WestLB vertagt Westimmo-Verkauf

Die angeschlagene Landesbank WestLB will den Verkauf ihres Immobilienfinanzierers Westimmo verschieben. Die bisherigen Kaufangebote für die Tochter, die auf Druck der EU-Wettbewerbshüter veräußert werden muss, seien „nicht vertretbar“, teilte das Institut mit.
westimmoDer Prozess zieht sich bereits seit Monaten hin. Die WestLB will die EU-Kommission deshalb über die Bundesregierung um eine längere Frist bitten. Eigentlich soll der Verkauf der Westdeutschen Immobilienbank (Westimmo)  bis Jahresende abgeschlossen sein.

„Bei dieser Angebotslage konnten wir nicht anders entscheiden“, sagte Vorstandschef Dietrich Voigtländer. Von dem Ziel, wenigstens den Buchwert von rund 600 Millionen Euro für die Westimmo zu erzielen, hatte sich die Landesbank schon lange verabschiedet.

Die Agentur Reuters berichtet unter Bezug auf Finanzkreise,  die beiden Angebote des Finanzinvestors Apollo und des Westimmo-Rivalen Aareal Bank hätten so weit unter dem Buchwert gelegen und seien mit so vielen Bedingungen verknüpft gewesen, dass für die WestLB nur ein „marginaler“ Erlös übrig geblieben wäre.

Die Refinanzierung der Westimmo, die bisher allein über die Mutter gestemmt wird, durch einen neuen Eigentümer erwies sich als schwierig. Auch hier hofft die WestLB nach eigenen Angaben zu einem späteren Zeitpunkt auf bessere Voraussetzungen. Die Westimmo hatte bereits beim staatlichen Rettungsfonds Soffin um Garantien über fünf bis acht Milliarden Euro gebeten, damit auch Finanzinvestoren eine Chance auf die Übernahme hätten.

Nun soll die Westimmo erst dann verkauft werden, wenn sich die Marktlage normalisiert hat. Das kann allerdings dauern, da in den nächsten Monaten und Jahren zahlreiche Teile von Banken auf den Markt kommen sollen, von denen sich viele Institute auf Druck der EU oder wegen der schärferen Eigenkapitalanforderungen (Basel III) trennen müssen. Ein Sprecher wollte sich nicht dazu äußern, um welchen Aufschub die WestLB bitten werde.

Ob die EU auf die Bitte eingeht, gilt als unsicher. EU-Wettbewerbskommissar Joaquin Almunia beäugt die staatlich gestützte Landesbank äußerst kritisch. Auf Druck der Brüsseler Behörden muss auch die WestLB selbst einen neuen Eigentümer suchen. Derzeit wird eine Fusion mit der BayernLB geprüft. (hb)

Foto: Westimmo

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