verständnis dafür, dass wir nicht zulassen können, dass unser Online-Nachrichten-Portal dazu genutzt wird, Schmähkritik an einem anderen Marktteilnehmer zu äußern. Ihre Auseinandersetzung mit der Beratungsgesellschaft Roland Berger müssen Sie vor einem Gericht austragen und den Juristen die rechtliche Würdigung Ihres Falles überlassen.

    Mit freundlichem Gruß,
    die Redaktion von Cash.Online

    Kommentar von Karl-Heinz Seibold — 27. Februar 2013 @ 21:45

  3. Kommentar von Karl-Heinz Seibold — 27. Februar 2013 @ 21:43

  4. Roland Berger und sein Unternehmensberater-Skandal lässt lässt Zweifel über seine Studien aufkommen!

    Kommentar von Karl-Heinz Seibold — 27. Februar 2013 @ 21:24

Ihre Meinung



Cash.Aktuell

Cash. 02/2019

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Arbeitskraftabsicherung – Denkmalobjekte – Betriebsrente – Digital Day 2019

Ab dem 24. Januar im Handel.

Cash. 01/2019

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Fonds Finanz – Robotik – Moderne Klassik – Finanzanalyse

Versicherungen

Renten steigen um mehr als drei Prozent

Die Bezüge der rund 20 Millionen Rentner in Deutschland steigen zum 1. Juli spürbar. In Westdeutschland steigen die Renten um 3,18 Prozent, im Osten sogar um 3,91 Prozent. Das teilte das Bundesarbeitsministerium am Mittwoch in Berlin mit.

mehr ...

Immobilien

Immowelt: Quadratmeterpreise steigen bis 2020 vierstellig

Beim Preiswachstum auf dem Immobilienmarkt ist das Ende der Fahnenstange noch lange nicht erreicht: Gerade in den größten deutschen Städten werden die Kaufpreise für Eigentumswohnungen weiterhin stark steigen, prognostiziert auch das Online-Portal Immowelt.

mehr ...

Investmentfonds

Anleger: Risiken richtig steuern

Anfang 2018 strotzten die Anleger vor Zuversicht, mussten sich in der Folge jedoch auf bescheidenere Renditen und höhere Volatilität einstellen. Wie jetzt das Risikomanagement aussehen sollte.

Gastbeitrag von Michaël Lok, Union Bancaire Privée (UBP)

mehr ...

Berater

Fondsfinanz: 5.200 Messebesucher und ein neuer Partner

Der Maklerpool Fondsfinanz konnte auf seiner diesjährigen Makler- und Mehrfachagentenmesse (MMM) im MOC München 5.200 Fachbesucher begrüßen. Besonders gefragt waren nach Angaben des Unternehmens die IDD-konformen Fachvorträge.

mehr ...

Sachwertanlagen

RWB bringt Anleger ins Milliardärs-Business

Ein echter Mega-Deal ist dem Asset Manager RWB für seine Anleger gelungen: Über den Zielfondsmanager Marlin Equity Partners sind diese jetzt an den Geschäften von Milliardär Richard Branson beteiligt.

mehr ...

Recht

Straßenverkehr: Was tun bei falschen Anschuldigungen?

Strafen vom Bußgeld bis zum Führerscheinentzug muss nur fürchten, wer sich nicht an die Verkehrsregeln hält – so zumindest in der Theorie. Trotzdem kommt es in der Praxis immer wieder zu potenziell teuren Falschanschuldigungen.

mehr ...