10. Dezember 2019, 15:27
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“Hirndoping” – Bessere Leistung per Pille?

„Hirndoping“: Schüler machen es, Studenten und Arbeitnehmer auch. Sie nehmen Mittel ein, um mehr Leistung zu bringen.

Shutterstock 1331559143 Brain in Hirndoping - Bessere Leistung per Pille?

Leistungssteigerung per Pille? 20 Prozent aller Manager haben bereits zugegriffen.

Vor den Abiturarbeiten ist der Lernstress für Schüler besonders groß. Und Studenten an Hochschulen und Universitäten stehen vor Klausuren ebenfalls extrem unter Strom. In solch stressigen Zeiten komme es vor, dass junge Menschen verstärkt zu leistungssteigernden Medikamenten wie Ritalin griffen, sagt der Mediziner und Soziologe Andreas G. Franke.

Sie nutzten verschreibungspflichtige und illegale Mittel gezielt bei der Prüfungsvorbereitung zum „Hirndoping“. Eindeutige Zahlen darüber, wie viele Schüler und Studenten ihre Leistungen per Pille steigerten, gebe es nicht. „Es ist ein Tabuthema“, sagt der Professor an der Hochschule der Bundesagentur für Arbeit in Mannheim.

Rund 20 Prozent der Befragten haben schon “gedopt” Franke forscht schon seit vielen Jahren an dem Thema. In seinen Studien, die er bei Studenten, Chirurgen und Managern gemacht hat, zeigte sich: Rund 20 Prozent aus jeder Zielgruppe gaben an, schon mindestens einmal ein illegales oder verschreibungspflichtiges Mittel zur Leistungssteigerung genommen zu haben.

In Befragungen seien mehrere Tausend Schüler und Studierende, aber auch Arbeitnehmer bundesweit eingebunden gewesen, sagt er. Auch Bildungseinrichtungen in Rheinland-Pfalz waren darunter, zum Beispiel in Trier, Kaiserslautern und Speyer.

Ein Tabuthema, über das man nicht spricht

Überall habe sich gezeigt: „Es wird nicht offen über das Thema gesprochen“, sagt der Psychiater. Auch gegenüber Mitschülern oder Kommilitonen werde verborgen, wenn man etwas Derartiges einnehme. Ausnahme:

„Bei den illegalen Dingen spricht man darüber nur in kleinen Zirkeln.“ Der amphetaminartige Wirkstoff Methylphenidat, der in Ritalin enthalten ist, wird in der Regel für Patienten mit dem Aufmerksamkeitsdefizit- und Hyperaktivitätssyndrom (ADHS) verschrieben. Wer sich das Arzneimittel anderweitig besorgt, schluckt es illegal.

 

Seite 2: Ritalin für die Prüfungszeit?

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