Dr. Klein-Trendindikator: Finanzierung wird teurer

Zum zweiten Mal in Folge ist die Baufinanzierungs-Standardrate im November auf nun 736 Euro angestiegen. Dem Anstieg von 20 Euro im Oktober folgte in diesem Monat ein weiterer Anstieg von 22 Euro. Das zeigt der Dr. Klein Trendindikator Baufinanzierung (DTB), der monatlich auf Basis von rund zehntausend über die Europace-Plattform abgeschlossenen Immobilienfinanzierungen ermittelt wird.

Stephan Gawarecki, Dr. Klein
Stephan Gawarecki, Dr. Klein

„Die Finanzierungskosten für das Eigenheim ziehen damit zwar an, im Vergleich zum November vergangenen Jahres ist die Standardrate aber noch immer 85 Euro beziehungsweise 10,4 Prozent günstiger“, kommentiert Stephan Gawarecki, Vorstandssprecher von Dr. Klein & Co. AG, die Ergebnisse des DTB. Die Standardrate zeigt an, wie viel ein durchschnittliches Darlehen von 150.000 Euro an monatlicher Rate kostet. Für den weiteren Anstieg dieser Kennziffer seien die weiter steigenden Zinsen verantwortlich. „Seit dem historischen Tiefststand im August 2010 beobachten wir einen stetigen Anstieg. Aufgrund der allgemein wirtschaftlichen Situation rechnen wir damit, dass sich dieser Trend in den nächsten Monaten fortsetzen wird“, so Gawarecki weiter.

In Folge des Zinsanstiegs sank laut DTB auch der Tilgungssatz im November im Vergleich zum Oktober um 2,15 Prozent auf 1,82 Prozent. Gegenüber dem Vorjahresmonat (November 2009) wird jedoch im Schnitt 15,9 Prozent mehr getilgt, denn das aktuelle Zinsniveau liegt noch immer unter dem vergleichbaren Vorjahreswert (November 2009: 1,57 Prozent Tilgung). „Steigende Zinsen belasten das monatliche Budget. Es bleibt weniger Geld für die laufende Tilgung der Kredite übrig. Bei der Wahl des ‚richtigen‘ anfänglichen Tilgungssatzes sind unbedingt die persönlichen, finanziellen Verhältnisse zu berücksichtigen, da die Summe aus Zins und Tilgung jeden Monat erbracht werden muss“, rät der Dr. Klein-Vorstandssprecher.

In Sachen Sollzinsbindung empfiehlt er: „Darlehen mit langer Laufzeit garantieren planbare Kosten. Variable Zinsen sind dem gegenüber zumindest in der kurzen Frist günstiger. Aber auch langfristig können sie günstiger sein. Variable Finanzierungen sind jedoch mit sehr hohen Risiken verbunden. Wir haben für die letzten 20 Jahre errechnet, dass man bei einer variablen Finanzierung gegenüber einer Festzinsfinanzierung fast die Hälfte der Zinsen eingespart hätte, allerdings in der Spitze mit Zinsen von über zehn Prozent in der variablen Finanzierung. Da die wenigsten Privatkunden für solche Zinsspitzen ausreichend Liquidität zur freien Verfügung haben, raten wir zur planbaren, sicheren Variante eines Festzinses. Bei der aktuellen Zinssituation ist der Festzins in jedem Fall vorzuziehen, da dieser zurzeit sehr lang und zu sehr günstigen Konditionen abgeschlossen werden kann.“ Mit den steigenden Zinsen zeichne sich weiter ein Trend zu kürzeren Sollzinsbindungen ab. „Sofern es die eigenen Verhältnisse erlauben, halten wir nach wie vor lange Zinsbindungen für vorteilhaft“, so Gawarecki.

Seite 2: Welche Darlehenshöhen und -formen sind gefragt?

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