9. März 2010, 10:13
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

BIIS kontert BMF-Pläne zur Regulierung offener Fonds

Seit dem Bekanntwerden am Mittwoch vergangener Woche, sorgt der geplante Gesetzentwurf zur Stärkung des Anlegerschutzes aus dem Bundesfinanzministerium (BMF) für Unruhe unter den Fondsanbietern und deren Lobbyverbänden. Aus dem Lager der Immobilien-Investment-Sachverständigen wird nun Kritik an den Vorschlägen zur Regulierung offener Immobilienfonds aus dem Minsterium von Dr. Wolfgang Schäuble laut und ein Gegenvorschlag unterbreitet.

Schaeuble1 in BIIS kontert BMF-Pläne zur Regulierung offener Fonds

Dr. Wolfgang Schäuble, Bundesfinanzminister

Das grundsätzliche Problem der offenen Immobilienfonds ist die “Fristeninkongruenz”, das heißt das Spannungsverhältnis zwischen langfristiger Immobilienanlage und kurzfristigem Rückzahlungsversprechen. In der Konsequenz sind derzeit sechs Publikumsfonds durch ihre Anbieter eingefroren, also von der Anteilsscheinrücknahme ausgesetzt – zwei davon seit bereits eineinhalb Jahren am Stück. Die Maximaldauer der Aussetzung beträgt gemäß Paragraf 81 Investmentgesetz maximal zwei Jahre.

Dem geplanten Gesetzentwurf zufolge – der noch vor der Sommerpause beschlossen werden könnte – soll künftig bei den offenen Immobilienfonds für alle Anleger eine zweijährige Mindesthaltefrist eingeführt werden. Ergänzt werden soll dies durch eine von der Kapitalanlagegesellschaft (KAG) festzulegende Kündigungsfrist zwischen sechs und 24 Monaten. Je kürzer die Frist, umso mehr Liquidität soll die KAG künftig entsprechend vorhalten. Zudem ist vorgesehen, das Verfahren zur geordneten Abwicklung von Fonds zu verbessern, die wegen ihres Immobilienbestandes und Vertriebsnetzes nach Ablauf der Aussetzungsfristen keine Aussicht auf eine nachhaltige Wiedereröffnung haben.

Während der BVI Bundesverband Investment und Asset Management begrüßt, dass sich das BMF nun endlich mit der Thematik befasst (eigene Vorschläge wurden bereits Anfang des vergangenen Jahres unterbreitet) und damit zumindest die Diskussion über Mindesthaltefristen anstößt, äußert Dr. Gernot Archner, Geschäftsführer des Bundesverbands der Immobilien-Investment-Sachverständigen (BIIS), gegenüber cash-online Bedenken gegen die Einführung langer Kündigungsfristen für alle Anleger. Nur auf den ersten Blick muteten  diese positiv an. Bei näherer Betrachtung drohten eher höhere Risiken: “Kündigungsfristen  von bis zu 24 Monaten lösen nicht das Problem der Liquiditätsbeschaffung, sondern verlagern allein die zweijährige Aussetzungsfrist – die ja der Liquiditätsbeschaffung dient – nach vorne.

Vorverlagerung des Problems der Liquiditätsbeschaffung

Diese Vorverlagerung erhöht die Wahrscheinlichkeit prozyklischen Handelns in fallenden Märkte und begründet ein neues systemisches Risiko, das heute nicht besteht. Denn Anleger müssten auf sich abzeichnende negative Marktentwicklungen und künftige Abwertungen sehr frühzeitig reagieren, um den Net Asset Value mittels Anteilsscheinrückgabe noch vor einer Schließung über die Fondsgesellschaft zu bekommen. Wenn die BMF-Regelung so kommt, sollte die Bankenaufsicht schon ein paar Stellen für zusätzliche Risikomanager schaffen.”

Weiter lesen: 1 2

1 Kommentar

  1. Halte- und Kündigungsfristen

    Kommentar von jm — 16. März 2010 @ 21:42

Ihre Meinung



 

Versicherungen

Telefonica und Allianz starten Glasfaserprojekt in Deutschland

Der spanische Telekomkonzern Telefonica hat sich beim Glasfasernetz-Ausbau die Allianz als Partner an Bord geholt. Beide Konzerne sollen jeweils zur Hälfte am Gemeinschaftsprojekt beteiligt sein, teilten sie am Donnerstag in Madrid und München mit.

mehr ...

Immobilien

Seehofer will erschwerte Umwandlung von Mietwohnungen

Bundesbauminister Horst Seehofer (CSU) plant nun doch höhere Hürden für die Umwandlung von Miet- in Eigentumswohnungen. Das sieht ein neuer Entwurf für das Baulandmobilisierungsgesetz vor, der der Deutschen Presse-Agentur vorliegt. Er soll voraussichtlich am kommenden Mittwoch vom Kabinett verabschiedet werden.

mehr ...

Investmentfonds

US-Wahlen: Welche Aktien sollten ins Portfolio?

In knapp einer Woche ist die US-Präsidentenwahl schon vorbei. Aber ob wir dann auch das Ergebnis kennen, steht in den Sternen. Ein Kommentar von Manuel Heyden, CEO von nextmarkets.

mehr ...

Berater

DKM 2020: digital.persönlich.erfolgreich

Der Umzug der DKM 2020 von der Messe Dortmund in die digitale Welt war ein voller Erfolg. Mit über 19.700* Messeteilnehmern verteilt auf 4 Messetage, 157 Ausstellern und mehr als 200 Programmpunkten bei Kongressen, Workshops, Roundtables und Speaker’s Corner hat die 24. Auflage der Leitmesse auch in der digitalen Version die Finanz- und Versicherungsbranche überzeugt.

mehr ...

Sachwertanlagen

Deutsche Finance mit 650-Millionen-Dollar-Closing in San Francisco

Der Asset Manager Deutsche Finance und SHVO Capital haben gemeinsam für ein institutionelles Joint Venture um die Bayerische Versorgungskammer den Gebäudekomplex „Transamerica Pyramid“ in San Francisco erworben.

mehr ...

Recht

Kauf bricht nicht Miete: Tipps für den Verkauf einer vermieteten Wohnung

Erst Vermieten, dann Verkaufen: Eine vermietete Wohnung zu verkaufen stellt Eigentümer vor besondere Herausforderungen. Denn das bestehende Mietverhältnis wirkt sich nicht nur auf den Verkaufspreis aus, auch die Käuferzielgruppe ist eine andere als bei einem unvermieteten Objekt. Welche Besonderheiten Eigentümer beim Verkauf einer vermieteten Wohnung beachten müssen, fassen die Experten des Full-Service Immobiliendienstleisters McMakler zusammen.

mehr ...