Immobilien-Index: Stimmung leicht abgekühlt

Während die Konjunkturdaten für den deutschen Immobilienmarkt nach wie vor positiv sind, hat sich die Stimmung der Marktteilnehmer nach den Daten des Deutsche Hypo-Immobilienkonjunktur-Index leicht abgekühlt. Dazu trage auch die Unsicherheit in der Eurozone bei.

Haus-Pfeil-auf-abSo hätten sich die deutschen Immobilienexperten in der 52. Monatsbefragung des Deutsche Hypo-Immobilienkonjunktur-Index in ihrer Einschätzung recht skeptisch gezeigt. Obwohl die volkswirtschaftliche Lage allgemein positiver bewertet werde als noch im März, sei die Grundstimmung eher verhalten. Nachdem das Immobilienklima im März stabil geblieben war, habe es daher im April einen Rückgang um 4,4 Prozent auf aktuell 126,3 Zählerpunkte verzeichnet. Der Rückgang resultiere dabei zu größeren Teilen aus dem Sinken des Investmentklimas um 5,1 Prozent. Die Verluste beim Ertragsklima seien mit minus 3,7 Prozent etwas geringer. Damit liegt das Immobilienklima aktuell exakt auf dem Niveau vom September 2011, so die Deutsche Hypo.

Nach Aussage von Andreas Pohl, Mitglied des Vorstands der Deutschen Hypo, zeigt sich in diesen Schwankungen „die Nervosität der Märkte und die unmittelbare Abhängigkeit des deutschen Immobilienmarktes vom Wohlergehen des europäischen Marktes und der europäischen Währung.“ Es werde daher interessant sein zu sehen, wie eine französische und holländische Regierungsbildung die Märkte und auch den Deutsche Hypo-Index beeinflussen werden. Hinzu komme, dass die kontinuierlich steigenden Preise bereits partiell dazu führten, dass Preislimits bestimmter Investoren überschritten werden. In einigen Regionen und Teilsegmenten könnten dies Anzeichen für ein Überhitzen des Marktes sein. Dies lasse sich aber noch nicht abschließend bewerten, so die Deutsche Hypo.

Aufgeschlüsselt nach Segmenten seien die Verluste beim Wohnimmobilienklima mit einem Rückgang um ein Prozent auf 167,2 Zählerpunkte am geringsten. Dieses Segment habe im Vormonat noch Zuwächse verbucht und einen absoluten Höchstwert erreicht. Nachdem das Handel- und das Büroklima im Vormonat nur marginal sanken und der Eindruck entstanden sei, dass beide Segmente an Stabilität gewonnen hätten, habe sich die Negativentwicklung im April jedoch fortgesetzt. Das Handelsklima sank um 7,5 Prozent auf 120,5 Zählerpunkte, das Büroklima um 4,3 Prozent auf 113,5 Zählerpunkte.

Im Gegensatz zum Immobilienklima steigt die Immobilienkonjunktur nach Angaben der Deutschen Hypo seit Jahresbeginn kontinuierlich an. Jedoch habe diese positive Entwicklung leicht an Dynamik verloren. Wurden in den beiden Vormonaten noch Steigerungsraten von 1,6 und 1,3 Prozent erreicht, so habe die Immobilienkonjunktur im April nur noch um 0,9 Prozent zugelegt. (bk)

Foto: Shutterstock

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