19. November 2009, 00:00
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Baustelle OIF: Aufbruch mit Hindernissen

Offene Immobilienfonds (OIFs) sehen sich zum Ausklang ihres 50. Jubiläumsjahres gleich mehreren Herausforderungen gegenüber: Sie müssen die Liquiditätskrise überwinden und die Krise auf den Gewerbeimmobilienmärkten bewältigen. Nicht zuletzt muss daran gearbeitet werden, die Zeichen auf Zukunft zu stellen und nach erneuten Schließungen das Vertrauen von Vertrieb und Anlegern zurückzugewinnen.

Baustelle in Baustelle OIF: Aufbruch mit Hindernissen

Text: Thomas Eilrich

Seit 1959 warten die Sondervermögen der Kapitalanlagegesellschaften mit im Mittel positiven Erträgen auf. Doch ausgerechnet im Jubiläumsjahr 2009 durchlebt die Anlageklasse die bislang größte Krise ihrer Geschichte. Sehr viel heterogener aufgestellt als noch vor 50 Jahren, hat der Anlageklassiker mit teils hausgemachten Liquiditätsproblemen, teils mit externen Verwerfungen an den Finanz- und Immobilienmärkten zu kämpfen.

Großanleger als Buhmänner

Die offenen Immobilienfonds haben sich verändert, die Profile der einzelnen Fonds sind im Laufe der Jahre sehr viel differenzierter geworden. Mit Beginn der 2000er haben viele kurzfristig orientierte Großanleger angefangen, die OIFs als Vehikel zu nutzen. Die von ihnen investierten enormen Mittel waren zunächst natürlich willkommen. Als sie im Krisenseptember 2008 dann aber ad hoc ihre Mittel wieder abzogen, gerieten viele OIFs in extreme Liquiditätsnöte. Die Großanleger wurden zum Buhmann.

Dabei hatte es die Branche nach den ersten Fondsschließungen in 2005/2006 selbst versäumt, die anstehenden Hausaufgaben in Sachen Liquiditätsmanagement zu machen. Zwar hat der Bundesverband Investment und Assetmanagement (BVI) schon zu Jahresbeginn Reformvorschläge insbesondere in Sachen unterschiedliche Kündigungsfristen für unterschiedliche Anlegergruppen gemacht, doch ruhten diese in den Schubladen der alten und verbleiben bislang noch unbearbeitet auf den Schreibtischen der neuen Regierung.

Werden die flüssigen Mittel wieder knapp?

In der Konsequenz der dramatischen Mittelabflüsse hatten noch zu Jahresbeginn 2009 zwölf Publikums- und Dachfonds die Anteilsrücknahme ausgesetzt (siehe Tabelle Seite 3).

Nachdem bis Ende Oktober bis auf vier Vertreter alle ihre Pforten wieder geöffnet hatten und Ruhe einzukehren schien, gab der Anbieter Aberdeen nach Redaktionsschluss der aktuellen Cash.-Ausgabe 12/2009 die erneute Schließung des Degi International und eine Aussetzung der Anteilausgabe beider Fonds des Hauses bekannt. Zum Abschluss der Recherchen für die Titelgeschichte Anfang November gab es diesen Stand noch nicht. Die flüssigen Mittel – nach dem sich die Situation nach der Wiedereröffnung zwischenzeitlich sogar beruhigt hatte – waren knapp aber noch ausreichend.

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