Baufinanzierungskosten steigen weiter

Die durchschnittlichen Baufinanzierungskosten haben sich im Monat April um 1,6 Prozent verteuert. Zu diesem Ergebnis kommt der Trendindikator Baufinanzierung (DTB) des Finanzdienstleisters Dr. Klein, Lübeck.

haus-geld1-shutt_44892916Demnach stiegen die Kosten für ein durchschnittliches Darlehen (150.000 Euro) um rund 13 Euro pro Monat. Die sogenannte Standardrate von 803 Euro liegt damit 1,6 Prozent über jener des Vormonats und 3,08 Prozent oder 24 Euro über der des Vorjahresmonats. Die Ergebnisse des Trendindikators werden monatlich auf Basis der Daten von rund zehntausend Finanzierungen errechnet, die über die Europace-Plattform abgewickelt werden.

„Der kontinuierlich ansteigende Trend bei den Finanzierungskosten wird voraussichtlich keine Kehrtwende mehr sehen. Allerdings erwarten wir – auch aufgrund der problematischen Entwicklungen in einigen Euroländern – in den kommenden Monaten eine kurzzeitige Seitwärtsbewegung der Baufinanzierungszinsen“, kommentiert Stephan Gawarecki, Vorstandssprecher bei Dr. Klein.

Der durchschnittliche Tilgungssatz ist seit Beginn der Berechnungen des DTB im August 2010 gesunken. Damals bezahlte der Finanzierungskunde für ein Standarddarlehen noch eine Monatsrate von 706 Euro und tilgte im Durchschnitt 2,07 Prozent. Seitdem ist die Standardrate um fast hundert Euro angestiegen, der durchschnittliche Tilgungssatz hat sich um rund 25 Prozent reduziert.

Der Anteil an Forward-Darlehen, der in den vergangenen Monaten kontinuierlich angestiegen war, sank im April von 12,33 Prozent auf 11,74 Prozent. Nach Aussage von Dr. Klein haben offenbar einige Kunden entgegen den Einschätzungen der Experten den Eindruck, den Zeitpunkt der guten Konditionen (Herbst 2010) schon verpasst zu haben, und warten mit ihrer Umfinanzierung ab. Aktuell erlebe der deutsche Markt zwar eine kleine Zinsdelle, die der Diskussion um die langfristige Kreditfähigkeit einiger europäischer Länder geschuldet sei. Der langfristige Aufwärtstrend der Baufinanzierungszinsen ist aber nach Meinung von Dr. Klein ungebrochen. (bk)

Foto: Shutterstock

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