Wohnportfolio-Transaktionen: Belebung in 2009

Der deutsche Markt für Wohnungsportfolios ist 2009, vor allem in der zweiten Jahreshälfte, aus dem Keller gekrochen. Insgesamt 107 Portfolios mit zusammen etwa 56.000 Wohneinheiten wechselten im vergangenen Jahr den Besitzer, wie eine Analyse des internationalen Immobilienberaters Savills zeigt.

wohnimmoLEG-Deal verzerrt die Statistik

Mit  geschätzten 3,2 Milliarden Euro betrage das Transaktionsvolumen zwar lediglich rund halb so viel wie im Jahr 2008. Der Vergleich mit dem Vorjahr werde allerdings dadurch verzerrt, dass damals 3,4 Milliarden Euro auf den Verkauf von 93.000 Wohnungen der Landesentwicklungsgesellschaft Nordrhein-Westfalen (LEG) entfielen.

Unter Vernachlässigung dieser Transaktion war der Markt im Jahr 2009 sowohl im Hinblick auf die Anzahl der Transaktionen als auch mit Blick auf die gehandelten Einheiten merklich aktiver als in 2008, konstatiert Savills.

Insgesamt gab es elf Transaktionen mit jeweils mehr als 1.000 Wohneinheiten, die zusammen etwas mehr als die Hälfte aller im vergangenen Jahr verkauften Einheiten auf sich vereinen. „Dennoch ist der Markt vor allem verglichen mit den Jahren vor Ausbrechen der Finanzkrise als kleinteilig zu charakterisieren“, erläutert Savills-Researcher Matthias Pink.

Geschlossene und Spezialfonds dominieren Käuferseite

Etwa drei Viertel aller Paketverkäufe umfassten weniger als 500 Einheiten. Diese Verschiebung hin zu kleinen Portfolios sei nicht zuletzt Folge der veränderten Käuferstruktur: Am aktivsten waren neben Privatinvestoren und öffentlichen wie privaten Wohnungsunternehmen vor allem geschlossene Immobilien- und Spezialfonds. Am häufigsten kaufte die Dewag-Gruppe, die insgesamt sechs Pakete mit zusammen knapp 1.600 Einheiten erwarb. Auf der Verkäuferseite fanden sich vor allem kommunale Wohnungsgesellschaften, Versicherungen und, so Savills, einige unter Verkaufsdruck geratene Gesellschaften, beispielsweise Vivacon und Pirelli RE.

Der Fokus der Investoren habe sehr deutlich auf hochwertigen Bestandsobjekten oder Projektentwicklungen in prosperierenden Ballungsräumen gelegen. Dies komme auch in dem gewichteten Durchschnittspreis von rund 55.000 Euro je Wohneinheit zum Ausdruck, der sich für jene Transaktionen ermitteln lasse, bei denen der Kaufpreis bekannt ist.

Viele Investoren suchen weiter nach Objekten

Nach wie vor seien zahlreiche Wohnimmobilienfonds und Privatinvestoren auf der Suche nach geeigneten Ankaufsobjekten, die Verkaufsbereitschaft der Eigentümer hochwertiger Objekte dürfte jedoch vor dem Hintergrund latenter Inflationsängste und den fehlenden alternativen Anlagemöglichkeiten auch 2010 eher gering bleiben, so die Studie.

Auch bleibe abzuwarten, ob sich künftig vermehrt Käufer für die Bestände geringerer Qualität finden, von denen sich nach wie vor ein Großteil in den Händen opportunistischer Investoren befinde. (hb)

Foto: Shutterstock

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