Anzeige
2. Dezember 2008, 00:00
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

BaFin will Auszahlpläne stoppen

Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin), Bonn/Frankfurt, hat die Anbieter offener Immobilienfonds, welche die Rücknahme von Anteilen gestoppt haben, aufgefordert, auch Auszahlpläne nicht mehr zu bedienen. Sollten die Gesellschaften diese Entscheidung befolgen, werden insbesondere Privatanleger, die ihre Zusatzrente aus den Anteilen beziehen und zum Teil auf die monatlichen Zahlungen angewiesen sind, im Regen stehen gelassen.

Die Mitteilung ist keine rechtliche Verpflichtung

“Nach rechtlicher Prüfung ist die BaFin zu dem Schluss gekommen, dass der Grundsatz der Anlegergleichbehandlung nicht gegeben ist. Das Bedienen der Auszahlpläne ist angesichts des Rücknahmestopps investmentrechtlich nicht zulässig”, so eine BaFin-Sprecherin zu der am Freitag den Gesellschaften mitgeteilten Entscheidung. Indes spiegelt diese Mitteilung lediglich die Rechtsauffassung der BaFin wider und stellt für die Unternehmen noch keine verpflichtende Handlungsrichtlinie dar. Dafür ist ein Verwaltungsakt notwendig, der aber (noch) nicht erlassen wurde. Dieser würde allerdings zur Folge haben, dass die Entscheidung der BaFin auch rechtlich angreifbar wäre.

SEB bedient auch weiterhin Auszahlpläne

Der BaFin-Mitteilung zum Trotz, teilt die SEB gegenüber cash-online mit, die Auszahlpläne zum SEB Immoinvest auch weiterhin bedienen zu wollen. Kanam überwies zuletzt gestern die jeweils zu Monatsmitte und -ende fällig werdenden Zahlungen an die Anleger. In den kommenden Tagen wolle man sich auf Verbandsebene besprechen und abstimmen, wie künftig verfahren werden soll, so Dr. Michael Birnbaum, Sprecher der Kanam-Gruppe.

Von den elf Gesellschaften, die Ende Oktober ihre Pforten geschlossen hatten, bedienten die drei Anbieter SEB Asset Management, Degi Investment und Kanam, alle Frankfurt, die – in der Regel vor der Schließung der Fonds vereinbarten – Auszahlpläne weiterhin. Diese Entscheidungen erfolgten nach eingehender Prüfung teilweise externer Rechtsgutachten. Dieses Vorpreschen der Fondsgesellschaften ist juristisch strittig, da das Investmentgesetz die Gleichbehandlung von Anlegern vorsieht.

Nicht zuletzt die Mitteilung des Bundesverbands Investment und Asset Management e.V., Frankfurt, hatte den drei Gesellschaften in dieser Angelegenheit aber den Rücken gestärkt. Nach BVI-Einschätzung verstoße diese Praxis nicht gegen das Anlegergleichbehandlungsgebot. Inhaber von Auszahlungsplänen müssten als eine eigenständig definierte Gruppe gesehen werden, die mit anderen Anlegern nicht zu vergleichen sei, da die Auszahlpläne noch vor Schließung der Fonds vereinbart worden seien. Sprecher Andreas Fink bewertet die Mitteilung der BaFin gegenüber cash-online als “unglücklich”.

Mittelabflüsse fallen sehr unterschiedlich aus

Im Gegensatz zu den drei genannten Anbietern hat der Münchner Anbieter Pramerica zuletzt mitgeteilt, die Entscheidung der Regierung zu diesem Thema abwarten zu wollen. Ein Alleingang komme nicht infrage, so ein Mitarbeiter gegenüber cash-online. Das Unternehmen musste seinen TMW Immobilien Weltfonds nach per Saldo vergleichsweise geringen Mittelabflüssen von knapp 60 Millionen Euro ebenfalls schließen. Zum Vergleich: Die höchsten Abflüsse im Oktober verzeichnete mit im Saldo über 700 Millionen Euro der Grundbesitz Global der Deutschen Bank, die den Fonds allerdings nicht schließen musste. Die gesetzliche Liquiditätsquote, die offene Immobilienfonds nicht unterschreiten dürfen, liegt aktuell bei fünf Prozent. Die freiwillige branchenweite Selbstverpflichtung hingegen beläuft sich auf zehn Prozent. Per Ende September lag die Nettoliquiditätsquote des TMW Weltfonds bei neun Prozent. (mo)

Newsletter bestellen Alle News zu Objekten, Standorten und Finanzierungen... werktags 16.30 Uhr!

Ihre Meinung



Cash.Aktuell

Cash. 07/2018

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Betriebsrente – Wandelanleihen – Ferienimmobilien – Family Offices

Ab dem 21. Juni im Handel.

Special Investmentfonds

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Nachhaltig anlegen: Mehr Rendite mit gutem Gewissen
Gewinne im Fokus: Die besten Dividenden-Fonds

Versicherungen

Grundfähigkeiten: Essenziell und schützenswert

Für die meisten von uns ist der Beruf nicht nur die Basis des Lebensunterhalts, sondern auch ein wichtiger Pfeiler der Identität. Kein Wunder also, dass die Absicherung der Arbeitskraft eine höchst individuelle Angelegenheit ist und deshalb von so gut wie allen Experten empfohlen wird.

Die Wald-Kolumne

mehr ...

Immobilien

USA: Baubeginne fallen deutlich stärker als erwartet

Die US-Bauwirtschaft hat sich im Juni enttäuschend entwickelt. Die Wohnungsbaubeginne sanken so stark wie seit November 2016 nicht mehr. Das geht aus Zahlen des Handelsministeriums vom Mittwoch hervor.

mehr ...

Investmentfonds

Rückkehr der Absolute-Return-Strategien

2016 war mit steigende Märkte und wenig Volatilität kein günstiges Umfeld für Absolute-Return-Fonds. Mit der höheren Volatilität und wachsenden Sorgen der Anleger steigt die Nachfrage nach den Strategien wieder an. Doch nicht alle Fondsmanager werden erfolgreich sein. Gastbeitrag von Gilles Sitbon, Sycomore

mehr ...

Berater

Scout24 kauft Finanzcheck.de

Strategische Übernahme: Scout24, Betreiber bekannter digitaler Marktplätze wie Financescout24 oder Autoscout24 übernimmt eines der relevantesten deutschen Online-Vergleichsportale für Verbraucherkredite, Finanzcheck.de. Verkäufer sind eine Investorengruppe um Acton Capital Partners, Btov Partners, Highland Europe, Harbourvest Partners sowie die Gründer von Finanzcheck. Den Kaufpreis liegt bei 285 Millionen Euro und wird bar gezahlt.

mehr ...

Sachwertanlagen

RWB-Tochter gewinnt Großanleger aus Belgien

Die MPEP Management Luxembourg S.à r.l. (MPEP), ein Tochterunternehmen des Private Equity Spezialisten RWB Group, hat die Zusage über ein Investment in zweistelliger Millionenhöhe von einem alternativen Investmentfonds erhalten, der von Degroof Petercam verwaltet wird.

mehr ...

Recht

Erbbaurecht: Alternative zum Kauf eines Baugrundstücks

Kommunen, Kirchen und Stiftungen vergeben häufig Erbbaurechte. Als “Eigentum auf Zeit” können diese gerade für junge Familien mit wenig Eigenkapital eine Alternative zum Kauf eines Baugrundstücks darstellen. Die Hamburgische Notarkammer erklärt.

mehr ...