Woba-Kauf durch Fortress genehmigt

Der Übernahme der Dresdner Wohnungsgesellschaft Woba durch die amerikanische Investmentgesellschaft Fortress ist perfekt. Der Dresdner Stadtrat genehmigte den Verkauf der 48.000 Wohnungen und 1.300 Gewerbeienheiten am Donnerstag dem 9. März mit 40 gegen 29 Stimmen.

Fortress zahlt den vereinbarten Kaufpreis von 1,74 Milliarden Euro. Nach Ablösung der Woba-Schulden verbleibt der Stadt Dresden ein Erlös von rund 981 Millionen Euro (siehe cash-online vom 8.03.2006). Sie sollen verwendet werden, um die Schulden der Stadt in Höhe von 741 Millionen Euro komplett abzulösen.

Der Deal stößt auf Kritik beim Deutschen Mieterbund und beim GdW Bundesverband deutscher Wohnungsunternehmen. „Die Mehrheitsentscheidung des Stadtrats macht die Stadt wohnungslos. Damit wird ein kommunales Unternehmen verkauft, das für die Entwicklung und die Zukunft der Sadt eine wesentliche Bedeutung hat“, erklärt GdW-Präsident Lutz Freitag. Der GdW räumt allerdings ein, dass mit Fortress ein seriöser und in Bezug auf seine Zusagen verlässlicher Geschäftspartner den Zuschlag erhalten habe.

Schäfer fällt die Kritik vom Deutschen Mieterbund aus: „Die Mieter werden letztlich die Zeche zahlen müssen. Der hohe Kaufpreis muss von Fortress wieder eingespielt werden, die Mieten in Dresden werden steigen“, warnt Direktor
Dr. Franz-Georg Rips. Die vereinbarte Sozialcharta gehe nicht über die ohnehin im Gesetz geregelten Bestimmungen hinaus. Auch die Mieterhöhungsbegrenzung beziehe sich lediglich auf den Gesamtdurchschnitt aller Woba-Wohnungen, so dass der einzelne Mieter mit drastischen Erhöhungen von bis zu 20 Prozent in drei Jahren rechnen müsse. Zudem habe die Stadt Dresden mit dem Verkauf den Einfluss auf die kommunale Wohnungspolitik und den Stadtumbau völlig aufgegeben.

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