Baufinanzierung: „Mythos Hausbank?“

Warum lebt in der Verbraucherwelt immer noch die Devise: „Beim Unabhängigen ein Angebot einholen, bei der Hausbank abschließen“? fort, wenn sie sich oftmals über Preisvergleiche im Internet und Testberichte informieren.

Gastkommentar von Joachim Leuther, Vorstand BS Baugeld Spezialisten AG

Joachim Leuther, Baugeld Spezialisten
Joachim Leuther, Baugeld Spezialisten
Es liegt erwiesenermaßen nicht an der Leistungsschwäche der Unabhängigen sondern an der Stärke des „Mysteriums Hausbank“. Noch immer erhält die Bank, die einen Kunden seit Jahren mit Girokonto und Sparplänen bedient, einen Vertrauensvorschuss, den sie im Leistungswettbewerb um die Baufinanzierung nicht mehr rechtfertigen kann.

Das Geschäftsmodell einer Bank, die einen Kunden wie einen Freund durch gute und schwierige Zeiten (womöglich noch mit dem immer gleichen Ansprechpartner) begleitet, ist Vergangenheit. Kreditinstitute wollen eigene Produkte verkaufen.

Eine unabhängige Beratung zu erwarten ist in etwa so wie in einem Restaurant zu fragen, ob der Fisch zu empfehlen sei – eine neutrale Antwort ist möglich, aber selten.

Welche Vorteile hat ein Kunde denn davon, mit einem leistungsstarken Angebot zur Hausbank zu gehen? Möglicherweise geht die Hausbank auf den Zins ein und zieht gleich. Oberflächlich betrachtet ist das positiv.

Jedoch offenbart die Hausbank damit, dass sie in der Kernkompetenz „Preisfindung“ lediglich über die Stärke des Nachmachens verfügt. Nun sollte beim aufgeklärten Verbraucher Misstrauen einsetzen. Denn man hat den konkurrenzfähigen Zins irgendwie hingebogen, befindet sich aber noch in der ersten von vielen weiteren Runden.

Der Verbraucher wird sich fragen, ob die abgeschmolzene Marge zwischen „Hausbank-Standardzins“ und „verhandeltem Zins“ in den nächsten Verhandlungsrunden wieder eingepreist wird. Bei der Vertragsgestaltung zum Beispiel oder über Zusatzprodukte.

Seite zwei: Wer nicht konkurrenzfähig ist, sollte gehen

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