Master-KAG & Co.: Neue Anlageformen im Blick

Als Anlagealternativen zu klassischen Immobilienfonds könnten sich für institutionelle Investoren Debt Funds und Master-KAGs etablieren.

Markus Kolodziej, Real Estate Management Institute der EBS Universität für Wirtschaft und Recht
Markus Kolodziej, Real Estate Management Institute der EBS Universität für Wirtschaft und Recht

Alternativen zur Anlage in offene Immobilienfonds werden von institutionellen Investoren zunehmend gesucht. Zum einen haben sie sich verstärkt den Immobilien-Spezialfonds zugewandt, zum anderen werden möglicherweise zwei neue Vehikel an Bedeutung gewinnen: Debt Funds und Master-KAGs.

Denn aufgrund der Schatten, die Solvency II bereits wirft, bleibt abzuwarten, ob beispielsweise die Versicherungen, die sich aus offenen Immobilienfonds zurückziehen, sich stärker bei Immobilien-Spezialfonds engagieren werden. Denn unter Umständen werden künftig auch Immobilienfinanzierungen für Versicherungen interessant, da auf die Finanzierung von Immobilien spezialisierte Banken vom Markt verschwinden.

Nach den neuen Regelungen von Solvency II müssen die Versicherungsgesellschaften ihre mit Risiken behafteten Aktiva verstärkt mit Eigenmitteln unterlegen. Da der Unterlegungssatz bei Immobilien mit 25 Prozent bei reiner Eigenkapitalfinanzierung beziehungsweise 39 Prozent bei gemischter Finanzierung deutlich höher ist als bei Finanzierungsinstrumenten, ist für Versicherungen ein Engagement in der Immobilienfinanzierung, etwa über börsennotierte Hypothekenpfandbriefe, vergleichsweise attraktiv.

Neue Vehikel am Horizont

Die Commerzbank hat angekündigt, sich komplett aus der gewerblichen Immobilienfinanzierung zurückzuziehen. Mit dieser Entscheidung verschwindet auch die Eurohypo, einst größter Immobilienfinanzierer in Europa, aus dem Finanzierungsmarkt.

Die Immobilienfinanzierung ist im Umbruch. Banken rechnen bei ihren Engagements in europäischen Gewerbeimmobilien mit mehr Problemen als im letzten Jahr. Sie waren 2012 noch vorsichtiger bei Finanzierungen als im Vorjahr. Das geht aus der DTZ-Studie „Money into Property“ hervor.

Dabei haben sich die Hoffnungen der von DTZ Research im vergangenen Jahr befragten Banken und Investoren auf ein freundlicheres Finanzierungsumfeld nicht erfüllt. In der Erhebung im Jahr 2011 glaubte noch jeder Zweite mit Blick auf 2012, die Kreditvergabe werde wieder zunehmen, jeder Dritte erwartete zudem, dass sich die Konditionen für eine Kreditvergabe wieder lockern. Dieser Meinung sind jetzt nur noch 22 beziehungsweise sechs Prozent.

Seite zwei: Wer wird die Finanzierungslücke schließen?

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