Londons Pfund ist das leichte Pfund

Der Büromarkt in der britischen Hauptstadt scheint sich als erster von der globalen Finanz- und Wirtschaftskrise zu erholen. Das geht aus der Studie „Entwicklung auf den europäischen Büromärkten“ der IVG Immobilien AG von Dezember 2009 hervor.

bridgeLaut Untersuchung der Bonner erlebt London schon seit Wochen eine kräftige Besserung der Stimmung – vor allem auf dem Markt für Immobilien-Investments.

Zwar haben seit dem Höhepunkt der Konjunktur im Jahr 2007 annähernd 50.000 der 354.000 Beschäftigten im Londoner Finanzdienstleistungssektor ihren Arbeitsplatz verloren – im Bereich Mergers sogar 42 Prozent und im Derivatehandel 31 Prozent. Doch geht das „Centre for Economics & Business Research“ davon aus, dass die Beschäftigung in diesem Sektor schon im kommenden Jahr wieder steigt. Der Aktienmarkt deutet ebenfalls auf Erholung. So ist der Kursindex der Financial Times (FTSE 100) seit März von 4.000 auf über 5.300 Punkte gestiegen.

Zwar können die im Mai bevorstehenden Parlamentswahlen den Aufschwung bremsen, weil strenge Regulierungen des Bankensektors und deren Vergütungssysteme erwartet werden und die zur Disposition anstehenden steuerlichen Vergünstigungen zur Abwanderung von Hedgefonds und der privaten Vermögensverwaltung führen könnten. Konkurrenten wie die Schweiz werben bereits mit Standortvorteilen. Doch locken das schwache britische Pfund und die seit dem Höhepunkt im Herbst 2007 um 40 Prozent gefallenen Kapitalwerte für britische Immobilien.

Käufer setzen auf kräftige Erholung des Markts

Fast 80 Prozent der Investitionen in diesem Jahr kommen laut der Studie aus dem Ausland. Die Käufer setzen auf eine kräftige Erholung, auch weil ausländische – nicht zuletzt deutsche – Banken für Investments in Großbritannien wieder Kredite vergeben. Selbst die kräftig unter Druck geratenen Preise für Londoner Wohnobjekte haben sich im dritten Quartal um drei Prozent verbessert.

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