Der Baufinanzierungs-Ratgeber

„Bausparen steht für Solidität und Sicherheit. Zudem ist es eine der wenigen Möglichkeiten, sich das aktuell niedrige Zinsniveau langfristig für die Zukunft zu sichern. Immobilienkäufer sollten bedenken, dass ein Anstieg des Zinsniveaus von aktuell rund drei Prozent auf fünf Prozent fast eine Verdoppelung der monatlichen Rate bedeuten würde“, argumentiert Pfeiffenberger.

Umgekehrt werden aktuell nur wenige Bauspardarlehen in eine Immobilienfinanzierung einbezogen, da die Verträge oft noch zu Zeiten mit Baufi-Zinsen um fünf Prozent abgeschlossen wurden und damit der aktuelle Hypothekenzins zum jetzigen Zeitpunkt niedriger liegt.

„Breite Bevölkerungsschichten schätzen das Bausparen als enorm sichere Sparform. Sich schon heute die Zinsen von morgen sichern zu können, erhöht zudem dessen Attraktivität“, sagt Hartwig Hamm, Verbandsdirektor der Landesbausparkassen (LBS).

Bausparverträge sind flexibler geworden

Nicht nur künftige Eigenheimkäufer wählen einen Bausparvertrag, oft wird er auch zum Zweck der Modernisierung einer Immobilie abgeschlossen. Eine wachsende Kundenzahl nutzt ihn sogar als reinen Sparvertrag und verzichtet im Anschluss auf das Darlehen. Dies wird in der Regel mit einem Zinsbonus auf das angesparte Guthaben vergütet.

Während die Bauspartarife früherer Zeiten eher starre Regelungen vorsahen, bieten die meisten mittlerweile viel Flexibilität. So kann der Kunde etwa seine Sparbeiträge anpassen oder sogar zeitweise ruhen lassen, die Darlehenssumme erhöhen oder sogar sein Darlehen früher nutzen als ursprünglich vorgesehen.

Zudem ist ein Bauspardarlehen deutlich früher getilgt als ein Hypothekendarlehen, bei dem die Rückzahlung meist 20 bis 30 Jahre dauert. Der Bausparkredit wird dagegen je nach gewähltem Tarif in der Regel nach sieben bis 15 Jahren zurückgeführt. Dies bedeutet einerseits, dass der Kunde eine geringere Zinssumme zahlt, andererseits ist dies nur durch eine höhere Tilgung und damit deutlich höhere monatliche Rate möglich. Daher bleibt ein Bauspardarlehen für die Mehrzahl der Immobilienkäufer einer von mehreren Finanzierungsbausteinen.

Hypothekendarlehen kann mit Bausparvertrag ergänzt werden

Gelegentlich bieten Banken und Finanzierer auch die Variante an, ein Hypothekendarlehen mit einem Bausparvertrag zu unterlegen. Dies bedeutet, dass der Käufer sein Objekt zunächst über ein klassisches Darlehen finanziert und parallel einen Bausparvertrag bespart. Wenn dieser zur Zuteilung ansteht, wird die Darlehenssumme ganz oder teilweise durch das Bauspardarlehen abgelöst.

Der Grundgedanke ist, dass dann der Zins des Bauspardarlehens niedriger ist als der einer möglichen Anschlussfinanzierung. Dieses Modell sollte allerdings kritisch betrachtet werden. Angesichts der aktuellen Niedrigzinsen, die zudem mit geringen Aufschlägen bis zum Ende der Finanzierung festgeschrieben werden können, scheint es wenig sinnvoll.

Text: Barbara Kösling

Foto: Shutterstock

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